Auf dem Feld ist Damian Roßbach nicht zu übersehen und ein echter Hingucker. Seit einem Schädelbruch im Mai 2017 steht der 1,87 Meter große Abwehrspieler stets mit einem Carbon-Schutzhelm auf dem Feld. So auch am 17. Spieltag in der Regionalliga Nordost, als der Abwehrspieler der VSG Altglienicke mit seinem Team beim Aufsteiger BFC Preussen im Berliner Stadtduell ranmusste.
Am Ende der 90 Spielminuten stand für die VSG zum Abschluss der Hinrunde ein 1:1 im Preussenstadion zu Buche. "Wir haben uns nach der Pause gesteigert. Am Ende ist das Remis okay", bewertet Roßbach, der vor der Saison von Drittligist Hansa Rostock in Richtung der Berliner wechselte. Der Vertrag des Defensivakteurs wurde nach der vergangenen Spielzeit nicht mehr von Hansa verlängert, es folgte nach fünf Jahren der Abschied aus dem Ostseestadion für den einstigen Publikumsliebling. "Ich hätte in Rostock gerne meine Karriere beendet, aber sie wollten einfach nicht mehr", so Roßbach im Interview gegenüber dem RBB. Der VSG-Neuzugang, einst beim 1. FSV Mainz 05 von Thomas Tuchel ausgebildet, stand in mittlerweile 13 Liga-Partien für die Hauptstädter in der Defensive auf dem Platz. In sechs Spielen davon blieben die Berliner, in der Tabelle auf Rang vier platziert, ohne Gegentreffer.
159 Partien in der 2. Bundesliga
Roßbach kam erst Anfang August und somit vor dem 3. Spieltag der Saison 2025/26 zur VSG, wurde nach kurzer Anlaufzeit prompt Stammspieler. Bei der Vita von insgesamt 159 Partien in der 2. Bundesliga (Hansa Rostock, Karlsruher SC, SV Sandhausen) sowie 105 Spiele in der 3. Liga (Hansa Rostock, Karlsruher SC, 1. FSV Mainz 05 II) sicherlich keine Überraschung. "Ich hatte keine Vorbereitung in den Knochen. Das hatte ich zum Anfang richtig gemerkt. Ich hatte mich mit vielen Läufen fit gehalten, aber das kann man nicht mit einer Vorbereitung kompensieren. Ich wurde aber sehr gut von allen aufgenommen und es macht mir Spaß mit den Jungs", so der gebürtige Frankfurter.
Über Kurzeinsätze spielte sich Roßbach schnell in die Stammelf, läuft zumeist in der Viererkette als Innenverteidiger auf. "Damian ist ein erfahrener Spieler, der zu Beginn einen gewissen Zeitraum gebraucht hat. Er ist ein offener und umgänglicher Typ, der sehr klar spielt und Sachen direkt beim Namen nennt", so VSG-Coach Ersan Parlatan.
Defensiv ordentlich, offensiv ausbaufähig
Für den 32-Jährigen waren die Einsätze in der ersten Halbserie die ersten Partien in der Regionalliga Nordost überhaupt, die Roßbach als "super Liga, wenn nicht sogar mit den Namen die beste vierte in Deutschland" einschätzt. Nach der Hinrunde haben die Berliner 31 Zähler (neun Siege, vier Remis, vier Niederlagen) gesammelt und damit zwölf Punkte Rückstand auf Spitzenreiter Lok Leipzig. "Defensiv mit 16 Gegentoren ist das ordentlich, offensiv ist das noch ausbaufähig. Da fehlt uns teilweise die Abgeklärtheit vor der Kiste. Das muss jetzt im nächsten Schritt der Entwicklung kommen", bewertet der VSG-Akteur mit der Rückennummer 13.
Zwei Liga-Partien bestreiten die Berliner noch im Kalenderjahr 2025, wenn denn die Witterung mitspielt. Der Auswärtspartie gegen Hertha 03 Zehlendorf (6. Dezember) folgt noch das Heimduell gegen den Tabellenführer aus Leipzig (12. Dezember). Die Zielstellung von Roßbach vor den beiden abschließenden Viertliga-Duellen in diesem Kalenderjahr ist klar: "Jetzt müssen wir noch sechs Punkte holen."