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Wagner stellt sich vor: "Ich bin ein Lernender"

kicker

Der kleine Pressekonferenzraum in der WWK-Arena ist mit über 40 Pressevertretern so gut gefüllt wie vielleicht noch nie, als Sandro Wagner ihn in Begleitung von Geschäftsführer Michael Ströll um 11.01 Uhr an diesem Montagvormittag betritt und zunächst die Fotos der Fotografen abwartet, ehe er über den FCA und seine künftige Mannschaft, Ziele, den DFB und vieles mehr spricht.

Wagner zieht Interesse auf den sonst beschaulichen FCA, er bringt Prominenz und etwas Glamour mit. Doch Ströll stellt klar: "Wir haben Sandro Wagner verpflichtet, weil er zu hundert Prozent in unser sportliches Anforderungsprofil passt. Sandro hat in den Gesprächen sportlich und inhaltlich überzeugt, die mediale Aufmerksamkeit war völlig irrelevant."

Etwas später sagt der FCA-Boss noch: "Niemand ist größer als der Verein, als der FC Augsburg. Aber natürlich ist es trotzdem schön, wenn wir Personen mit Strahlkraft haben." Die besitzt Wagner zweifellos, das wird in seinen Ausführungen klar. Der bisherige Assistent von Bundestrainer Julian Nagelsmann kann geschliffen und mit Inhalt reden, Floskeln sind nicht sein Ding. Ströll bezeichnet ihn als Menschenfänger.

Wagner nach erstem Gespräch mit Ströll überzeugt

Der neue Cheftrainer berichtet, dass für ihn klar war, nach dem Job beim DFB als Cheftrainer arbeiten zu wollen. Augsburg habe in sein Schema gepasst: "Der Verein steht sehr seriös, bodenständig, aber ambitioniert da. Hut ab, wenn man betrachtet, wo er noch vor 15, zehn oder fünf Jahren stand." Einen Satz später lobt er die Infrastruktur an diesem Bundesliga-Standort.

Entscheidend pro Augsburg war für Wagner das erste Gespräch mit Ströll. "Das erste Treffen war sehr lange, ich war danach müde. Ich habe gemerkt, da hat jemand Bock, mich kennenzulernen. Nach dem ersten Gespräch war für mich klar, dass ich es machen möchte", erzählt Wagner, dessen Fußball aktiv sein soll: mit und ohne Ball.

"Ich bin komplett vom Kader überzeugt"

Mit Elias Saad und Robin Fellhauer hat er bislang zwei Neuzugänge im Kader, viel mehr dürften es nicht werden. "Ich wäre nicht hier, wenn ich nicht voll vom Kader überzeugt wäre. Das Potenzial ist definitiv da." Explizit nennt er Mert Kömür und Noahkai Banks als die "interessantesten Jungen".

Wagner, der trotz seiner nahen Heimat Unterhaching ein Apartment in der Augsburger Innenstadt bezogen hat, sieht sich als Lernender. "Ich bin ein Lernender, das werde ich ein Leben lang sein. Ich frage sehr viel, teilweise zu viel, weil ich Interesse an vielen Dingen habe." Außerdem sei er demütig, "auch wenn man es nicht denken würde". "Ich sehe den FCA als Riesenchance, freue mich unfassbar, hier zu sein, das erfüllt mich mit Stolz." Seine Begründung: Die Bundesliga sei eine der besten Ligen der Welt, es gebe nur 18 Trainer, einer davon dürfe er sein.

Druck verspüre beim Antritt seiner ersten Stelle als Cheftrainer nicht. "Ich spüre nur den Druck, den ich mir selber mache, das war schon als Spieler so. Druck mache ich mir maximal, ich spüre eher Vertrauen." Er habe die Erwartungshaltung an seine Person nicht befeuert, sich medial zuletzt zurückgehalten. An ihn selbst sei sie maximal hoch.

"Der DFB war eine Mega-Geschichte"

Seine Zeit beim DFB bezeichnete er rückblickend als "Mega-Geschichte", er habe sehr viel gelernt, von Nagelsmann und anderen Wegbegleitern. "Ich kann nur positiv über den Laden sprechen."

Insgesamt gerät Wagners erster Auftritt überzeugend. Was darf man erwarten? Eher eine Evolution als eine Revolution. Ziele machen er und Ströll nicht am Tabellenstand fest, es geht um die Entwicklung der Mannschaft, einzelner Spieler, des Klubs. Wagners öffentlicher Auftakt ist schon mal gelungen.