Am Dienstag hatte Dynamo die sofortige Trennung von David Fischer, dem Geschäftsführer Kommunikation, mitgeteilt. Ein Thema, das in Dresden in den vergangenen Tagen omnipräsent war und das auch bei der Pressekonferenz vor dem Spiel wieder behandelt wurde. Durchaus betroffen vom Aus Fischers zeigte sich insbesondere Dynamo-Trainer Thomas Stamm, der unter anderem unter der Leistung von Fischer vor anderthalb Jahren verpflichtet worden war.
"Gut und schön wäre es gewesen, wenn man den gemeinsamen Weg hätte fortsetzen können", sagte Stamm, dessen Worte vor allem mit Blick auf die Ausrichtung des Vereins gewählt waren. Zwar weiß auch Stamm über die Problematiken, die letztlich zu Fischers Aus geführt haben - insbesondere das Tischtuch zwischen Fischer und der aktiven Fanszene galt zuletzt als zerschnitten. Aber, so Stamm: "In jeder Ehe ist es so, dass es nicht immer Friede, Freude, Eierkuchen ist - in jeder Firma ist das so, in jedem Verein ist das so."
Dass es der Verein nicht hinbekommen hat, diese Probleme zu lösen und "gemeinsam einen Weg einzuschlagen und den über zwei, drei Jahre zu gehen, das ist eigentlich das enttäuschendste." Stamm bezeichnete das Resultat nun als eine "klare Niederlage für uns alle in diesem Verein". Der Aspekt Kontinuität liegt ihm dabei besonders am Herzen. "Das war mein oberstes Ziel. Vielleicht war der Aufstieg mit das einfachste, was wir die letzten Monate erreicht haben. Und mit das schwierigste haben wir leider nicht erreicht - nämlich Kontinuität und Stabilität reinzubekommen in den Verein."
Mit Blick auf die kommenden Wochen stehen neben dem Sportlichen in Elbflorenz nun auch wieder Themen auf der Geschäftsebene an, die für Stamm kontraproduktiv sind. "Das ist nicht im Sinne des Vereins, wenn wir erfolgreich sein wollen."
Duell gegen Hannover "kann ein tolles Fußballspiel werden"
Den Fokus muss Stamm nun für ein paar Tage aber erst einmal auf den Sonntag richten, wo seine Elf auf dem Platz von Hannover 96 herausgefordert wird. Kann ein Heimsieg womöglich von der momentanen Themenlage ablenken? "Ein Sieg hilft nur kurzfristig", so Stamm. "Das sind zwei, drei Tage, wo der Sport im Fokus steht. Wir haben ein paar Aufgaben, die wir zu lösen haben in den kommenden Wochen. Siege tun immer gut, aber sie lösen das Problem und die kommenden Aufgaben nicht."
Nichtsdestotrotz blickt er Sonntag optimistisch entgegen. Seine Elf habe er unter der Woche trotz der Nebengeräusche "sehr klar" erlebt. "Ich hatte nullkommanull das Gefühl, dass das richtig großen Einfluss darauf hat, wie wir trainieren." Stamm freut sich stattdessen auf das Duell mit dem Tabellenführer, in dem Wissen, dass eine "unglaubliche Qualität auf uns zukommt, mit und gegen den Ball", die immer wieder Lösungen findet und sehr ballsichere Spieler hat, "sodass wir auch mal aushalten müssen, ob hohes oder tiefes Pressing, dass wir nicht in die Balleroberung kommen." Vor allem auch wegen des Vertrauens in sein Team ist sich Stamm sicher: "Das kann ein tolles Fußballspiel werden."