Denn klar ist: Aufgrund des Wechsels von Marketingvorstand Rouven Kasper zum FC Bayern zum 1. Januar 2026 wird die Berufung einer weiteren Führungskraft nötig. Nach der vorzeitigen Trennung von Finanzvorstand Dr. Thomas Ignatzi im Sommer hatte man dessen Ressort(s) noch Vorstandschef Alexander Wehrle gegeben.
Wehrle ist auch noch Aufsichtsratschef der DFB GmbH & Co. KG
Theoretisch wäre das auch mit Kaspers Bereich möglich, denn Wehrle hatte in seiner Zeit beim 1. FC Köln ja sowohl Marketing als auch Finanzen verantwortet, zeitweise - wie bei seinem Einstieg beim VfB Stuttgart - auch den Sport. Allerdings: Auch der Tag des 50-Jährigen, der ja auch noch Aufsichtsratsvorsitzender der DFB GmbH & Co. KG ist, hat eben nur 24 Stunden. Insofern ist es nur logisch, dass die Stuttgarter auch 2026 neben Wehrle und Sportvorstand Fabian Wohlgemuth eine dritte Persönlichkeit in der obersten Ebene haben möchten.
Nach kicker-Informationen gibt es hierfür aktuell zwei Planszenarien: Entweder ein Eins-zu-Eins-Ersatz für Kasper, also ein klassischer Marketingmann. Entscheidet man sich für diese Planung, soll der Name Alexander Jobst, der kürzlich erfolglos für das Liga-Präsidium kandidiert hatte, eine Rolle spielen. Der Vorstandschef von Fortuna Düsseldorf, der allerdings noch bis 2027 vertraglich am Rhein gebunden ist, hatte lange Zeit beim FC Schalke 04 das Marketing verantwortet.
Großprojekte vor der Brust spielen eine Rolle in der Personalfrage
Da bei den Schwaben allerdings auch mehrere Großprojekte auf der Agenda stehen wie die Umgestaltung des Neckarparks, ein Frauen- und Jugendstadion und der Bau eines Museums, ist es auch denkbar, wieder einen Finanzexperten zu holen, der Erfahrung mit derlei Infrastrukturmaßnahmen hat. Diese Entscheidung gilt es nun, im Aufsichtsrat unter dem Vorsitz von Dietmar Allgaier zu diskutieren. Wobei ein Aspekt für die Marketing-Lösung spricht: Mit Jan Thielmann als Nachfolger des zum SV Wehen-Wiesbaden gewechselten Tobias Keller kommt im Januar 2026 ein neuer Finanzdirektor, der die Arbeit mit großen Volumina als langjährige Führungskraft des DFB bestens kennt.
Unabhängig vom Profil eines neuen Vorstandes dürften die VfB-Kontrolleure sich wohl auch Rat bei einer Personalagentur suchen. Im Fußball ist das mittlerweile fast üblich geworden, wobei dies auch einen nicht ganz unerheblichen Kostenfaktor darstellen würde.