"Wir haben nicht gut gespielt in der ersten Halbzeit", bilanzierte Florian Kohfeldt nach der Partie in Düsseldorf am Sky-Mikrofon. In diesem Zuge kam der Darmstädter Coach schließlich auch zu der Erkenntnis, was letztlich ausschlaggebend für den vierten Sieg in der Saison gewesen war: "eine deutliche Leistungssteigerung in der zweiten Halbzeit", die der 42-Jährige gar als "beste Halbzeit der Saison" betitelte.
Unrecht hatte er damit keinesfalls, hatten die Lilien in der Anfangsphase nach der Pause doch dem Düsseldorfer Druck standgehalten und daraufhin selbst binnen neun Minuten und zwölf Sekunden für klare Verhältnisse gesorgt. Exakt 552 Sekunden nämlich hatte die Kohfeldt-Elf benötigt, um im Anschluss an Hiroki Akiyamas Premierentreffer (65.) in Person von Fabian Nürnberger (67.) und Isac Lidberg (74.) den Endstand zu besorgen.
Lidberg ist nur für seinen Jubel zu kritisieren
Apropos Lidberg: Bereits zum sechsten Mal netzte der Schwede in dieser Saison ein, sodass er sich nach sechs Spieltagen den Spitzenplatz in der Torjägerliste mit Younes Ebnoutalib von der SV Elversberg teilt. Auch mit dem Auftritt des Stürmers konnte Kohfeldt demnach erneut zufrieden sein, in puncto Jubel musste der Trainer seinen Schützling hingegen mit breitem Grinsen "stark kritisieren".
Dass sich Lidberg, der nach eigenen Treffern bis dato stets ein "L" (Initiale des Vornamens der ersten Tochter) geformt hatte, in der Folge der Geburt des zweiten Töchterchens Kelly noch keine neue Geste überlegt hatte, brachte den sonst so sicheren Angreifer in Erklärungsnot: "Ich brauche einen neuen Jubel, aber ich weiß nicht, was ich tun soll. Ich muss mir etwas einfallen lassen."
Kohfeldt ist kein "Tabellen-Trainer"
Auf ihren 13 Punkten aus den ersten sechs Partien und der damit einhergehenden Tabellenführung wollen sich die Darmstädter nun selbstredend nicht ausruhen, zumal Kohfeldt "Fußball-Trainer und nicht Tabellen-Trainer" sei. Auch dem Vorschlag des Reporters, die Tabelle als Kniff in der Kabine aufzuhängen, wird der Lilien-Coach nicht folgen: "Ich habe mit zwölf aufgehört mit der kicker-Stecktabelle, deshalb brauche ich die jetzt nicht mehr."
Der eine oder andere SVD-Anhänger hätte indes gewiss nichts dagegen, das Lilien-Logo auch nach dem kommenden Spieltag an der Spitze stecken lassen zu können. Zunächst aber muss Darmstadt am Freitag (18.30 Uhr) zu Hause gegen Dynamo Dresden bestehen, das jüngst ein 2:2 gegen Aufstiegsaspirant Hannover erzwang und aus Sicht von Kohfeldt über eine "herausragende Mannschaft" verfügt.