DFB-Sportdirektor über den Mittelfeld-Star
DFB-Sportdirektor Rudi Völler hat bekanntermaßen eine spezielle Verbindung zu Bayer Leverkusen. Schließlich wirkte der Weltmeister von 1990 und einstige Teamchef der Nationalmannschaft als Spieler, Sportdirektor und Geschäftsführer Sport von 1994 bis 2000 sowie von Januar 2005 bis 2022 bei Bayer. "Ein kleines Bürochen" habe er immer noch, so Völler, der in seiner aktuellen Funktion am Freitagvormittag beim DFB-Partner in Berlin weilte.
Aufgrund seiner Leverkusener Vergangenheit wünscht sich Völler auch einen Verbleib des von Bayern München und angeblich auch vom FC Liverpool sowie von Real Madrid umworbenen Ausnahmekönners Florian Wirtz bei Bayer bis zur WM 2026. "Meine liebste Lösung wäre, er bleibt noch ein Jährchen dort und wechselt dann erst", sagte Völler, "er weiß natürlich, dass er auch in Leverkusen gut aufgehoben ist. Aber wenn er jetzt schon wechseln würde, wäre das sicher auch okay. Am Ende ist es immer auch eine Frage des Preises, und Leverkusen wird dann irgendwann Ja sagen müssen, wenn eine bestimmte Summe erreicht wird."
Erstmal aber wird Wirtz mit der deutschen Nationalmannschaft vom 4. bis 8. Juni das Final-Four-Turnier der Nations League in Deutschland bestreiten. Völler erwartet von Bundestrainer Julian Nagelsmann und dessen Team "das, was wir auch schon bei der Europameisterschaft gezeigt haben und in den Spielen danach. Nämlich, dass wir begeistert haben." Personell habe das DFB-Team zwar "ein paar Ausfälle, aber die haben andere Verbände auch".
„Es ist mehr als positiv, dass er nach dieser schweren Verletzung wieder mit dabei ist.“ (Rudi Völler über Marc-André ter Stegen)
Dass die Konkurrenz um den Nations-League-Titel - Portugal, Spanien, Frankreich - groß ist, darüber ist sich Völler im Klaren. "Wir wissen natürlich, dass die anderen drei Gegner absolute Weltklasse sind." Das DFB-Team eröffnet das Final-Turnier am 4. Juni (20.45 Uhr, LIVE! auf kicker) in München gegen Portugal. Völler rechnet mit einem "Spiel auf Augenhöhe, da müssen wir alles abrufen".
Verzichten wird Nagelsmann neben den Langzeitverletzten Nico Schlotterbeck und Tim Kleindienst auch auf Jamal Musiala, Antonio Rüdiger und Kai Havertz, die nach Verletzungen auf dem Weg zurück beziehungsweise gerade erst wieder auf den Platz zurückgekehrt sind. Marc-André ter Stegen ist dagegen nach seinem Patellasehnen-Riss wieder im Kader dabei.
Hinweis auf Hübner als Nagelsmann-Assistent
Ob der 33 Jahre alte Keeper des FC Barcelona sofort wieder ins Tor zurückkehrt, erachtet Völler als durchaus möglich. "Ich gehe mal davon aus, dass Marc, wenn er nominiert ist, wahrscheinlich spielen wird. Aber das kann ich Stand jetzt nicht beantworten", betonte er. Erstmals sei es "mehr als positiv, dass er nach dieser schweren Verletzung wieder mit dabei ist. Wir haben immer gesagt, als er operiert worden ist: Wenn er zurückkommt, wird er wieder die Nummer 1 sein. Ob er schon gegen Portugal wieder spielt, wird man sehen."
Berichte, wonach der ehemalige Abwehrspieler der TSG Hoffenheim und bisherige Co-Trainer der Kraichgauer, Benjamin Hübner (35), als Nagelsmann-Assistent Nachfolger von Sandro Wagner wird, wollte Völler am Freitag noch nicht bestätigen. Doch der 65-Jährige gab einen eindeutigen Hinweis. "Wir sind auf einem guten Weg, einen guten Nachfolger zu bekommen", sagte Völler, und mit Blick auf Hübners und Wagners sportliche Vergangenheit: "Es haben beide mal beim gleichen Verein gespielt."