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Sorgenfalten auf der Stirn? Kaya und der Fluch der Drittliga-Torschützenkönige

kicker

Blickt man auf die Historie der Torschützenkönige in der 3. Liga, so lastet beinahe schon ein Fluch auf den Eigentümern der kicker-Torjägerkanone. Ein Überblick, der Wiesbadens Fatih Kaya vielleicht etwas Sorgenfalten auf die schon erhöhte Stirn zaubern dürfte, vielleicht aber auch nur ein Schmunzeln entlockt. Wie die Misere begann ...

Pourié macht den Anfang

Los ging's nach der Saison 2018/19, in der Marvin Pourié den Karlsruher SC zum Aufstieg in die 2. Bundesliga schoss (22 Tore). Dort lief es für den Goalgetter freilich nicht mehr so gut - nach nur zwei Treffern in 16 Zweitliga-Spielen wurde der heute 34-Jährige im Winter in die 3. Liga zu Eintracht Braunschweig verliehen. Seine Bilanz in der 3. Liga kann sich dennoch sehen lassen - 58 Tore in 165 Spielen.

2019/20 schnappte sich ein gewisser Kwasi Okyere Wriedt die kicker-Kanone im Dress der Zweitvertretung von Bayern München (24 Treffer). Die als Meister seinerzeit nicht aufsteigen durfte und im Folgejahr abstieg - aber das ist eine andere Geschichte. Wriedt (31), der zu dieser Saison nach Abwegen wieder in die 3. Liga zurückkehrte und für Alemannia Aachen auf Torejagd geht, wechselte damals zu Willem II Tilburg in die Niederlande. Er brach sich den Mittelfuß und konnte erst Anfang Dezember für seinen Verein tätig werden. Wäre er nur besser in der 3. Liga geblieben. Denn seine Quote dort liest sich mit 36 Toren aus 72 Partien ausgesprochen gut. Vielleicht gut für die Alemannia.

Bär löst die Wampe von Giesing ab

Jetzt wird's kultig. Sascha Mölders trat 2020/21 besonders nachhaltig auf den Plan. Mit 22 Treffern führte er die Münchner Löwen bis auf Platz 4. In der Folgesaison knisterte es zwischen der "Wampe von Giesing" und Trainer Michael Köllner jedoch. Mölders (heute 40) wurde mit lediglich fünf Toren auf seinem Konto nach schwachem Start des Vereins und einer Auseinandersetzung mit dem Coach suspendiert und kam nach dem 18. Spieltag gar nicht mehr zum Einsatz. Es blieb bei 50 Volltreffern in 126 Spielen der dritthöchsten Liga für den Essener, der freilich auch höherklassig wusste, wo das Tor steht.

Marcel Bär lief Mölders 2021/22 den Rang ab und schoss 1860 mit 21 Toren auf - Duplizität der Ereignisse - Abschlussplatz 4. Auch für Bär ging es danach nicht mehr reibungsfrei weiter. Der Norddeutsche brach sich den Mittelfuß, kam danach bei 1860 nicht mehr auf die Beine und wechselte nach der Saison nach Aue. Dort kuriert der 33-Jährige aktuell einen Achillessehnenriss aus und hofft auf weitere Drittliga-Tore (bislang 79 in 253 Spielen).

Für Arslan und Mause klappt es oben nicht

Es riss nicht ab mit den unglücklichen Torschützenkönigen. 2022/23 füllte Ahmet Arslan sein Trefferkonto im Dress von Dynamo Dresden bis auf 25 auf. Der Begehrte wechselte zum 1. FC Magdeburg in die 2. Bundesliga, war dort aber wenig gefragt und kehrte bereits im Winter elbaufwärts auf Leihbasis nach Dresden zurück. Dort blieb Arslan (31) in 13 Spielen torlos und versucht sein Glück nun seit Sommer 2024 bei Rot-Weiss Essen. Auf seinem Tacho stehen vor Saisonbeginn 42 Drittliga-Tore in 132 Einsätzen.

Womit wir bei Jannik Mause wären. 2023/24 als Shooting-Star des FC Ingolstadt Torschützenkönig mit 18 Treffern bester Schütze in der Dritten, wechselte der heute 27-Jährige nach Kaiserslautern, erzielte in zwölf Unterhaus-Spielen kein Tor und wurde im Winter bereits zur SpVgg Greuther Fürth verliehen. Auch im Kleeblatt-Trikot blieb Mause torlos und wurde kaum eingesetzt. Jetzt steht er wieder im FCK-Kader, es bleibt vorerst also bei 18 Toren in 33 Spielen.

Schäffler macht Kaya Hoffnung - Duo sahnte doppelt ab

In der vergangenen Saison hieß der Torschützenkönig Fatih Kaya. 20 Tore genügten zur kicker-Kanone. Was für den gebürtigen Gießener spricht? Der letzte Ligabeste, der auch in der Folgesaison zufrieden sein konnte, war - und da schließt sich der Kreis - ein Wiesbadener: Manuel Schäffler holte sich 2017/18 den Titel des Torschützenkönigs. Im Spieljahr darauf führte Schäffler (36) die hessischen Landeshauptstädter mit 16 Toren zum Aufstieg und traf auch in der 2. Liga satte 19 Mal. In Liga 3 steht er bei 71 Toren in 239 Spielen.

Was übrigens noch keinem Torschützenkönig gelang: den Titel zu verteidigen. Immerhin gibt es zwei Knipser in der 3. Liga, die zweimal auf Platz eins über den Zielstrich kamen: Anton Fink (2009, 2013) und Fabian Klos (2013, 2015). Fink ist übrigens mit 136 Toren in der Historie der 3. Liga der mit Abstand beste Torschütze.