Unmittelbar nach dem letzten Spieltag der vergangenen Spielzeit hatte Marcel Schuhen keinen Hehl daraus gemacht, dass er den Urlaub nach einer turbulenten Saison bitter nötig habe.
Doch inzwischen brennt der Keeper darauf, dass es endlich wieder richtig losgeht. "Gerade die letzte Woche hat sich ein bisschen gezogen", räumt er ein. "Es ist für Sportler doch normal, dass sie irgendwann sagen: So, jetzt wollen wir wieder Wettkampf. Freundschaftsspiele, Trainingsspiele - das ist alles okay. Aber wir fiebern alle darauf hin, wenn es im Stadion wieder richtig losgeht."
Verpatzte Generalprobe als Warnung
Sein Resümee der Vorbereitung fällt auch nach dem 1:5 bei der Generalprobe gegen Bundesligist Hoffenheim weitgehend positiv aus. "Bis zum Hoffenheim-Spiel sehr gut, nach dem Hoffenheim-Spiel gut", sagt er. Die Partie habe gezeigt, dass man noch einiges zu tun habe, was womöglich gar nicht so verkehrt sei zum aktuellen Zeitpunkt.
"Die Gegentore waren vor allem individuelle Themen: ein Standard, zwei Elfmeter, zwei Aufbaufehler - alles Dinge, die man auch in der 2. Liga nicht machen sollte, die aber noch mal anders von einem Bundesligisten bestraft werden", meint Schuhen. Athletisch habe das Team noch etwas draufgepackt, was auch extrem wichtig sei, wenn man erfolgreich Fußball spielen möchte. "Da hatten wir ein bisschen Bedarf", räumt der neue Lilien-Kapitän ein.
"Liga ist brutal ausgeglichen"
Auf einen angepeilten Tabellenplatz will er sich nicht festlegen. "Wir wollen besser sein als vergangene Saison", lässt er sich lediglich Vages entlocken. "Es gibt immer wieder Wundertüten - Mannschaften, die in den Flow kommen wie zuletzt Elversberg oder lange Zeit auch Magdeburg", sagt er. "Insgesamt ist die Liga brutal ausgeblichen."
Die Ernennung zum Mannschaftskapitän durch Trainer Florian Kohfeldt in seinem mittlerweile siebten Jahr bei den Lilien sieht der 32-Jährige als eine besondere Ehre. "Ich glaube aber nicht, dass ich jetzt irgendwas anders machen muss als vorher", stellt der Keeper klar. Dass es überhaupt so weit kommen würde, war vor einem Jahr nicht abzusehen.
Vor einem Jahr stand noch ein Wechsel im Raum
Da hatte Schuhen nämlich noch mit einem Wechsel geliebäugelt. "Die Situation mit dem Abstieg war damals auch aus persönlicher Perspektive nicht einfach", sagt er. Aber Sportdirektor Paul Fernie und später auch Kohfeldt hätten ihm klar aufgezeigt, dass sich etwas verändert.
Der Verein habe sich grundsätzlich etwas anders aufgestellt und große Schritte nach vorne gemacht - gerade in Bereichen, die für die Öffentlichkeit nicht so sichtbar seien wie im medizinischen, im athletischen oder im analytischen Bereich. "Deswegen bin ich jetzt sehr froh, hier zu sein. Das war die richtige Entscheidung", sagt er.