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Warum Kane jetzt anders auf die Premier League schaut

kicker

Mit einem Besuch beim Münchner Oktoberfest lässt Harry Kane sich noch ein bisschen Zeit, er darf oder muss ja ohnehin am kommenden Sonntag mit der Mannschaft zusammen auf die Theresienwiese, beim traditionellen Aufgalopp des FC Bayern im Käferzelt. Den freien Samstag verbrachte der Toptorjäger deshalb lieber mit der Familie und spazierte durch seine Wahlheimat, nur teilweise umgeben von angeheiterten Trachten-Trägern.

Die Laune lässt sich der Engländer gerade ohnehin nur schwer vermiesen, viel zu gut läuft es für ihn und die Bayern. Am Freitagabend avancierte Kane beim 4:0 gegen Bremen auch im fünften Ligaspiel zum Matchwinner für die Münchner, mit seinen Toren 99 und 100 im Bayern-Trikot überholte er außerdem Größen wie Cristiano Ronaldo und Erling Haaland. "Harte Arbeit" sei dafür nötig, erklärte der 32-Jährige später, ausnahmsweise ohne Spielball und Plastiktüte in der Hand.

Dieses Mal schnappte sich Kane lieber das Wiesn-Sondertrikot und nahm es mit nach Hause. "Wahrscheinlich werde ich in etwa zehn Jahren darauf zurückblicken und mit den Kindern und Enkeln darüber sprechen, wenn ich noch älter bin." Fürs Erste darf und will er lieber den Moment genießen. "Ich spiele so gut wie nie zuvor, ich fühle mich so fit wie nie zuvor."

Und das sieht man Woche für Woche. Kane arbeitet, leitet ein, legt auf und trifft. "Unfassbar" findet Tom Bischof seinen zwölf Jahre älteren Teamkollegen. "Das sind wirklich nicht nur die Tore", die Joshua Kimmich hervorheben würde, "sondern auch, wie er der Mannschaft hilft, sowohl mit Ball als auch gegen den Ball. Das ist schon außergewöhnlich."

Und außergewöhnlich darf es nach dem Geschmack der Bayern gerne auch bleiben, Kane jedenfalls hat nach 100 Toren im Bayern-Trikot schon die nächsten 100 im Blick, womöglich auch in München. "Ich bin wirklich glücklich hier", versichert er und hat durchaus vernommen, dass es hier und da Spekulationen über eine Ausstiegsklausel und eine Rückkehr nach England gegeben hat. "Ich sehe das immer als Kompliment, aber ich kann nur sagen, dass mein Fokus hier liegt." Auch auf CEO Jan-Christian Dreesen macht Kane gerade einen "verdammt fröhlichen Eindruck".

Verlängert Kane bei Bayern? "Gespräche könnten stattfinden"

Gespräche über eine mögliche Verlängerung des bis 2027 gültigen Vertrags hat es trotzdem noch nicht gegeben, ausschließen will Kane sie allerdings nicht. "Ich denke, sie", also die Bayern-Verantwortlichen, "sind zufrieden mit mir, und ich bin zufrieden mit ihnen. Also könnten diese Gespräche stattfinden."

Sollten sie kommen, "werden wir einfach offen und ehrlich darüber reden, wo ich stehe und wie die Zukunft des Vereins aussieht. Ich kann nur sagen, wir sind auf dem richtigen Weg, und damit bin ich zufrieden."

Heimweh verspürt Kane ebenso wenig, wenngleich am Horizont noch der Torrekord von Alan Shearer schlummert. Der ehemalige Blackburn- und Newcastle-Torjäger hatte seine Karriere 2006 mit 260 Premier-League-Treffern beendet, Verfolger Kane zog vor zwei Jahren nach 213 Toren in Englands Oberhaus nach München.

"Als ich herkam, habe ich wahrscheinlich über den Rekord nachgedacht", gibt er zu, sieht das heute aber entspannter: "Seit ich hier bin, macht es mir so viel Spaß. Allein schon, dass ich auf diesem Niveau spiele, an großen Abenden dabei bin, in der Champions League, einer der Favoriten für die Champions League bin. Ich will nicht nur auf individuelle Dinge schauen, sondern mich weiter pushen und sehen, wie weit wir kommen." Die Vorzeichen für weitere Teamtrophäen stehen aktuell besser denn je.