Angreifer will 2. Liga verlassen
So richtig kann Nicolo Tresoldi seine Rolle in der U 21 noch nicht einordnen. Der in Hannover gesetzte Mittelstürmer muss in der DFB-Auswahl um seinen Platz kämpfen und wird sich im Zweifelsfall hinten anstellen müssen. Das wird auch davon abhängen, welche Rolle Nationaltrainer Antonio Di Salvo für den derzeit noch bei der A-Mannschaft weilenden Nick Woltemade vorsieht, ganz vorne drin oder eher dahinter und drumherum.
"Nick hat keine so schlechte Saison gespielt, beim letzten Test gegen Spanien hat er auf der 9 gespielt und drei Tore geschossen", weiß Tresoldi, damit könnte alles gesagt sein. Zudem steht mit dem ebenfalls großgewachsenen Nelson Weiper ein weiterer zentraler Angreifer im aktuelle Aufgebot, aber auch der Mainzer hat im Klub zuletzt eher um Mittelstürmer Jonathan Burkardt herum gespielt.
Tresoldi möchte höher spielen
Tresoldi muss und wird es nehmen, wie es kommt. "Das ist mein erstes Turnier, etwas ganz Besonderes", freut sich der 20-Jährige. "Ich möchte das Ganze genießen, ob das am Ende 90 oder 60 oder 10 Minuten sind, ich werde immer alles geben und versuchen, Tore zu schießen."
Auf Di Salvos Rückendeckung kann er bauen. "Ich weiß, dass er mich sehr schätzt und viel von mir hält, ich versuche, das zurückzugeben. Wir sind ständig in Kontakt, immer wenn ich ein Tor geschossen habe, hat er mir eine Nachricht geschickt, das ist schon was Besonderes", verrät der in Cagliari auf Sizilien geborene Deutsch-Italiener, der zwar bester Torschütze der 96er war, aber mit seinen sieben Saisontoren auch keine Bäume ausriss, "es hätten mehr Tore sein können, aber die Saison war schon ganz okay."
Es soll die letzte Zweitligasaison für Tresoldi gewesen sein, der nächste Karriereschritt soll den Angreifer in diesem Sommer in die Erstklassigkeit führen - wo auch immer. Bereits in der vergangenen Transferperiode hatte nicht viel gefehlt. "Im Winter war es schon sehr knapp mit Frankfurt", verrät Tresoldi, was seinerzeit nur gemutmaßt worden war, "jetzt kamen auch andere Vereine".
Tresoldi: "Es gibt eine Tendenz"
Die Eintracht hatte damals Tresoldi mit dem nach Hannover verliehenen Jessic Ngankam verrechnen wollen, doch der hat sich mittlerweile schwer verletzt und fällt länger aus. Zudem performte auch Tresoldi in der Rückrunde nicht mehr so zuverlässig und überzeugend. Dennoch wird das Talent etwa mit dem Hamburger SV oder auch mit dem FC Brügge aus Belgien in Verbindung gebracht. Der noch bis 2026 gebundene Tresoldi könnte Hannover also noch einige Millionen in die Kasse spülen.
"Es ist das Ziel jedes Spielers, irgendwann erstklassig zu spielen. Wir werden sehen, ich will noch nicht viel sagen, es gibt eine Tendenz, aber das werden wir in den nächsten Wochen rausfinden", gibt Tresoldi eine klare Richtung vor und möchte die U-21-EM in der Slowakei auch zur Eigenwerbung nutzen, "ich möchte mich auf die EM konzentrieren, was danach passiert, wird man sehen. Ich möchte so gut wie möglich spielen, ich hoffe, dass es schon ein Schaufenster sein kann." In welcher Rolle auch immer.