Mit links, mit dem Kopf und mit rechts - so hat Christoph Baumgartner seine jüngsten drei Tore erzielt. Der Österreicher traf nicht nur beim 1:1 in Dortmund, sondern auch beim 2:1 gegen den HSV, durch das die Leipziger Serie von sechs Spielen ohne Niederlage weiter Bestand hat.
Ein gutes Gefühl und Qualitätsspieler
Insgesamt war es schon sein vierter Saisontreffer. Damit ist Baumgartner nicht nur Leipzigs bester Torjäger der laufenden Spielzeit, sondern hat in nun sieben Liga-Spielen schon doppelt so viele Treffer erzielt wie in 31 der Vorsaison. Was ist also anders? Kleinigkeiten, wie Baumgartner nach der Partie bei Sky verriet: "Oftmals ist es wie beim 1:0 richtig stehen, gutes Gefühl haben für die Situation. Dann wirst du auch von den Qualitätsspielern gefunden."
Der Qualitätsspieler war in dieser Szene Antonio Nusa, das gute Gefühl für die Situation zeigte Baumgartner mit seinem Lauf inklusive gut getimten Kopfball im Rücken von Hamburgs Luka Vuskovic.
Baumgartners Entscheidung
Und auch beim zweiten Treffer galt das "Baumgartnersche Motto". Und diesmal war sogar das richtige Gefühl noch entscheidender: Nach einem schönen, schnellen Doppelpass mit Romulo hatten die beiden die HSV-Abwehr ausgehebelt und Baumgartner war auf dem Weg in Richtung Keeper Daniel Heuer Fernandes. "Ich dachte erst, vielleicht kommt er raus und ich kann lupfen", erinnerte sich Baumgartner. Diesen Gefallen tat ihm Heuer Fernandes aber nicht und so war ein neuer Plan gefragt - und zwar in Sekundenbruchteilen.
Baumgartner habe sich dann kurzfristig umentschieden und schloss mit dem rechten Außenrist eiskalt ins kurze Eck ab. "Es war, glaube ich, die richtige Entscheidung", freute sich der 26-Jährige über den wichtigen Treffer zum 2:1 - nicht einmal zwei Minuten nach dem zwischenzeitlichen Hamburger Ausgleich.
Damit half Baumgartner, der zudem im ersten Durchgang am stark reagierenden Heuer Fernandes gescheitert war, entscheidend mit, dass Leipzig weiterhin in der Spitzengruppe dabei bleibt. Und auch wieder Bayern-Jäger ist? Diese Frage hatte der Matchwinner natürlich erwartet, gab sich aber diplomatisch: "Ich glaube, es gibt einige Bayern-Verfolger." Vier, fünf Mannschaften zählte der Österreicher zu dieser Riege - auch RB.
Leipzigs Entwicklung
In der vergangenen Spielzeit hatte RB nach dem 7. Spieltag sogar einen Punkt mehr auf dem Konto und lag punktgleich hinter den Bayern auf Rang zwei. Der Absturz begann dann ab dem 9. Spieltag, am Ende wurde das internationale Geschäft verpasst.
Warum sich das Blatt wieder gewendet hat, liegt auch an einer Entwicklung, die die Leipziger durchgemacht haben. Gegen den HSV war es "sicher heute nicht unser bestes Spiel" - und doch gab es einen entscheidenden Unterschied: "Wir bleiben dann trotzdem drinnen, versuchen alles wegzuverteidigen, sind da mit elf Mann, immer aktiv gegen den Ball. Das haben wir letztes Jahr nicht immer gehabt und das zeichnet uns aktuell aus."