Zerrüttetes Verhältnis zum Team
Die Trennung von Antwerpen kommt angesichts seiner sportlichen Erfolge beim VfL Osnabrück durchaus überraschend. Mit 39 Punkten aus 26 Spielen hatte der 53-Jährige die Lila-Weißen aus der Abstiegszone der 3. Liga und schließlich zum Klassenerhalt geführt.
Zuletzt hatte der VfL jedoch drei Pflichtspiele in Serie verloren. In der Liga in Essen und gegen Verl sowie im Landespokal Niedersachsen im Finale zu Hause gegen den Regionalligisten Blau-Weiß Lohne. Diese Niederlage wiegt besonders schwer, weil Osnabrück dadurch den Einzug in den DFB-Pokal verpasste. Die Neue Osnabrücker Zeitung hatte kürzlich von "massiven atmosphärischen Störungen zwischen dem Trainer und weiten Teilen der Mannschaft berichtet". Neben Antwerpen wurde auch dessen Co-Trainer Frank Döpper freigestellt.
Welling: "Strukturell und personell neu ausrichten"
"Angesichts der Ereignisse in dieser Saison - angefangen bei der katastrophalen Hinrunde, über zwei Trainerwechsel, der Trennung vom Geschäftsführer Sport sowie weiteren personellen Veränderungen im Lizenzbereich, bis hin zu den sportlichen Leistungen nach dem Klassenerhalt, der verpassten Qualifikation für den DFB-Pokal und der Gesamtentwicklung in den vergangenen Wochen und Tagen - ist eindeutig, dass wir uns im sportlichen Bereich grundsätzlich strukturell und personell neu ausrichten müssen. Insbesondere im Lichte der letzten Tage und Wochen steht für uns fest, dass wir uns von Cheftrainer Marco Antwerpen und Co-Trainer Frank Döpper trennen. Darüber herrscht nach intensiven Gesprächen zwischen Aufsichtsratsvertretern, Beirat und Geschäftsführung, insbesondere in den letzten Tagen, Einigkeit", wird VfL-Geschäftsführer Dr. Michael Welling auf der Vereinswebsite zitiert.
Der Beiratsvorsitzende Holger Elixmann kommentierte die Entlassung ebenfalls: "In der Analyse insgesamt, aber insbesondere der letzten Tage, ist die Trennung von Marco Antwerpen und Frank Döpper der einzig richtige Schritt." Der Verein machte noch keine Angaben darüber, mit wem es jetzt auf der Trainerposition weitergehen soll.
Antwerpens Trainerkarriere führte über Rot-Weiss Ahlen, Viktoria Köln, Preußen Münster, Eintracht Braunschweig, die Würzburger Kickers, den 1. FC Kaiserslautern und Waldhof Mannheim im vergangenen Dezember an die Bremer Brücke nach Osnabrück.