Seine "soziale Batterie" war dann schon ziemlich aufgebraucht, wie Amos Pieper zum Ende des elftägigen Trainingslagers im Zillertal ausführte. "Wunderschön" sei es zwar gewesen, dass jede Trainingseinheit von vielen Werder-Fans begleitet wurde: "Das macht diesen Verein ja auch aus."
Und dann kam zu den Begegnungen mit dem Anhang (auch wetterbedingt) noch viel gemeinsame Zeit mit seinen Mitspielern im Teamhotel dazu. "Ich hätte gedacht, es wird schlimmer", erklärte Pieper: "Aber dieser Lagerkoller kam irgendwie nicht so auf."
Trotzdem war der 27-Jährige letztlich froh, das Wochenende "ganz entspannt" mit seiner Freundin zu verbringen, sich zu erholen: "Denn ab Montag geht es dann ja wieder weiter - und dann wird es wichtig und irgendwann entscheidend."
Pieper: "Wir sind noch nicht da, wo wir sein wollen"
Zwei Wochen vor dem Pflichtspielstart im DFB-Pokal bei Zweitligist Arminia Bielefeld hat die Doppel-Niederlage gegen 1899 Hoffenheim zumindest offengelegt, dass "wir noch nicht da sind, wo wir sein wollen", so Pieper: "Es war zu viel nicht gut gegen eine Bundesliga-Mannschaft."
Der Innenverteidiger lobte zwar das Bremer Aufbauspiel, "wir kommen zu vielen klaren Abschlüssen, aber wir lassen auch zu viel zu", sagte er - und bemängelte damit konkret fehlende Intensität und zu große Abstände bei der Abstimmung. So seien eigentlich in beide Richtungen noch höhere Ergebnisse möglich gewesen als letztlich bei der 0:1-, sowie 0:3-Niederlage.
Piepers kritische Sicht auf die Dinge belegt zugleich, dass er sich nicht so leicht zufriedengibt - auch hinsichtlich seiner persönlichen Aussichten. Gegen Hoffenheim gehörte er nicht zur Bremer A-Elf, Niklas Stark erhielt neben Kapitän Marco Friedl den Vorzug.
Pieper vermeidet Startelf-Gedanken: "Das bremst"
Ein Fingerzeig also, in Sachen Werder-Stammelf? Pieper verwies daraufhin amüsiert auf das erste Testspiel im Trainingslager gegen Parma Calcio: "Da habe ich dann ja von Beginn an gespielt", entgegnete er den Reportern: "Aber wenn ihr das so deuten wollt, macht das gerne."
Wer seine Startelf-Chancen wie einschätzt, so Pieper weiter, "das ist dem Trainer ganz egal - sondern der guckt sich die Leistung an. Und wer es gut gemacht hat, der spielt." Dass der Verteidiger die Ambition hat, zum Start bei Ex-Klub Bielefeld "auf dem Platz zu stehen", betonte er: "Dafür tue ich alles."
Dieses Ziel sollte ja "jeder" im Bremer Kader haben - doch sich permanent damit zu beschäftigen, sich gedanklich auszurechnen, ob es reicht oder nicht, darauf verzichtet Pieper bewusst: "Das bremst."