Bereits vor einem Monat machte Sportvorstand Sebastian Harms auf die prekäre Lage und fehlende Sponsoren aufmerksam, wodurch ihm letztlich die Hände bei der Verpflichtung von neuen Akteuren gebunden sind. Daran änderte sich auch im Juli nichts.
Sieben Monate nach der Rettung vor der Insolvenz steckt der VfB Lübeck erneut in großen Schwierigkeiten. Am 26. Juli beginnt die neue Saison in der Regionalliga Nord und aktuell hat der frühere Zweitliga-Klub aus finanziellen Gründen lediglich 15 Spieler unter Vertrag.
"Unser Etat ist im letzten Viertel der Regionalliga", sagte Harms bei einer Mitgliederversammlung des VfB. "Es fällt mir schwer, totalen Optimismus zu verbreiten."
Im vergangenen Dezember hatten die Lübecker durch Spenden, Sponsorengelder und Verzichtserklärungen einen Fehlbetrag von rund einer Million Euro zusammenbekommen und dadurch eine erneute Insolvenz nach 2008 und 2013 im letzten Moment verhindert.
Neuer Fehlbetrag aufgetaucht
Bei der Mitgliederversammlung fällte eine von der Vereinsführung eingesetzte Expertenkommission ein verheerendes Urteil über die Strukturen und eine "chronische, systematische Unterfinanzierung" des Klubs. So konnte erst im März ein neu aufgetauchter Fehlbetrag von weiteren 400.000 Euro nur dadurch gedeckt werden, dass bereits Einnahmen aus der kommenden Saison 2025/26 verplant wurden. Die fehlen nun bei der Zusammenstellung des neuen Kaders.
Aktuell könne man nur Spieler verpflichten, "die noch Geld mitbringen", sagte Vorstandschef Dieter Gudel zugespitzt. Was das konkret bedeutet, erklärte Sportchef Harms: Leisten könne sich der VfB nur noch "Leihspieler, die von ihrem bisherigen Verein bezahlt werden. Spieler, deren Berateragenturen interessiert sind, junge Spieler zu fördern. Junge Spieler aus wohlhabenden Familien", sagte er. Das sei schwer. "Da holt man sich oft eine blutige Nase."
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