Als sich die Kameramänner im MetLife Stadium gerade darauf eingestellt hatten, jubelnde Chelsea-Profis vor die Linse zu bekommen, mussten sie ihren Fokus plötzlich auf die unmittelbar nach dem Abpfiff aufkommende Rudelbildung lenken. Der negative Höhepunkt: PSG-Trainer Luis Enrique erwischte Joao Pedro mit der Hand im Gesicht, woraufhin der Blues-Stürmer zu Boden ging.
Nachdem sich die Gemüter schließlich irgendwann beruhigt hatten, schilderte Chelseas brasilianischer Neuzugang dem Fernsehsender SporTV seine Wahrnehmung der hitzigen Auseinandersetzung - Seitenhieb gegen die Pariser inklusive: "Ich wollte Andrey Santos schützen. Ich sah die Spieler, die ihn umringten und wollte wie ein guter Brasilianer einen Freund schützen", so Joao Pedro über sein Eingreifen.
So kam es letztlich zur Rudelbildung, "und in diesem Chaos wurde ich schließlich geschubst." Das gehöre aus Sicht Joao Pedros zwar "zum Spiel dazu" und sei unter solchen Bedingungen auch ein Stück weit "normal", hielt ihn zugleich allerdings nicht von einem kritischen Fazit ab: "Ich glaube, sie wissen nicht, wie man verliert."
„Wir sind keine Verlierer - es gibt keine Verlierer.“ (Luis Enrique)
Auch Luis Enrique äußerte sich auf der anschließenden Pressekonferenz zu jener Situation, die seines Erachtens nach "für alle Beteiligten völlig vermeidbar war." Der spanische Coach versicherte zudem, seine "Absicht war es wie immer, zu versuchen, die Spieler zu trennen, um noch größere Probleme zu verhindern." Ein Plan, der nicht aufgehen sollte.
"Ich habe Maresca (Chelseas Trainer, Anm. d. Red.) gesehen. Ich sah, dass er andere gestoßen hat, wir mussten alle Spieler voneinander trennen - und ich weiß nicht, woher dieser Druck plötzlich kam", führte der 55-Jährige aus. "Alle waren daran beteiligt. Es war sicher nicht ideal, sondern das Ergebnis des enormen Drucks in dieser Partie."
Unabhängig von der Rangelei war es Luis Enrique unterdessen noch ein Anliegen, eine Sache klar zum Ausdruck zu bringen: "Wir sind keine Verlierer - es gibt keine Verlierer", bilanzierte der Pariser Cheftrainer in aller Deutlichkeit, nachdem es sein Team verpasst hatte, den nächsten Titel auf den Triumph in der Champions League folgen zu lassen. "Wir sind Zweiter geworden. Ein Verlierer ist jemand, der aufgibt. Auf diesem höchsten sportlichen Niveau gibt es überhaupt keine Verlierer."