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Vogt und Ibayi: Aus dem Nichts ins Rampenlicht

kicker

Alessandro Vogt und Christopher Ibayi waren wohl vor dieser Saison nur den grössten Kennern des Schweizer Fussballs ein Begriff. Doch nun gehören sie aus dem Nichts zu den torgefährlichsten Spielern der Super League. Dies hätten vor der Saison nur die wenigsten für möglich gehalten.

Der kongolesische Stürmer Ibayi wechselte im Januar dieses Jahres ins Berner Oberland. In der Rückrunde kam er in 16 Spielen auf sieben Torbeteiligungen - eine durchschnittliche Statistik, weshalb ihm wohl nur wenige zugetraut hätten, auch eine Spielklasse höher für Furore zu sorgen. Die Karriere Ibayis verlief nie stetig bergauf: Der Kongolese unterschrieb erst mit 28 Jahren seinen ersten Profivertrag. In den Jahren davor kämpfte er sich durch die unteren Ligen Frankreichs. Umso bemerkenswerter ist es, dass der mittlerweile 30-Jährige aktuell eine so prägende Rolle in der Super League spielt.

Auch die Erwartungen an Alessandro Vogt waren vor der Saison nicht immens. Der 21-Jährige kam in den vergangenen zwei Spielzeiten fast ausschliesslich in der U 21 der Espen zum Einsatz. Dort erzielte er 21 Tore in 59 Spielen in der 1. Liga sowie in der Promotion League. Auch diese Zahlen deuteten nicht auf die bevorstehende Leistungsexplosion des U-21-Internationalen hin.

Doch Vogt machte bereits im ersten Spiel dieser Saison auf sich aufmerksam. Zwar gelang ihm kein Treffer, doch im Spiel gegen Basel zeigte er, dass er in der Super League keine grösseren Anlaufprobleme haben wird. Dies ist umso bemerkenswerter, da Vogt in den vorherigen Jahren nie als herausragendes Talent galt: Bis in den Herbst dieses Jahres wurde er nie für eine Nachwuchsmannschaft der Schweizer Nationalmannschaft aufgeboten.

Ibayi und Vogt als Zielspieler

Der Spielstil von St. Gallen und Thun unterscheidet sich in dieser Saison kaum. Beide Mannschaften setzen auf ein hohes Angriffspressing und ein schnelles, vertikales Spiel nach Ballgewinnen. Ballbesitz hat für beide Teams keine Priorität, was sich auch in den Statistiken widerspiegelt: Der FC Thun weist mit 44,2 % den niedrigsten durchschnittlichen Ballbesitzwert aller Super-League-Teams auf, St. Gallen liegt mit 45,2 % auf dem 9. Platz.

Auch das vertikale Offensivspiel der Teams spiegelt sich in der Passqualität wider. Nur noch GC hat eine geringere Quote angekommenen Pässe als Thun und St. Gallen. Der niedrige Wert hängt vor allem damit zusammen, dass viele vertikale Pässe nach vorne gespielt werden, die naturgemäss ein höheres Risiko bergen. Die wenigsten Pässe in der Liga haben ebenfalls der Tabellenerste und der Tabellenzweite gespielt.

Dieses Spielsystem erfordert Stürmer, die den intensiven Pressingfussball mitgehen können und zugleich körperlich robust genug sind, um die häufig mit dem vertikalen Spiel verbundenen hohen Bälle abzufangen. Über beide Attribute verfügen Alessandro Vogt und Christopher Ibayi. Sie sind prädestiniert für diese Art von Fussball: In den Systemen von Enrico Maassen und Mauro Lustrinelli fungieren sie bei langen Bällen als Zielspieler. Mit ihrer physischen Präsenz sind sie für diese Rolle perfekt geeignet. Beide verfügen über die Fähigkeit, den Ball von den Verteidigern abzunehmen, abzuschirmen und anschliessend weiterzuleiten - Eigenschaften, die sie für ihr Team unverzichtbar machen.

Neben der Tatsache, dass sowohl Vogt als auch Ibayi konsequent für ihr Team arbeiten, erfüllen sie auch die Hauptaufgabe des Stürmerdaseins mit Bravour: das Tore-Schiessen. Beide agieren dabei als klassische Strafraumstürmer, ihre erzielten Treffer fielen allesamt innerhalb des Strafraums.

Ist Vogt in St. Gallen bereits auf Abschiedstournee?

Trotz ihrer aktuell ähnlichen Leistungen dürfte der weitere Karriereweg der beiden unterschiedlich verlaufen. Während Ibayi aufgrund seines Alters nicht bei allzu vielen Vereinen Interesse wecken dürfte, gilt Alessandro Vogt als einer der gefragtesten Spieler der Liga. Neben den bereits erwähnten Attributen verfügt er über eine Durchschlagskraft, die in diesem Alter aussergewöhnlich ist. Der Hype um den St. Galler ist daher immens. Bereits nach wenigen Spielen wurde er mit der Schweizer Nationalmannschaft in Verbindung gebracht. Bislang reichte es lediglich für die U 21, doch auch dort wusste der 19-Jährige bislang zu überzeugen.

Vor allem im Quali-Spiel gegen die Top-Auswahl der Franzosen bewies er seine Klasse. Dieser Auftritt könnte für viele Vereine ein weiteres Argument für eine Verpflichtung Vogts gewesen sein. Seine Ausstiegsklausel liegt bei ungefähr zwei Millionen. Gut möglich, dass bereits im Winter ein Verein aus einer Top-5-Liga die erforderliche Ablöse bezahlt, was bedeuten würde, dass Vogts Auftritt in der Super League bereits zu den letzten zählen könnte.