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Wagners Blick nach Lissabon: "Diesen Fehler dürfen wir nicht nochmal machen"

kicker

Hätten sich die Verantwortlichen des FC Augsburg einen Heimsieg ausmalen dürfen, dann wäre es der jüngste 3:1-Erfolg gegen den VfL Wolfsburg gewesen. Nicht nur, dass Sandro Wagner und seine Mannschaft die Serie von vier Niederlagen beenden konnten, sondern auch wie - und wer.

Mit Mert Kömür avancierte ein Eigengewächs zum Spieler des Spiels, der dribbelstarke Spielmacher steuerte ein Tor und eine Vorlage bei. Und jene Vorlage landete ausgerechnet bei Noahkai Banks, dem anderen NLZ-Talent in der Startelf. So in etwa hatten Geschäftsführer Michael Ströll und Co. den neuen Augsburger Weg vorgemalt.

Überhäufen mit Lob will Trainer Wagner seine Top-Talente deshalb trotzdem nicht, es ist ja auch gerade mal Oktober. Auch wenn es für Kömür schon die Scorerpunkte drei und vier waren und damit einer mehr als in der gesamten Vorsaison, in der er unter Jess Thorup viel sporadischer zum Einsatz gekommen war.

"Grundsätzlich ist es wichtig, dass junge Spieler so viel Ruhe wie möglich in der Entwicklung haben", erklärt Wagner. "Dass man sie nicht zu schnell nach oben hebt - und auch nicht zu schnell den Deckel draufmacht." Er hat es ja in der Nationalmannschaft hautnah erlebt, wo Spätstarter wie Deniz Undav oder Robert Andrich zum Kern gehörten. "Ich glaube, da braucht es ein gutes Gefühl für eine gewisse Zeit."

Die Kömür und Banks und weitere Nachwuchskräfte in Augsburg ganz bestimmt bekommen sollen. "Es ist immer schön, wenn man talentierte Jungs begleiten darf", freut sich Wagner. "Das ist eine tolle Aufgabe als Fußballtrainer. Wichtig ist natürlich, dass der junge Spieler, diese jungen Menschen auch wissen, dass erstmal ein hartes Stück Arbeit auf sie wartet. Erstmal wirklich nur Arbeit, Arbeit, Arbeit, Arbeit. Das ist die Basis. Nicht zufrieden sein."

„Es ist natürlich auch traurig, dass sie nicht alle bei uns spielen.“ (Sandro Wagner über Augsburger NLZ-Talente)

Und von denen, da ist sich der Trainer sicher, warten beim FCA einige. "Das ist ja nicht nur Noahkai Banks oder Mert Kömür, das ist auch noch der eine oder andere, der hinten dran lauert. Und schon der eine oder andere, der leider nicht mehr beim FCA spielt. Wenn man sich anschaut, wer da alles rumspringt in der Bundesliga. Oder bei Benfica Lissabon."

Dort spielt seit Sommer ein gewisser Franjo Ivanovic, der als 13-Jähriger zum FCA kam und sieben Jahre später ohne Einsatz bei den Profis ablösefrei weiterzog nach Kroatien, zu HNK Rijeka. Und eine Saison später für vier Millionen Euro nach Belgien zu Union Saint-Gilloise wechselte. Und wiederum nur einen Sommer später für fast 23 Millionen Euro zu Benfica nach Portugal ging.

Eine Entscheidung, mit der Wagner nicht zu tun hatte, die ihn aber offensichtlich beschäftigt. "Das ist a) eine herausragende Arbeit in unserem NLZ, das ist nicht selbstverständlich", sagt er. "Und b) natürlich auch traurig, dass sie nicht alle bei uns spielen. Wir dürfen diesen Fehler nicht nochmal machen, wir müssen die Jungs bei uns behalten. Emotional und inhaltlich. Da sind wir aktuell auf einem ordentlichen Weg."