Stammkräfte sind begehrt
Der KSV Hessen Kassel hat nach einer sensationell verlaufenen Rückrunde die Kirsche auf der Torte verpasst. Am Samstagabend verlor der Südwest-Regionalligist im Hessenpokal-Finale mit viel Pech gegen den Drittligisten SV Wehen Wiesbaden mit 5:6 nach Elfmeterschießen und verpasste damit den Einzug in die erste Hauptrunde des DFB-Pokals. Ausgerechnet der zweitligaerfahrene Yannick Stark war der Pechvogel und scheitere mit dem entscheidenden Elfmeter. Kassel war lange Zeit das bessere Team und hatte Pech mit zwei Lattentreffern.
Die Einnahmen aus der DFB-Pokal wären für die Nordhessen eminent wichtig gewesen. Der KSV hat noch immer keinen Hauptsponsor und die mehr als 200.000 Euro als Garantiesumme hätten der nicht üppig gefüllten Vereinskasse mehr als gut getan.
„Er hat ein gutes Angebot von uns, und ich hoffe, dass er bleibt.“ (Kassels Geschäftsführer Sören Gonther über Jan Dahlke)
Viele Verträge laufen aus, darunter die von Leistungsträgern wie Jan Dahlke, der mit Kickers Offenbach in Verbindung gebracht wird. Ein Abgang des Torjägers würde dem KSV sehr weh tun. Dahlke erzielte nach seiner Verpflichtung in der Winterpause in zwölf Spielen zwölf Treffer und hatte damit einen erheblichen Anteil am Klassenerhalt. "Stürmer, die treffen, werden immer gesucht. Aber er hat ein gutes Angebot von uns, und ich hoffe, dass er bleibt ', betont Geschäftsführer Sören Gonther. Auch Innenverteidiger Maurice Springfeld, Mittelfeldspieler Marco Hingerl und Stürmer Nikos Zografakis haben noch kein Arbeitspapier für die kommende Spielzeit, sind aber aufgrund ihrer starken Leistungen für andere Vereine interessant.
Verlängert wurden inzwischen die Verträge von Mittelfeldspieler Adrian Bravo Sanchez, Linksverteidiger Tobias Boche und Defensivspezialist Tyron Duah. Alle drei waren Garanten für den Aufschwung der letzten Monate. Auch Trainer René Klingbeil bleibt dem KSV erhalten und hat einen Vertrag bis 2026 unterschrieben. "René hat unserer Mannschaft neues Selbstvertrauen gegeben. Mit seiner offenen Art passt er einfach perfekt zum Verein", erklärt Gonther.
Die Entwicklung mit Klingbeil war in den letzten Monaten in der Tat atemberaubend: In der Winterpause lag Kassel mit 15 Punkten aus 20 Spielen abgeschlagen auf dem vorletzten Tabellenplatz. Dann begann das unfassbare Fußballmärchen: Mit 32 Punkten aus den 14 Partien dieses Jahres holte der KSV die meisten Punkte in diesem Kalenderjahr.
Aber nicht nur die Zahlen stimmten: Die Mannschaft zeigte trotz der Abstiegsgefahr richtig guten Fußball. So auch im Hessenpokalfinale, in dem der Regionalligist auch spielerisch phasenweise stärker war. "Was die Jungs geleistet haben, ist besonders. Ich glaube, darüber wird man in Kassel in 25 Jahren noch sprechen.", sagt Klingbeil voller Stolz. Er entwickelte die Mannschaft von einem Abstiegskandidaten zu einem Spitzenteam. Nun geht es darum, diese Mannschaft zusammenhalten zu können. Die verpasste Qualifikation zum DFB-Pokal tut dabei richtig weh.