Vier Flutlichtmasten erhellten den Berliner Rasenplatz an der Kienhorststraße, während die rund herumstehenden Betonbauten im Dunkeln blieben. Lediglich beleuchtet von einigen Weihnachtslichterketten. Als der Unparteiische die Partie im Berliner Landespokal zwischen dem Berlinligisten Reinickendorfer Füchse Berlin und dem Regionalligisten VSG Altglienicke abpfiff, jubelte Patrick Kapp laut und klatschte dann der Reihe nach mit seinen Teamkollegen ab.
Der VSG-Abwehrspieler gewann mit seinem Team 2:1 (1:0) gegen den Sechstligisten und zog in das Halbfinale ein. "Es war schwerer als erwartet", resümiert Kapp, seit 2024 im Verein. Vor allem die schwierigen Verhältnisse auf dem Rasenplatz im Berliner Bezirk Reinickendorf machten es den Spielern auf beiden Seiten nicht leicht. Am Ende habe die Mannschaft jedoch verdient gewonnen, resümiert Kapp: "Eklig, aber egal - das Wichtigste ist, wir sind eine Runde weiter."
Zurück auf der Lieblingsposition
Für Kapp war es bereits das 23. Pflichtspiel in der Saison 2025/26. Damit stand der Dauerbrenner der VSG in allen Partien bis dato für die Hauptstädter auf dem Platz. Trotz der hohen Belastung zeigt sich der 28-Jährige in Topform. "Ich fühle mich gut, regeneriere gut, der Körper hält", betont Kapp. Dabei ist dem gebürtigen Illertissener bewusst, dass diese Konstanz keine Selbstverständlichkeit ist: "Es ist das erste Mal in meiner Karriere, dass alles so reibungslos läuft. Ich bin wirklich glücklich damit und hoffe, es geht so weiter."
Eine entscheidende Veränderung in dieser Saison war für Kapp, einst bei der TSG Hoffenheim im Nachwuchs ausgebildet, seine Rückkehr in die Innenverteidigung. Nachdem er in der vergangenen Spielzeit notgedrungen im Mittelfeld aufgelaufen war, zeigt sich der VSG-Spieler mit der Rückennummer 13 erleichtert über die Rückkehr auf seine angestammte Position. "Ich bin von klein auf Innenverteidiger gewesen. Letztes Jahr war es eher aus der Not geschuldet, dass ich im Mittelfeld ran musste. Jetzt fühle ich mich hinten deutlich wohler, kann da rechts und links spielen", meint Kapp. Dabei ist der 1,81 Meter große Defensivakteur nur einer von vier Feldspielern in der laufenden Regionalliga-Spielzeit im Nordosten, der in allen 18 Partien über die volle Spielzeit auf dem Platz stand. Dazu kommen für Kapp noch fünf Spiele im Berliner Cup-Wettbewerb. Da allerdings nicht immer über die komplette Spielzeit.
Während der Triumph der Altglienicker im Landespokal, zuletzt wurde dieser im Jahr 2020 gewonnen, noch kurz auf dem Platz im Mannschaftskreis gefeiert wurde, wartet in der Liga schon die nächste Herausforderung. Am Freitag steht ein richtungsweisendes Duell für den Tabellenvierten gegen den Spitzenreiter Lok Leipzig an. Neun Punkte Rückstand haben die Berliner vor dem 19. Spieltag auf die Sachsen. Im Hinspiel verlor die VSG knapp mit 0:1. "Es wird ein hartes Spiel. Wir wissen, wie gut sie sind. 43 Punkte hat man nicht ohne Grund", lobt Kapp den kommenden Gegner, zeigt sich aber dennoch optimistisch vor dem letzten Spiel vor der Winterpause: "Ich glaube, wir sind auch eine richtig gute Truppe. Sie wissen aus den letzten Spielen aber auch, was wir können. Es wird für die Fans ein tolles Spiel - und hoffentlich mit dem besseren Ende für uns. Aber auch danach gibt es noch 15 Saisonspiele."