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Spielerberater verärgert: FIFA-Prüfsystem streikt

kicker

Es hat etwas von einer never-ending-story, dieser Clinch zwischen der FIFA und den Agenten, seit der Weltverband vor einigen Jahren beschlossen hat, die anno 2014 komplett geopferte Lizenzierung für Spielerberater wieder einzuführen. Grundsätzlich eine begrüßenswerte Idee. Denn es hatte sich in dem daraufhin völlig unregulierten Markt in Teilen ein Wild-West-Prinzip entwickelt, das die berühmt-berüchtigten Kioskbesitzer und Gebrauchtwagenverkäufen anlockte, um in einem glänzenden Markt Millionen zu machen. In manchen Fällen zum Leidwesen der Qualität der Spielerberatung.

Diverse Agenten bieten ihre Dienste für Umgehungen feil

Das Problem: Die FIFA verdribbelte sich in dem Versuch, die Provision der Agenten zu beschneiden und Mehrparteienberatung, die Interessenkonflikte fördern kann, zu beschränken. Herausgekommen ist nach erfolgreichen Klagen von Vermittlern, zuallererst übrigens vor dem Landgericht Dortmund, ein abgespecktes Statut. Immerhin: Formell ist wieder eine Lizenz nötig, wenngleich mehrere, zuletzt durchgezogene Transfers auch in Deutschland den Eindruck erwecken, dass diverse Agenten mit Lizenz ihre Dienste frei feilbieten, um diese Pflicht zu umgehen.

Nun gab es jüngst, am 13. Juni, wieder einen weltweiten Test für Spielervermittler, um diese Lizenz zu ergattern. Doch offenbar versagten die technischen Systeme dahinter, viele eigentlich angemeldete Vermittler konnten nicht in den virtuellen Prüfungsraum eintreten. Nach kicker-Recherchen sind zahlreiche einstweilige Verfügungen gegen die FIFA anhängig. Eine Anfrage, ob die Prüfung wiederholt wird, ließ die Pressestelle des Weltverbandes bis dato unbeantwortet. Was angesichts der nun an Fahrt aufnehmenden Transferphase auf Beraterseite verständlicherweise für Ärger sorgt, weil eine fehlende Lizenz Deals verhindert oder eben "Schattenlizenz-Inhaber" engagiert werden müssen.

Kartellrechtler sehen Offenlegungspraxis als unbedenklich an

Richtig Fahrt kommt ganz offensichtlich nicht in den Versuch, den entfesselten Beratermarkt wieder zu regulieren. So war es beispielsweise einst statuarisch vorgesehen, dass die nationalen Verbände Details zu einzelnen Transaktionen offenlegten, also welche Beratungsagentur bei welchem Deal für welche Partei - abgebender oder aufnehmender Klub respektive Spieler - mandatiert war. Das hatte zumindest für ein wenig Transparenz gesorgt. Auch der DFB hatte dies mehrere Jahre lang getan.

Vergangenes Jahr hatte er diese Praxis plötzlich ruhen lassen mit Verweis darauf, dass das neue Vermittlerreglement ausgesetzt war wegen oben genannter Gerichtsentscheide. Doch Ende 2024 hatte das DFB-Präsidium höchstselbst ein neues Reglement, basierend auf den neuen FIFA-Regeln, in Einklang mit den Vorbehalten des LG Dortmund erlassen. Zur Offenlegungspraxis wieder zurückgehen will der DFB indes nicht, obwohl sowohl Sport- als auch Kartellrechtler dies als unproblematisch mit Blick auf die Gerichtsentscheide erachten, sofern etwa keine Provisionssummen publiziert werden (was ohnehin nie der Fall war).

FA und FIGC legen offen, der DFB verweist auf Datenschutz

Während andere große Verbände wie die englische FA oder die italienische FIGC weiterhin die Transaktionen offenlegen und ihren Regulierungswillen damit untermauern, verweist der DFB auf ein gerne hochgehaltenes Thema: Datenschutz. "Aus Gründen der Datensparsamkeit und im Sinne der geltenden Datenschutzbestimmungen sind wir jedoch angehalten, entsprechend zurückhaltend mit personenbezogenen Daten umzugehen, daher ist es unsere Entscheidung, diese Daten nicht zu publizieren", heißt es beim Verband auf Nachfrage.