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Wie im Eishockey oder Handball: Titz plädiert für das Stoppen der Uhr

kicker

Am Donnerstag wurde Christian Titz auf seine Klagen nach dem 2:2 am vergangenen Sonntag bei Dynamo Dresden angesprochen. Im Nachgang hatte sich der 96-Coach - nicht zum ersten Mal - über eine zu geringe Netto-Spielzeit beschwert. Statt der angezeigten acht Minuten Nachspielzeit hätte sich Titz mehr gewünscht.

Eins stellte Titz auf der Pressekonferenz zum Heimspiel am Sonntag (13.30 Uhr, LIVE! bei kicker) gegen Arminia Bielefeld schon mal klar: "Es wäre ungerecht, es als ein Schiedsrichter-Thema abzutun", sagte der 54-Jährige. Denn dieser sei in seiner Entscheidungsfindung über eine Nachspielzeit "auf Informationen von außen angewiesen."

Laut Titz sei aber vielen "die Dimensionen gar nicht bekannt." Und rechnete den zweiten Durchgang in Dresden vor, der auf der Bank Hannovers mitgestoppt worden war. "Nach 53 Minuten wurde die zweite Hälfte abgepfiffen", so Titz: "Davon wurden 31 Minuten nicht gespielt." Bleiben als Netto-Spielzeit noch 22 Minuten übrig. Während der kompletten Partie beim Aufsteiger rollte nicht die offiziellen 60 Minuten, auch nicht die empfohlenen 55 Minuten, sondern insgesamt nur 50 Minuten der Ball.

„Ich wundere mich, warum wir in dieser Sportart so kompliziert sind.“ (Christian Titz)

Die bisherige Handhabung im Fußball empfindet Titz als unfair. "Manche dürfen zehn bis elf Minuten nachspielen", sagte er, "das sind ein Fünftel bis ein Sechstel der Spielzeit." Dabei sei doch eigentlich klar, "dass jedes Spiel seine gewisse Spielzeit zu haben hat, damit auch alle Mannschaften die gleichen Chancen besitzen."

Und die einfachste Lösung wäre für ihn das Stoppen der Uhr, wenn der Spielfluss unterbrochen ist. "Na klar", antwortete er auf Nachfrage. "Ich wundere mich, warum wir in dieser Sportart so kompliziert sind." Eishockey zum Beispiel oder Handball seien dem Fußball darin voraus: "Dort ist es total einfach: Da drückt einer drauf, zack, Stopp, und zack, es geht weiter." Das Stoppen der Zeit ist für Titz eine Frage der sportlichen Fairness: "Es gibt dadurch eine gewisse Spielzeit, und die sorgt dafür, dass die Spiele gerecht sind: Dass alle Mannschaften, die am Wettbewerb teilnehmen, eine gewisse Zeit haben, Tore zu verhindern und Tore zu erzielen."

Hoffnung auf ein "attraktives Spiel" gegen Bielefeld

Natürlich weiß Titz auch, dass dafür eine Regeländerung notwendig wäre. Zunächst muss er mit den bestehenden Bedingungen weiterarbeiten. Doch sein Wunsch, dass "es in den nächsten Spielen anders gemacht wird", sprich, dass es mehr Netto-Spielzeit geben wird, könnte schon am Sonntag in Erfüllung gehen. Denn mit Bielefeld treffen die Niedersachsen auf ein Team, welches "das Spiel aktiv gestalten und wenig Unterbrechungen will". Genau wie seine Mannschaft, weshalb Titz ein "attraktives Spiel" erwartet. Und wohl eines mit deutlich mehr Netto-Spielzeit.