41 Gegentore hat der VfL Wolfsburg in dieser Saison in 19 Spielen schon kassiert, hinter Heidenheim und Frankfurt (jeweils 42 Gegentreffer) stellen die Niedersachsen die zweitschwächste Defensive der Liga. Spätestens seit dem 1:8 in München fahnden die Verantwortlichen nach mindestens einem neuen Verteidiger, tun sich dabei aber wenige Tage vor Schließung des Transferfensters noch sehr schwer. Nach diversen vergeblichen Versuchen, eine Verstärkung zu finden, droht auch der Anlauf beim Ex-Gladbacher Ko Itakura zu scheitern.
Klar mit Itakura - aber Amsterdam blockt ab
Am Dienstag, so vermeldet es De Telegraaf, habe sich der VfL bei Ajax Amsterdam gemeldet, um den Japaner zu verpflichten. Nach kicker-Informationen wären sich die Niedersachsen mit dem 29-Jährigen sogar schon weitgehend einig für den Fall, dass Ajax einem Wechsel zusagt. Jedoch könnte sich auch dieser Wolfsburger Wunsch zerschlagen - die Amsterdamer blocken offenbar ab. Und an dem parallel angebotenen Itakura-Kollegen Josip Sutalo findet offenbar der VfL wiederum nicht so großen Gefallen.
Was also tun? Die Uhr in der Transferperiode tickt, bislang hat sich der VfL nur Absagen eingehandelt. Mit Kristoffer Ajer war schon alles klar, jedoch schob hier der FC Brentford einen Riegel vor, mittlerweile hat der Norweger seinen Vertrag bei den Bees verlängert. Bei Charlie Cresswell (FC Toulouse) soll der VfL in die Vollen gegangen sein - ein Angebot von über 20 Millionen Euro wurde jedoch abgelehnt, den Franzosen schweben rund 30 Millionen Euro vor. Das ist selbst für Wolfsburg zu viel des Guten.
Gibt es noch eine Wende bei Itakura?
Gibt es noch eine Wende bei Itakura, der sich für das Champions-League-Spiel von Ajax am Mittwoch gegen Olympiakos Piräus abgemeldet hat? Findet der VfL noch einen Alternativkandidaten? Oder muss es Trainer Daniel Bauer mit dem vorhandenen Personal richten? Letzteres wäre nicht die Wolfsburger Wunschlösung, das Misstrauen haben die vorhandenen Abwehrkräfte nun ohnehin schon wahrgenommen.
Denis Vavro, nach seinem Ohrfeigen-Skandal in der Heimat zuletzt gegen Mainz (1:3) erstmals wieder in der Startelf, galt zuletzt eigentlich schon als klarer Verkaufskandidat. Nun ist der Slowake notgedrungen wieder gefragt. Weil sich am vergangenen Wochenende Konstantinos Koulierakis verletzungsbedingt abmeldete und Jenson Seelt, der vor Weihnachten mit zum Teil guten Auftritten zum Hoffnungsträger avanciert war, in diesem Jahr noch gar keine Rolle spielte.
Seelt und Cleiton haben sich verletzt
Nun vermeldet der VfL, dass sich der Niederländer, der sich in der vergangenen Saison beim AFC Sunderland einen Kreuzbandriss zugezogen hatte, wegen einer Knieverletzung "bis auf Weiteres" fehlen wird. Und auch Winter-Neuzugang Cleiton, der ohnehin noch nicht eingeplant war, ist erst einmal für mehrere Wochen wegen einer Verletzung im linken Sprunggelenk raus.
Bleiben in der Innenverteidigung noch Moritz Jenz, der den Klub eigentlich im vergangenen Sommer verlassen sollte, nun aber zum konstantesten Mann in der Innenverteidigung aufgestiegen ist. Und noch die Nachwuchskräfte Mathys Angely und Till Neininger, die jedoch noch ohne Bundesligaeinsatz sind. Die Abwehrnot ist groß, die Preise steigen in den letzten Tagen der Transferperiode ohnehin. Erst recht dann, wenn der VfL Wolfsburg anklopft.