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Virkus ist "selbst gespannt" auf Gladbachs Transferendspurt

kicker

Irgendwann im Spiel, als die nächste vielversprechende Möglichkeit ungenutzt liegengelassen wurde, beschlich Roland Virkus bereits ein ungutes Gefühl. "Wir haben es schon auf der Bank gesagt: Wenn man bei einer Mannschaft wie dem VfB Stuttgart in einem Auswärtsspiel so viele Chancen hat, muss man auch mal eine nutzen. Es wäre spannend zu beobachten gewesen, ob der VfB dann nochmal wiederkommt. So ärgert dich diese Niederlage total. Vor allem, weil das Gegentor auch noch aus einem Standard entsteht. Billiger kann man ein Gegentor nicht herschenken", kritisierte Borussias Sport-Geschäftsführer nach dem Abpfiff.

Vor allem zwei Szenen entpuppten sich als Schlüsselmomente. In der 50. Minute war Kevin Stöger nach feiner Vorlage von Rocco Reitz völlig frei vor dem VfB-Tor aufgetaucht und vermochte die 100-prozentige Torgelegenheit nicht zu nutzen. Auf der anderen Seite patzte Jens Castrop folgenschwer. Der Zukauf vom 1. FC Nürnberg, der nach seiner Einwechslung komplett neben sich stand, verschuldete durch einen Ballverlust erst den Eckball vor dem 0:1 - und sprang dann auch noch bei der anschließenden Hereingabe unter dem Ball hindurch.

Chancenverwertung als großes Problem

Der Auftritt der Mannschaft an sich mache ihm aber Mut, betonte Virkus. "Wir haben gesehen, dass wir eine sehr junge, ambitionierte Mannschaft haben, die in Stuttgart hervorragend aufgetreten ist. Sie hat sich ganz anders verkauft als in den vergangenen Jahren", sagte der Sportchef und sprach von einem "sehr guten Auswärtsspiel". Das Thema Effizienz und Chancenverwertung muss aber auf der Tagesordnung stehen während der Länderspielpause, wobei es in der Offensive einige Lichtblicke gibt: Haris Tabakovic, der kurz vor dem Spiel wegen eines Magen-Darm-Infekts ausgefallen war, wird beim nächsten Ligaspiel gegen Werder Bremen wieder zur Verfügung stehen. Shuto Machino wird weiter an Fitness aufbauen können, ebenso Giovanni Reyna, auf den in Stuttgart noch verzichtet werden musste.

Ergebnismäßig müssen die Borussen nach der Länderspielunterbrechung jedenfalls schnell in die Spur finden. Der Druck wird jetzt schon wieder größer, vor allem aufgrund der Hypothek aus der vergangenen Saison. Seit neun Ligaspielen ist Gladbach ohne Sieg. Zum vierten Mal hintereinander blieb die Borussia ohne eigenes Tor. Virkus wollte bei seiner Betrachtung den Blick aber nur auf die neue Saison richten: "Wir stehen bei einem Punkt und null Toren. Jetzt gilt es, die Mannschaft wieder aufzurichten. Wenn man Positive herausgreift: Wir haben gut verteidigt und sehr viele gute Situationen kreiert." Man müsse, "die Jungs, die wir haben, entwickeln. Und ich bin zuversichtlich, dass wir das über die Saison hinkriegen", so die Ansage des Sportchefs.

Wechselkandidaten Weigl und Omlin im Fokus

Spannend bleibt für die Borussen zunächst, wie sich die letzten Stunden in der laufenden Transferperiode entwickeln. Im Fokus stehen die Wechselkandidaten Julian Weigl und Jonas Omlin. Oder kommen gar noch weitere Borussen hinzu auf der Zielgeraden?

"Ich bin selbst immer gespannt. Es ist immer so dynamisch in den letzten Stunden. Man muss sich überraschen lassen, welche Chancen sich vielleicht eröffnen", sagte Virkus.

Am Sky-Mikrofon vor dem Anpfiff war bereits herauszuhören gewesen, dass Weigls Abschied (sehr wahrscheinlich Richtung Saudi-Arabien) bevorsteht. "Julian Weigl ist ein wichtiger Spieler für uns gewesen", sagte Virkus, um sich postwendend zu korrigieren, der Mittelfeldspieler sei immer noch Teil des Kaders. "Wenn so ein Spieler zu uns kommt und sagt, dass er sich verändern möchte, dann setzt man sich an einen Tisch", so Virkus. "Es muss aber für alle Parteien eine gute Lösung sein, und die gibt es bis jetzt noch nicht." Bei Omlin, dem offenbar nicht nur von Leicester City ein Angebot vorliegt, sei es genauso, meinte der Manager.

Mehrgleisig planen muss Virkus in den finalen Stunden der Transferphase. Geht Weigl, wird voraussichtlich ein Ersatz für die Sechserposition im Mittelfeld kommen. Gleiches gilt fürs Tor, wenn sich Omlin verabschieden sollte. Und wer weiß, ob sich vielleicht nicht doch noch eine interessante Option für andere Bereiche auftut.