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Steffen über die Werder-Flaute: "Das Toreschießen werden wir auch noch lernen"

kicker

Aus Bremens Trainingslager in Zell am Ziller berichtet Tim Lüddecke

0:1 und 0:3 über zweimal 90 Minuten gegen Ligakonkurrent 1899 Hoffenheim: Damit blieb der SV Werder Bremen während seines elftägigen Trainingslagers im Zillertal ohne Sieg - und letztlich auch ohne eigenen Treffer. Am vergangenen Samstag hatte das vorherige Testspiel gegen Parma Calcio über zweimal 60 Minuten bereits mit 0:0 geendet, das macht in Summe eine 300-Minuten-Flaute.

Horst Steffen ordnete insbesondere den ersten Auftritt gegen Hoffenheim zum Abschluss der Zeit in Österreich zumindest besser ein als noch gegen den Serie-A-Klub: "Die Abläufe kamen besser durch, die Spielzüge wurden schon ersichtlicher als im letzten Spiel. Wir haben unsere Abschlüsse nicht verwertet, hatten aber genügend, um ein Tor zu machen".

Deshalb versuchte der Bremer Cheftrainer in dieser Hinsicht zumindest Optimismus auszustrahlen: "Heute waren die Angriffe so, dass ich sage, das war gut vorgetragen. Und das Toreschießen werden wir auch noch lernen."

Covic schon bundesligareif? "Die Gedanken sind da"

Dafür nicht zuständig war bei der 0:1-Niederlage der Bremer A-Elf diesmal jedenfalls Keke Topp, für den Justin Njinmah ins Sturmzentrum rückte: Der 18-jährige Patrice Covic rutschte dadurch auf der linken Außenbahn in die Startelf, konnte einmal mehr durchaus für sich werben.

Auch Steffen lobte ("Er hat das bisher sehr ordentlich gemacht, sodass er sich das auch verdient hat, mal die ersten 90 Minuten aufzulaufen") - und stellte gar dessen Bundesliga-Debüt in Aussicht: "Die Gedanken sind zumindest da und wir werden sehen, wie er sich weiter präsentiert."

Den Test mit Njinmah erklärte der 56-Jährige indes mit dessen Tempo: "Da war die Hoffnung, dass er immer wieder in die Schnittstelle laufen kann, dass wir über Kontersituationen noch was lösen können, wo er dann Vorteile hat." Doch in genau diese Situationen kam der 24-Jährige nur äußerst vereinzelt.

Zwei ungenutzte Riesenchancen von Njinmah

Hoffenheim hatte nach einer Auftaktchance zur Führung und mit der aktiveren Spielanlage zunächst besser ins Geschehen gefunden. Zwei Möglichkeiten für Werder durch Bittencourt (links vorbei, 13.) und nach einem Wöber-Kopfball (14.) folgte die TSG-Führung nach einer Kramaric-Ecke: Koki Machida traf per Kopf (19.).

Anschließend erspielten sich die Bremer ein zwischenzeitliches Übergewicht, belegt von zwei Covic-Chancen: erst im Eins-gegen-Eins gegen Baumann (30.), kurz darauf bei einem zentralen Abschluss über das Tor. Zudem klärte Hoffenheims Bernardo in höchster Not am Fünfmeterraum gegen Schmid (36.); anschließend zielte Grüll drüber (37.).

In der zweiten Spielhälfte hätte André Kramaric zweimal für das 2:0 sorgen können (59., 61.). Dann ergaben sich weitere Großchancen: Njinmah verzog erstmals beim Gegenangriff vor Oliver Baumann (61.), auf der anderen Seite scheiterte Leon Avdullahu an Werder-Keeper Michael Zetterer (63.) - Njinmah vergab letztlich wiederum völlig frei nach Schmid-Querleger die Riesenchance zum Ausgleich (78.).

Verstärkung für den Angriff soll "möglichst bald" folgen

Die Option mit Njinmah im Zentrum wollte Steffen jedenfalls mal "ausprobiert haben", so der Coach: "Und wer weiß, vielleicht wird das irgendwann auch mal eine Idee für die Meisterschaft." Andererseits wurde einmal mehr ersichtlich, dass Werder auf dieser Position dringend Bedarf hat.

Schnellstmöglich zudem, wie auch Steffen wiederholt andeutete: "Ich habe ja schon immer gesagt: 'Gestern' wäre mir am liebsten, aber das hat nicht funktioniert. Insofern hoffe ich, dass es möglichst bald eben auch etwas zu berichten ist." Werder arbeitet nach wie vor an der Rückholaktion von André Silva. Zumal Topp in der zweiten Partie (0:3) einmal mehr äußerst unglücklich agierte.

Topp scheitert dreimal

Zu Beginn musste Mio Backhaus erst doppelt retten, gegen Muhammed Damar und Gift Orban (14.). Julian Malatini hatte für Werder die Riesenchance zum 1:0 auf dem Fuß, verzog völlig (18.). Nach einem weiteren Damar-Abschluss (19.) scheiterte Topp zweimal aus zwei Metern (21.) - genauso wie später erneut an TSG-Keeper Luca Philipp.

Orban traf dann den Pfosten (31.), eröffnete den zweiten Durchgang jedoch unmittelbar mit dem Führungstreffer per Kopf nach einer Drexler-Flanke (46.). Wouter Burger erhöhte kurz darauf auf 2:0 (51.) - Topp indes scheiterte zum dritten Mal an Philipp (64.).

In der Schlussphase zielte Alexander Prass rechts vorbei (79.), kurz darauf machte er es nach Bebou-Vorarbeit besser, traf zum 3:0-Endstand (85.) - Backhaus verhinderte gegen den Österreicher noch das 0:4 aus Bremer Sicht. Aufgrund eines Deman-Handspiels bekam auch Damar noch eine weitere Chance von Elfmeterpunkt, sein Panenka-Versuch flog allerdings über das Tor.