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Uzun und der DFB: "Macht keinen Sinn, dieses Fass noch mal aufzumachen"

kicker

Spieltag für Spieltag führt Can Uzun derzeit Bundestrainer Julian Nagelsmann vor Augen, worauf er verzichten muss. Dass sich der Bundesliga-Shootingstar von Eintracht Frankfurt im Frühjahr 2024 gegen die deutsche und für die türkische Nationalmannschaft entschieden hat, macht die DFB-Verantwortlichen auch heute noch wehmütig.

"Dass er jetzt so eine Karriere macht, wie man Woche für Woche im Fernsehen sehen kann - ein kleines Tränchen im Auge habe ich dann schon, wenn ich ehrlich bin", offenbarte Sportdirektor Rudi Völler bei der Deutschland-Premiere einer Dokumentation über sein Leben. "Weil wir uns genau das erhofft haben. Er ist ein wunderbarer Kicker."

Mit fünf Toren und drei Assists liegt Uzun nach fünf Spieltagen sowohl in der Torjäger- als auch in der Scorerliste auf dem zweiten Platz hinter Bayern-Angreifer Harry Kane (zehn Tore, vier Assists). Auch beim Champions-League-Debüt, dem 5:1 über Galatasaray, traf er prompt. Für die Türkei lief der 19-Jährige bislang dreimal auf, womit er zumindest den Statuten nach noch nicht festgespielt ist. Dafür sind bei Spielern unter 21 vier Einsätze oder die Teilnahme an einer WM oder EM nötig.

"Es macht keinen Sinn, dieses Fass noch einmal aufzumachen", betonte DFB-Geschäftsführer Andreas Rettig jedoch. "Er hat sich für die Türkei entschieden, das haben wir zu respektieren. Wir drücken ihm die Daumen." Auch Rettig bedauert, dass Uzun der DFB-Auswahl nicht zur Verfügung steht. Aber: "Wenn eine Familie sich nach reichlicher Überlegung am Ende für diesen Weg entscheidet, dann finde ich nicht, dass es uns zusteht, das zu kritisieren."

Völler: "Er hat wirklich gewackelt"

Leicht fiel Uzun, der damals noch beim 1. FC Nürnberg unter Vertrag stand, die Entscheidung damals nicht. "Es war ein wunderbares Gespräch mit seinem Vater und seinem Berater - er hat auch wirklich gewackelt", erinnert sich Völler, "aber am Ende muss man das akzeptieren, das ist ja auch legitim." Auch Rettig betont, dass der DFB "alles versucht" habe, "ihn für den Adler und nicht für den Halbmond zu begeistern. Das ist uns nicht gelungen."

Uzun hatte damals von einer "riesigen Ehre" gesprochen, dass Völler extra nach Nürnberg gekommen war. Aber: "So eine Entscheidung ist keine Karriereentscheidung wie bei einem Vereinswechsel, sondern eine Herzensentscheidung. Die Nationalmannschaft muss man fühlen. Mein Herz und mein Bauch haben gesagt, dass die Türkei die richtige Wahl für mich ist", so Uzun bei Sky. "Ich spiele schon seit der U 17 für die türkische Nationalmannschaft und habe schon eine U-17-EM mit ihr gespielt."