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Thioune: "Wir sind unzufrieden mit der sportlichen Umsetzung"

kicker

Den Fehlstart mit 1:7-Toren aus den ersten beiden Liga-Spielen hat F95 erfolgreich abgeschüttelt. Nach dem Pokal-Weiterkommen in Schweinfurt folgten ein Auswärtssieg in Paderborn und ein torloses Remis gegen den Karlsruher SC. Beim jüngsten Sieg in Münster stimmte zwar erneut das Ergebnis - mehr aber auch nicht.

"Wir sind mit dem ergebnistechnischen zufrieden", sagte Thioune am Freitag auf der Pressekonferenz. "Aber mit dem Ganzen halt nicht." Den zwischenzeitlichen 0:1-Rückstand beim SC Preußen hatten die Düsseldorfer innerhalb weniger Minuten gedreht und sich für einen besseren zweiten Durchgang belohnt.

Zuvor war Thioune während der Pause lange Zeit auf der Trainerbank gesessen und hatte sich mit seinen Co-Trainern über das weitere Vorgehen beraten. "Ich bin neulich mal gefragt worden, warum wir jetzt besonders lange draußen saßen. Das ist relativ einfach: Münster hat keine Trainerkabine, wo man mal in Ruhe reden kann, und es ist nichts, was wir nicht schon seit dreieinhalb Jahren machen", antwortete der 51-Jährige.

Das akribische In-Sich-Gehen lohnte sich. "Wir hatten Probleme, unsere Performance so auf den Platz zu bringen, dass sie inhaltlich gut ist. Wir haben es aber geschafft, dass sie ergebnistechnisch gut ist." Thioune macht keinen Hehl aus seiner Unzufriedenheit mit dem Düsseldorfer Spiel, sondern spricht die Probleme vielmehr offen an.

Thioune brüllt in jeder Gemütslage

"Wir sind im Findungsprozess noch nicht da angekommen, wo wir uns das wünschen würden. Die Ausgewogenheit und Balance ist in den letzten Wochen auf wenige Momente reduziert gewesen." Auch im Training scheint Düsseldorf noch nicht da angekommen, wo der ambitionierte Zweitligist gerne hin würde. Thioune wurde unter der Woche des Öfteren laut, hier und da schlugen einzelne Spieler Bälle durch die Gegend und taten ihren Unmut über die aktuelle Situation kund.

Auch das ist für Thioune nichts, was zwangsläufig beunruhigen muss, sondern eher etwas, dass im Fußballgeschäft völlig normal ist. "Ich brülle auf dem Platz rum, wenn es gut läuft und wenn ich einfach unzufrieden bin. Wenn mein Torhüter einen Ball reinbekommt, der zu verteidigen war, gestehe ich ihm zu, dass er den Ball dann auch mal aufs Stadiondach schießt. Dass wir in dieser Situation nicht zufrieden sein können, ist doch völlig normal. Sie haben gesagt, ich unterbreche und erkläre auch mal was. Das mache ich seitdem ich hier bin und Trainer bin, das steht irgendwo auch im Kleingedruckten."

Und wenn die Vorgaben nicht umgesetzt werden, könne es "dann auch so laut werden, wie es jetzt war". "Herzlich Willkommen im Profifußball - das werden Sie bei jedem Verein finden. Das ist völlig ereignisunabhängig. Wir können uns alle streicheln nach einem Sieg, aber das tun wir nicht. Wir sind unzufrieden mit der aktuellen sportlichen Umsetzung, dafür mit den Ergebnissen maximal glücklich."

Die Haltung entscheidet

Für das am Sonntag stattfindende Heimspiel gegen Darmstadt (13.30 Uhr, LIVE! bei kicker) "ist es erstmal wichtig, dass wir auf der Anzeigetafel wieder stattfinden". Vor heimischer Kulisse ist F95 in dieser Saison nämlich noch kein einziges Tor gelungen, im dritten Heimspiel soll der Knoten platzen. "Wir sind als Mannschaft gefordert, dem Publikum mehr zu geben als es in den letzten 180 Minuten der Fall war. Wir dürfen uns inhaltlich nicht so ein Bild wie letzte Woche in Münster erlauben."

Wie das gelingen soll, weiß Thioune ebenfalls: "Eine Grundbasis, um dieses Stadion wieder zu entfachen, liegt im energetischen Bereich. Man kann gierig offensiv agieren und deutlich stärker und stabiler sein als wir."

Es geht um Haltung, um die Herangehensweise und weniger darum, "in welcher Formation wir spielen".