Fehlercode: %{errorCode}

Wichniarek über Kownacki: "Er passt"

kicker

Bei Widzew Lodz und Arminia Bielefeld funktionierte Artur Wichniarek als Torjäger herausragend gut, bei Hertha BSC nicht. Zwei Anläufe unternahm der polnische Stürmer in Berlin (Juli 2003 bis Januar 2006 und 2009/10), bei beiden blieb er glücklos. Seit Jahren ist der Ex-Nationalspieler, der in der Nähe von Berlin lebt, TV-Experte im polnischen Fernsehen. Im kicker spricht der 48-Jährige über seinen Landsmann Dawid Kownacki, den Hertha am Montag von Bundesligist Werder Bremen ausgeliehen hat.

Herr Wichniarek, Dawid Kownacki und Hertha BSC: Wie gut passt das auf den ersten Blick zusammen?

Dawid startet ja angesichts der Historie polnischer Stürmer bei Hertha sozusagen im Minusbereich (lacht). Er muss den Polen-Fluch in Berlin brechen. Krzysztof Piatek, Piotr Reiss, ich war gleich zweimal bei Hertha: Wir haben alle in anderen Klubs besser funktioniert und öfter getroffen. Davon abgesehen: Kownacki ist genau der Typ Stürmer, der zum Fußball von Stefan Leitl passt.

Für welches Stürmerprofil steht Kownacki?

Er ist in meinen Augen nicht der klassische Knipser, sondern nutzt die Tiefe und Breite des Feldes. Er will mitspielen und nicht 20 Minuten mit dem Rücken zum Tor auf einen Ball warten. Er ist ziemlich schnell, ziemlich kopfballstark, fleißig, recht effektiv und steht für eine gute Intensität im Gegenpressing. Das Spiel gegen den Ball ist für Stefan Leitl und seinen Co-Trainer Andre Mijatovic sehr wichtig. Diese Arbeit beginnt am gegnerischen Strafraum, nicht am eigenen. Auch in dieser Hinsicht ist Kownacki für Hertha ein guter Griff.

Harmoniert das auf dem Papier mit Fabian Reese?

Ja, ich finde schon. Die beiden funktionieren als Doppelspitze bestimmt, wobei Reese für mich von der Veranlagung weiterhin eher ein Flügelstürmer ist. Er kommt oft hinter die letzte Kette des Gegners, löst viel mit seinem Tempo und sucht immer wieder das Eins-gegen-eins.

„Wenn die Mannschaft als Ganzes funktioniert, traue ich ihm 20 bis 25 Saisontore zu.“ (Artur Wichniarek über Dawid Kownacki)

Warum hat Kownacki in Bremen nicht gezündet?

Man hat in Düsseldorf gesehen, dass er die Rückendeckung des Trainers braucht. Die hatte er bei der Fortuna durch Daniel Thioune. Und die wird er auch in Berlin bekommen. Wenn die Mannschaft als Ganzes funktioniert, traue ich ihm 20 bis 25 Saisontore zu. Wichtig ist, dass Stefan Leitl, mit dem ich 2011 mein letztes Karriere-Halbjahr in Ingolstadt zusammengespielt habe, und Andre Mijatovic, den ich noch ein bisschen besser kenne als Stefan, in Ruhe arbeiten können. Wenn da nicht zu viele Störgeräusche und Einflüsse von außen kommen, ist Hertha mit dem Kader und dem Trainerteam für die neue Zweitliga-Saison gut aufgestellt.

Kownacki hätte auch zu seinem Heimatklub Lech Posen, der in der Champions-League-Qualifikation antritt, zurückkehren können. War Hertha die sinnvollere Wahl?

Natürlich. Er war 2022 als Düsseldorf-Leihgabe schonmal ein halbes Jahr bei Lech Posen. Das hat damals gut funktioniert, er hat dort überzeugt und neues Selbstvertrauen getankt. Polen ist immer eine Alternative. Aber wenn du die Möglichkeit hast, in Deutschland zu bleiben und für den Hauptstadtklub zu spielen, machst du das. Nach Polen zurück kann er später immer noch.

Kownacki bestritt für Polen sieben A-Länderspiele, wurde seit der EM 2021 aber nicht mehr nominiert. Trauen Sie ihm ein Auswahl-Comeback zu?

Ausgeschlossen ist das nicht. Polen hat gerade den Nationalcoach gewechselt, unter Jan Urban werden die Karten neu gemischt. Zu meinen Zeiten war ich als Zweitligaspieler aus Deutschland auch als zweifacher Torschützenkönig ohne Chance. Zuletzt war sogar ein Spieler aus der italienischen Serie C im Aufgebot. Die Zeiten haben sich geändert. Kownacki ist 28. Da ist der Zug für ein Comeback noch nicht abgefahren.