Hat der 1. FC Kaiserslautern ein Auswärtsproblem? Der Blick in die entsprechende Statistik sagt: Ja. Rangieren die Roten Teufel in der Heimtabelle auf Rang 1, stehen sie im Auswärtsranking nur auf einem enttäuschenden 11. Platz. Zwar verwies Cheftrainer Torsten Lieberknecht vor dem Gastspiel auf der Bielefelder Alm am Samstag (13 Uhr, LIVE! bei kicker) auf Nuancen, die einem Spiel eine ganz andere Richtung geben könnten und von denen es in den zurückliegenden Auswärtspartien viele gegeben habe. Aber "Fakt ist: Wir haben auswärts den Anspruch, dass wir etwas entwickeln müssen, weil es dazugehört. Wenn du oben im Dunstkreis bleiben und nicht immer unter dem Radar fliegen willst, müssen wir auswärts mehr holen", weiß der 52-Jährige mit Blick auf die Tabelle, in der der FCK aktuell Sechster ist, drei Punkte hinter dem Relegationsrang.
Die nächste Möglichkeit bietet sich am Wochenende in Ostwestfalen. Vor dem dann letzten Auswärtsspiel in diesem Kalenderjahr warnt Lieberknecht aber eindringlich vor dem Gegner. "Es wird darum gehen, die Basics abzurufen, in einem hitzigen Stadion gegen die laufstärkste und sprintstärkste Mannschaft. Sie haben gerade im Spiel auf erste und zweite Bälle sehr hohe Qualität", betont er. Mit Basics meint Lieberknecht vor allem die klassischen Grundtugenden. "Eins-gegen-eins-Duelle, die Zweikampf- und Laufbereitschaft spielt an dem Tag eine ganz große Rolle neben taktischen Inhalten."
Lieberknecht stellt sich vorab allerdings ein Personalpuzzle der besonderen Art. Simon Asta (Kreuzband-Teilriss), Kenny Prince Redondo (Zehverletzung), Ji-Soo Kim (muskuläre Probleme), Mahir Emreli (Adduktoren-Teilabriss) und Ivan Prtajin (Muskelbündelriss im Oberschenkel) fallen aus. Etwas kürzertreten mussten unter der Woche Paul Joly (Zerrung) und Naatan Skyttä (Infekt), Nachwuchsmann Dion Hofmeister - der seinen Vertrag verlängert hat - kämpfte außerdem mit Knieproblemen.
Vor allem bei Joly ("Es sieht relativ ordentlich aus; Wir werden schauen, wie lange es bei ihm geht") und Skyttä dürfte Hoffnung bestehen. Keine Option ist darüber hinaus Mika Haas, der eine Gelb-Sperre absitzt und von Herausforderer Florian Kleinhansl auf der linken Schiene ersetzt werden dürfte.
Kapitalerhöhung und steigende Mitgliederzahlen
Abseits des Sportlichen konnte der 1. FC Kaiserslautern im Zuge seiner Jahreshauptversammlung nicht nur die Verlängerung mit Toptalent Hofmeister als gute Nachricht vermelden. Auch die Mitgliederzahl ist auf inzwischen über 39.000 gewachsen.
In wirtschaftlicher Hinsicht hat der FCK eine seit längerer Zeit genehmigte Kapitalerhöhung der Saar-Pfalz-Invest-Gruppe gezogen und erhält dadurch 7,5 Millionen Euro. Das eingenommene Geld soll zur Stärkung des Eigenkapitals und als Sicherheit für die Zukunft verwendet werden. Im Gegenzug sinkt die Beteiligung des e.V. an der KGaA (Umsatz 2024/25: 58,4 Millionen Euro) auf 40,36 Prozent nach Vereinsangaben, der damit nicht mehr größter Anteilseigner ist. Die Kapitalerhöhung musste jetzt gezogen werden, um sie gemäß der Fristen nicht verfallen zu lassen.
Die im Zuge der Ausgliederung 2018 beschlossene "Fansäule", durch die Anhänger Anteile an der damals neu gegründeten Kapitalgesellschaft hätten erwerben können, wird dagegen weiterhin nicht geöffnet. Wie Vorstandsmitglied Thorsten Lill erklärte, müsse der Verein dafür in Vorfinanzierung gehen, was momentan nicht möglich sei. Die Idee sei aber nicht "verschwunden".
Den e.V. plagen indes noch knapp vier Millionen Euro Schulden, die aus der Insolvenz der Kapitalgesellschaft im Jahr 2020 resultieren. Diese Verbindlichkeiten konnten in den vergangenen Jahren aber Schritt für Schritt schon reduziert werden.