Dass der Sieg von United im Manchester-Derby gegen City hochverdient war, ließ sich schon allein an den Toren ablesen, die gar nicht zählten. Amad (34.), Bruno Fernandes (41.) und spät Mason Mount (90.+2) bejubelten allesamt Treffer, die nach VAR-Eingriff wegen Abseitspositionen nicht zählen sollten.
Zudem trafen die Red Devils gleich doppelt das Aluminium (Maguire, 3., Amad, 90.) - und doch stand am Ende ein 2:0 auf der Anzeigetafel. Weil gegen die Treffer von Bryan Mbeumo (65.) und Patrick Dorgu (77.) dann auch der Video-Assistent nichts einzuwenden hatte.
Carrick wusste: "Die Jungs sind gut drauf"
"Das ist ein richtig guter Start, da gibt’s keine zwei Meinungen. Ehrlich gesagt haben wir Trainer vor dem Spiel zusammengesessen und gesagt: Die Jungs sind gut drauf. Wir waren zufrieden mit den Tagen davor, mit der Vorbereitung. Das hat sich gut angefühlt vor dem Spiel", zeigte sich Uniteds neuer Trainer Michael Carrick - nach der Trennung von Ruben Amorim bis Sommer im Amt - wenig überrascht von der guten Leistung seiner Elf.
"Aber klar, City ist eine überragende Mannschaft, brutal viel Qualität, die können wechseln, umstellen, alles", so der 44-Jährige. "Du hast einen Plan, und dann brauchst du schnell Plan B und C und musst dich anpassen. Du weißt nie genau, wie so ein Spiel läuft. Aber dass es dann so aufgegangen ist - die Jungs waren heute einfach stark, in ganz vielen Bereichen."
„Die Jungs sind mit einem unglaublichen Hunger aus der Kabine gekommen.“ (Michael Carrick)
Beim über weite Strecken überzeugenden Auftritt der Red Devils zog im Mittelfeld Bruno Fernandes die Fäden ("Er hat den Unterschied gemacht"), es lag aber auch besonders an der kompakten Defensive der Gastgeber, dass die mit phasenweise 70 Prozent Ballbesitz agierenden Citizens kaum Torgefahr ausstrahlten. Casemiro und Kobbie Mainoo hielten auf der Sechs die Räume dicht, in der Innenverteidigung ragte Harry Maguire heraus. Und von den Rängen peitschte der ManUnited-Anhang, zuletzt oft verstimmt ob der mauen Leistungen des Rekordmeisters, die Carrick-Elf nach vorne.
Das wusste auch der neue Trainer zu schätzen: "Wir haben das definitiv aufgesogen. Die Jungs sind mit einem unglaublichen Hunger aus der Kabine gekommen, unbedingt ein gutes Spiel abzuliefern", schwärmte Carrick. "Ich hab mir fast gedacht: Hoffentlich sind sie nicht zu heiß, dass die Emotionen die Entscheidungen beeinflussen und man nur aus dem Bauch heraus spielt. Aber ich finde, sie haben da genau die richtige Balance gefunden. Und die Fans waren überragend."
Guardiola bedient: "Sie waren einfach besser"
Auf der Gegenseite machte auch City-Coach Pep Guardiola die Ränge mitverantwortlich für den beeindruckenden Auftritt der kriselnden Gastgeber: "Sie haben einen neuen Trainer, sie hatten die Energie für das Derby, die wir nicht hatten", monierte der Spanier. "Es war keine schlechte Leistung. Wir haben das Ergebnis nicht bekommen. Das passiert. Es war ein Fußballspiel, und sie waren einfach besser."
United schob sich durch den Sieg wieder nah an die CL-Ränge heran (nur noch ein Zähler auf den viertplatzierten FC Liverpool), während die Skyblues sich gleich doppelt ärgern müssen: Ließ doch Spitzenreiter Arsenal beim 0:0 in Nottingham Punkte liegen, mit einem Dreier hätte City sich also wieder im Titelrennen anmelden können. Stattdessen wuchs das Polster der Gunners sogar auf nun sieben Punkte an.