Achraf Hakimi erlebt in diesen Wochen seine bisher vielleicht schönste Zeit in seiner Fußballerkarriere. Der Rechtsverteidiger von Paris Saint-Germain zählt zu den herausragenden Spielern der FIFA Klub-Weltmeisterschaft 2025™ und überzeugte nun auch im Halbfinale gegen Real Madrid. Sein Team gewann mit 4:0 und trifft nun im Finale auf Chelsea FC.
Hakimi sorgte auf seiner rechten Seite permanent für Gefahr, zeigte sich defensiv stabil gegen Vinícius Júnior und bestätigte zugleich seine taktische Reife. Den dritten Treffer, erzielt von Fabián nach einer sehenswerten Kombination, bereitete er selbst vor. Für den 25-Jährigen war es ein besonderer Moment: Er besiegte jenen Verein, bei dem er ausgebildet wurde und seine ersten Schritte im Profifußball machte.
Geboren wurde Hakimi am 4. November 1998 in Madrid, als Sohn marokkanischer Eltern, die in Spanien eine bessere Zukunft suchten. "Meine Eltern haben viel für mich geopfert. Meine Mutter putzte Häuser, mein Vater war Straßenverkäufer. Sie wollten, dass es meinen Geschwistern und mir an nichts fehlt", erinnerte sich Hakimi einst in einem Interview mit El Chiringuito.
Aufgewachsen in bescheidenen Verhältnissen in Getafe, entwickelte er früh Ehrgeiz und Zielstrebigkeit – mit dem Fußball als wichtigstem Ventil. Seine ersten Schritte mit dem Ball machte er im Viertel, ehe er beim CD Colonia Ofigevi ins Vereinsleben einstieg. Mit nur acht Jahren wurde er vom Nachwuchsprogramm von Real Madrid entdeckt. Zwischen 2006 und 2017 durchlief er sämtliche Jugendmannschaften der Königlichen – von der U9 bis hin zur ersten Mannschaft.
Ein zentraler Förderer in dieser Entwicklung war Zinedine Zidane. Der damalige Cheftrainer vertraute Hakimi 2017 den Sprung in die erste Mannschaft an und ließ ihn in der Liga gegen Espanyol debütieren. In jener Saison absolvierte er neun Ligaspiele, erzielte zwei Tore und kam unter anderem auch in der UEFA Champions League zum Einsatz. Zidane schenkte ihm nicht nur Spielzeit, sondern öffnete ihm auch die Tür zur Elite des Weltfußballs.
Nach dem Halbfinale sprach Hakimi mit DAZN. Einer der Kommentatoren war Guti, der ihn schon in der Jugendzeit bei Real Madrid begleitet hatte. "Ich war damals bei Castilla und habe ihn gefragt, ob ich beim Juvenil A mitspielen darf, um zu helfen. Es war ein tolles Jahr und eine wertvolle Erfahrung. Ich erinnere mich vor allem an den Menschen Guti und bin dankbar für die Chance, die er mir gegeben hat. Ich hoffe, dass er als Trainer weitermacht", so Hakimi.
Bevor er in Paris landete, führte ihn sein Weg über Deutschland und Italien. Die Leihe zu Borussia Dortmund war ein Meilenstein in seiner Entwicklung. Unter Trainer Lucien Favre reifte er zu einem der explosivsten Außenverteidiger Europas – mit Tempo, Offensivdrang und defensiver Stabilität. In zwei Jahren in der Bundesliga absolvierte er 73 Spiele, erzielte 12 Tore und lieferte 17 Vorlagen. Diese Leistungen ebneten ihm den Weg zu Inter Mailand, wo er 2020/21 die Serie A gewann.
Im Sommer 2021 verpflichtete ihn PSG für rund 60 Millionen Euro – und machte ihn damit zu einem der teuersten Außenverteidiger der Fußballgeschichte. Seither hat sich Hakimi in Paris als Schlüsselspieler etabliert und ist einer der stellvertretenden Kapitäne. Seine Zusammenarbeit mit Mbappé – mit dem ihn eine enge Freundschaft verbindet – sowie zunächst mit Neymar und heute mit Dembélé und Doue, hat ihn an die Weltspitze seiner Position geführt. Inzwischen hat er 174 Pflichtspiele für PSG bestritten, 25 Tore erzielt und 35 Vorlagen gegeben. Bei dieser Klub-WM präsentiert er sich in absoluter Topform: mit Tempo, Tiefe und dem Selbstverständnis eines Führungsspielers.
"Im heutigen Fußball ist es entscheidend, dass alle gemeinsam laufen und in die gleiche Richtung gehen. Einzelne Topspieler können Spiele gewinnen – aber um Titel zu holen, braucht es eine Mannschaft. Luis Enrique hat das geschafft, und ich bin sehr glücklich, Teil dieses Teams zu sein", erklärte er nach dem Sieg über Real Madrid.
Achraf Hakimi steht sinnbildlich für viele Jungs aus der Vorstadt, die davon träumen, es im Fußball ganz nach oben zu schaffen. Von den Straßen Getafes bis zu den ganz großen Bühnen der Welt – und nun sogar mit einem Sieg gegen den Verein, bei dem er aufgewachsen ist. Ein Spieler, der die Schnelligkeit eines Flügelstürmers mit der taktischen Disziplin eines Real-Madrid-Absolventen und der Entschlossenheit eines geborenen Anführers vereint.