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So will Schalke Dzeko in den Pott locken

kicker

Als Miron Muslic vor etwa einem halben Jahr in höchsten Tönen von Edin Dzeko schwärmte und ihn als "herausragenden Fußballer" seines Heimatlandes Bosnien würdigte, verfolgte Schalkes Trainer damit keine Hintergedanken. Dzeko war da gerade erst von Fenerbahce zur AC Florenz gewechselt, Muslics Konzentration richtete sich voll und ganz auf seine neue Herausforderung FC Schalke 04. Nun könnte es jedoch sein, dass die beiden Bosnier bald für den Tabellenführer der 2. Liga gemeinsame Sache machen.

Unzufrieden in Florenz

Dzekos Plan in Florenz ist bisher überhaupt nicht aufgegangen. Er steckt mit dem Team aus Mittelitalien nicht nur im Abstiegskampf der Serie A, sondern spielt sportlich allenfalls eine Nebenrolle. Dem 39-Jährigen, der im März 40 Jahre alt wird, soll inzwischen die Lust am AC-Abenteuer vergangen sein, insbesondere unter dem Aspekt, dass er seine womöglich letzten Monate als aktiver Profi weder auf einer Ersatzbank noch im Abstiegskampf verbringen möchte.

Dzeko strebt einen sofortigen Wechsel an, mehrere vor allem finanziell interessante Anfragen aus ganz Europa sollen ihm vorliegen. Denkbar, dass er sich für einen Schritt entscheidet, der zwar nicht der lukrativste ist, aber dafür aus einigen anderen Gründen überaus reizvoll.

Gute Argumente

Schalke 04 hat gute Argumente für jemanden wie Dzeko. Für ihn würde sich ein Kreis schließen: Seine Karriere könnte in dem Land ausklingen, in dem für den deutschen Meister von 2009 (mit dem VfL Wolfsburg) einst alles begann. Die Veltins-Arena bietet zudem eine besondere Bühne, die S04-Fans würden Dzeko in den kommenden Wochen auf Händen tragen.

Nebenbei wäre der Bosnier auf Anhieb eine der größten Attraktionen der Liga, wenn nicht sogar die größte. Kein anderer Spieler hat eine Vita, die mit der des Mannes vergleichbar wäre, der schon mit Manchester City und Inter Mailand Titel gewonnen und darüber hinaus für renommierte Klubs wie AS Rom und Fenerbahce gestürmt hat. Für Bosnien-Herzegowina stand er bislang 146-mal auf dem Platz, erzielte dabei durchschnittlich fast in jedem zweiten Spiel ein Tor (72).

Lukrative Aufstiegsprämie

Schlagendes Argument wäre unterm Strich sicher die sportliche Perspektive mit Schalke 04. Ihr inzwischen weiter unten angesiedeltes Gehaltsgefüge würden die Königsblauen auch für Dzeko nicht sprengen, sollte er sie aber zurück ins Oberhaus schießen, könnte man ihm diesen Verdienst mit einer hübschen, schon jetzt vereinbarten Aufstiegsprämie versüßen. Vor einer möglichen WM-Teilnahme im Sommer wäre der Bosnier, der Schalkes Abwehrboss Nikola Katic aus der Nationalelf gut kennt, noch einmal stark im Fokus der Öffentlichkeit.

Den Aufstieg offiziell als Ziel ausgerufen haben die Schalker Spieler und Verantwortlichen zwar auch im neuen Jahr bisher noch nicht, mit der entlarvenden Verpflichtung eines 39-Jährigen für eine Halbserie würden sie aber ein eindeutiges Signal in Bezug auf ihr Saison-Ziel senden.

Null Torchancen gegen Hertha BSC

Dass sie einen Torgaranten wie Dzeko sehr gut gebrauchen könnten, hat der Rückrundenauftakt bei Hertha BSC verdeutlicht. Der FC Schalke 04 konnte sich beim 0:0 keine einzige nennenswerte Torchance erspielen. Dabei hatte Muslic im Vorfeld der Partie noch versucht, seine Stürmer starkzureden, als er von "viel Qualität" im Angriff sprach. Offensivkräfte wie Moussa Sylla, Kenan Karaman und Amin Younes, der in der Startelf stand, waren größtenteils komplett abgemeldet.

Ein ähnliches Schicksal könnte natürlich auch Dzeko im Schalker Trikot ereilen: Das bislang simple System unter Muslic (wenig Ballbesitz, aggressives Pressing, überfallartige Angriffe) ist nicht darauf ausgelegt, die Angreifer über ausgeklügelte Kombinationen und Spielzüge in Szene zu setzen.

Auch das ist mit ein Grund dafür, weshalb einer wie Sylla es in dieser Saison so schwer hat. Nach 16 Treffern in der Vorsaison steht der Mittelstürmer aktuell bei lediglich vier, sein letztes Tor in der Liga gelang ihm im Oktober beim 1:0 gegen Darmstadt 98. Immerhin kann man davon ausgehen, dass Muslic mit viel Nachdruck versuchen würde, das Offensivspiel so gut es geht auf Dzeko zuzuschneiden.