Mit einem sehenswerten Treffer und konzentrierter Defensivarbeit hat der SV Wehen Wiesbaden am vergangenen Spieltag 1:0 in Osnabrück gewonnen. Bei den defensiv starken Niedersachsen gelang dem SVWW damit der zweite Sieg in Serie - und das durch ein Traumtor von Fatih Kaya, der die Kugel noch vor der Pause einfach aus der Distanz ins Tor gejagt hatte. Schon der zweite sehenswerte Distanztreffer der Hessen, in der Vorwoche hatte Nikolas Agrafiotis gegen Aue (3:1) ein Traumtor erzielt.
Beides ist sinnbildlich für die neue Herangehensweise unter Daniel Scherning, der seit drei Spielen Cheftrainer ist. "Vor meiner Zeit war es oft zu kompliziert in Richtung gegnerisches Tor. Wir haben zu oft noch Haken gemacht, zu oft versucht, Mitspieler einzusetzen", sagt der gebürtige Paderborner. "Wir haben gesagt: Nur wenn wir schießen, können wir auch Tore erzielen. In den ersten beiden Spielen - vor allem in Mannheim (0:1, Anm. d. Red.), aber auch gegen Aue - haben wir das mit einer hohen Anzahl an Torschüssen und Torchancen sehr gut umgesetzt."
Die beiden Traumtoren seien letztlich gefallen, "weil sich die Jungs getraut haben", betonte Scherning im vereinseigenen Video-Kanal Studio 26. "Sie haben die individuelle Qualität für solche Momente - in der Box, aber auch um die Box herum."
Scherning verlangt "eine mutigere Spielweise mit Ball"
Darauf dürfte es auch am Sonntag (13.30 Uhr, LIVE! bei kicker) ankommen, wenn Wiesbaden den FC Energie Cottbus empfängt. Die Lausitzer sind als Tabellenführer in den Spieltag gegangen (Scherning: "Die Top-Mannschaft der Liga, vielleicht der Aufstiegsfavorit dieser Liga") und stellen mit 39 Toren die beste Offensive.
"Vor allem in der zweiten Halbzeit haben sie mit 25 Toren eine Vielzahl ihrer Tore gemacht", warnt Scherning, der sein Team hingegen nicht alleine auf die Defensive reduzieren will: "Wir können verteidigen und werden das auch müssen. Aber wir können auch Gegner bespielen." Er erwartet von seiner Mannschaft entsprechend ein intensives Spiel, "wir brauchen aber auch eine mutigere Spielweise mit Ball als gegen Osnabrück. Das ist die Basis, um gegen Cottbus zu gewinnen."
Was den Kader betrifft, muss Wiesbadens Trainer neben den Langzeitverletzten auch noch auf Agrafiotis (5. Gelbe Karte) verzichten. Felix Luckeneder ist nach seinem Jochbeinbruch zwar wieder teilweise im Training, "aber das Spiel kommt noch zu früh", so Scherning.