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Warum sich Schuster die Wie-geht's-Frage abgewöhnt

kicker

Nach dem 1:2 in Heidenheim am Samstag mussten sich Julian Schuster und Co. mit Blick auf ihre Innenverteidiger gleich doppelt Sorgen machen. Stammkraft Philipp Lienhart und Top-Talent Max Rosenfelder sind jeweils vorzeitig ausgewechselt worden. Am Mittwochnachmittag gab es auf der Pressekonferenz ein Update zu den beiden Personalien.

Bei Rosenfelder, der sich kurz vor der Auswechslung an den hinteren rechten Oberschenkel gefasst hatte, ist inzwischen wie erwartet eine muskuläre Verletzung diagnostiziert worden. Wegen eines Muskelfaserrisses wird das 22 Jahre alte Eigengewächs mindestens die drei noch ausstehenden Spiele in diesem Kalenderjahr gegen Salzburg und Dortmund sowie in Wolfsburg verpassen.

Lienhart Kandidat für die Startelf

Der nächste Rückschlag für den schnellen Abwehrmann, der sich Ende Juni bei der U-21-EM eine Muskelverletzung im hinteren linken Oberschenkel zugezogen hatte, wegen der er weite Teile der Sommervorbereitung sowie den Saisonstart verpasste. Sogar Bundestrainer Julian Nagelsmann hätte Rosenfelder sonst gerne für die September-Länderspiele nominiert.

Deutlich besser sieht es hingegen bei Lienhart aus, der vorige Woche im Pokalspiel gegen Darmstadt (2:0-Sieg) geschont worden und dann in Heidenheim wegen Leistenproblemen zur Halbzeit in der Kabine geblieben war. Der österreichische Nationalspieler trainierte allerdings am Mittwoch laut Schuster wieder erfolgreich mit der Mannschaft: "Es hat sich für ihn wieder gut angefühlt." Auf Nachfrage bestätigte Schuster, dass sogar erneut ein Startelfmandat für Lienhart denkbar sei.

Ansonsten steht Anthony Jung für die Rolle neben Abwehrchef Matthias Ginter bereit. Der Routinier war nach Wochen ohne Einsatz und mit manchem Tribünenmandat wegen des doppelten Ausfalls überraschend in Heidenheim eingewechselt worden und hatte dann durch einen fatalen Rückpass den Siegtreffer der Gastgeber entscheidend eingeleitet.

"Er ist trotz der undankbaren Aufgabe gut reingekommen ins Spiel, dafür habe ich ihn gelobt. Die letzte Aktion ist ärgerlich, aber wichtig ist es, mit den Jungs darüber zu sprechen, egal wie alt sie sind, und, dass man daraus lernt", sagte Schuster und betonte: "Ich bin sehr froh, Tony in unseren Reihen zu haben und, falls wir gegen Salzburg auf ihn zurückgreifen werden, tun wir das mit einem guten Gefühl."

Irié-Comeback in Sicht

Die Abwehroptionen erhöht auch wieder Jordy Makengo. Der französische Linksverteidiger und Hauptkonkurrent von Kapitän Christian Günter hatte zuletzt viermal wegen muskulärer Probleme im Kader gefehlt, trainiere laut Schuster aber seit voriger Woche wieder mit der Mannschaft und komme deshalb wieder für das Spieltagsaufgebot infrage. Eren Dinkci, ebenfalls von muskulären Beschwerden seit Ende November ausgebremst, ist noch keine Alternative und trainiert noch nicht wieder mit dem Kollegen, wie Schuster erklärte.

Sommerzugang Cyriaque Irié, der seit Mitte September wegen einer Malaria-Infektion und deren Folgen fehlt, könnte dieses Jahr zumindest noch sein Kader-Comeback geben. "Bei ihm ist von Woche zu Woche eine Entwicklung zu sehen, auch körperlich. Das ist positiv. Je nachdem, was die Kadersituation hergibt, kann es gut sein, dass er in einem der Spiele auch ein Bestandteil sein wird", sagte Schuster.

Ständige Bestandteile der Startelf sind in dieser Saison Abwehrsäule Ginter und Sechser Maximilian Eggestein. Der konstant überzeugende Ginter ist durch den aktuellen Abwehrengpass noch weniger zu ersetzen als ohnehin schon, aber für Eggestein könnte das Salzburg-Spiel eventuell die Gelegenheit für eine Pause darstellen, auch mit Blick auf das schwierige wie wichtige Ligaspiel am Sonntag gegen Dortmund (15.30 Uhr LIVE! bei kicker). Patrick Osterhage könnte mit Johan Manzambi auf der Doppelsechs agieren und Yuito Suzuki davor auf der Zehn.

Oder ist es für den körperlich stabilen Eggestein kein Problem, auch noch drei weitere Male durchzuziehen bis zur kurzen Weihnachtspause? "Ich muss echt schmunzeln, weil, wenn ich jetzt eins gelernt habe, dann in dieser Phase nicht mehr zu fragen: Wie geht es dir? Hast du dich erholt?", gewährte Schuster am Mittwoch lächelnd Einblicke, wie er mit dem Thema Belastung am Jahresende umgeht: "Jeder sagt das Gleiche. Jeder fühlt sich super, jeder hat sich super erholt. Jedem bereitet es große Freude, wieder spielen zu können. Daher streiche ich diese Frage aus meinem Repertoire."

Vielmehr versucht das Trainerteam, das die Belastungsverteilung natürlich genau auf dem Schirm hat, neben der Analyse von Leistungsdaten vor allem durch Beobachtung der Profis seine Schlüsse zu ziehen. "Das eine ist das Körperliche, das andere ist aber auch das Mentale, sich alle drei, vier Tage wieder entsprechend vorzubereiten", so Schuster: "Ginte und Egge können körperlich wie mental sehr gut mit der Belastung umgehen. Und ich sehe bei beiden eine gewisse Frische."

Punktuell sei aber auch bei Leistungsträgern mal eine Pause angebracht. Wohl aber eher nicht bei Ginter und Eggestein. Schuster: "Wenn ich in die Augen von den beiden schaue, habe ich ein gutes Gefühl, dass sie das auch bis Ende des Jahres so durchziehen können."

"Knackige Aufgabe" gegen Salzburg

Gegen Salzburg wird es also auch wieder auf dieses Duo ankommen, wenn der SC seine gute Ausgangsposition als aktuell Vierter in der Europa League ausbauen will: "Wenn wir uns zum jetzigen Zeitpunkt in diese Ausgangssituation gebracht haben, plus mit dem Wissen, dass man sich zwei englische Wochen weniger erspielen kann, wollen wir natürlich alles dafür tun, nicht nur weiterzukommen, sondern im Idealfall einen Platz zwischen eins und acht zu erzielen."

Das würde den direkten Einzug ins Achtelfinale und eben keine Play-offs im Februar bedeuten. Schuster: "Aber dafür haben wir morgen erst mal eine knackige Aufgabe zu bewerkstelligen und dann noch zwei weitere." Im Januar gegen Maccabi Tel Aviv und abschließend in Lille.