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"Wir kamen nie ans Limit": Gernlein gibt Bambergs Titelhoffnung trotz Fehlstart nicht auf

kicker

Die Favoritenrolle in einer Liga ist oft schnell vergeben: Meist zählen dazu der Vorjahreszweite oder -dritte, die den Aufstieg knapp verpasst haben, ebenso wie ambitionierte Teams, die sich gezielt verstärkt haben - und natürlich die Absteiger. In der Bayernliga Nord fällt diese Rolle in der aktuellen Saison dem FC Eintracht Bamberg zu.

Nach zwei Jahren in der Regionalliga Bayern mussten sich die Domreiter im Sommer aus der vierthöchsten Spielklasse verabschieden - ein Schicksal, das der Klub gefasst annimmt. "Als Absteiger wirst du immer zum Kreis der Favoriten gezählt. Und auch, wenn wir nicht wie ein Favorit gestartet sind, sehen wir uns am Ende dennoch in der Spitzengruppe", ordnet Trainer Jan Gernlein die Ausgangslage ein.

Nachlässig zu Saisonbeginn

In jener Spitzengruppe rangieren die Domreiter nämlich noch nicht: Nach dem Auftaktsieg in Coburg sowie einer 2:0-Halbzeitführung an Spieltag zwei schien der FCE seinen Ambitionen direkt gerecht werden zu können, verlor gegen Fortuna Regensburg allerdings noch (2:4) und blieb anschließend weitere vier Spiele ohne Dreier.

Infolgedessen hieß die Realität zwischenzeitlich unteres Tabellenmittelfeld - zu Recht, wie Gernlein unverblümt zugibt: "Wir waren in allen Phasen des Spiels zu Beginn der Saison nachlässig und wurden dafür von den Gegnern bestraft." Was der Coach damit meint? Sowohl im Spiel gegen als auch mit Ball habe man nicht die nötige und zweifelsfrei vorhandene Qualität abgerufen.

„Am Ende geht’s nur darum, wie du es jede Woche auf die Platte bekommst.“ (Jan Gernlein)

Konkret heißt das: Fehlen im gegnerischen Ballbesitz die nötige Galligkeit und im eigenen Spiel der Mut mit dem Ball am Fuß, wird es schwer, erfolgreich zu sein - ganz unabhängig von der Liga. "An sich geht es nicht darum, in welcher Liga du spielst, sondern wie sehr du ans eigene Maximum kommst. Am Ende geht’s nur darum, wie du es jede Woche auf die Platte bekommst. Wir hätten es selbst in der Hand gehabt, anders zu starten, kamen aber nie ans Limit", betont der langjährige Coach und schiebt somit den Statuswechsel nach dem Abstieg beiseite: Schließlich hatten die Bamberger in der Regionalliga ihr Glück stets über ein schnelles Umschaltspiel gesucht. Doch, weil sich die Spielweise der Gegner zur Regionalliga nun deutlich unterscheidet, wartet auf die Domreiter in der Bayernliga ein aktiverer Part.

Solide Defensive als Erfolgsbasis

Dessen sind sich die Oberfranken bewusst und wollen jenem Part besser gerecht werden als noch zu Saisonbeginn, erklärt Gernlein: "Anfangs haben oft nicht so kontrolliert Fußball gespielt, wie wir das einerseits wollen oder andererseits ebenso können. Dadurch haben wir ganz einfach zu viele Gegentore kassiert."

Zehnmal klingelte es beispielsweise in den ersten fünf Partien im eigenen Kasten - zu oft, um konstant erfolgreich zu sein. Immerhin hielt sich der FCE in den vergangenen vier Begegnungen defensiv nun dreimal schadlos, wobei die Gegner aus Großschwarzenlohe (2:0), Regensburg (1:0) und Hof (3:0) durchaus ihre Chancen zu eigenen Treffern hatten. So war selbst das Oberfrankenderby gegen die SpVgg Bayern bis tief in die zweite Halbzeit eine enge Geschichte - der FCE war letztendlich vor dem gegnerischen Kasten ganz einfach effektiver.

Jene Effektivität ist in vielen Partien der Bayernliga ausschlaggebend, weil die Leistungsdichte bei allen 17 Mannschaften sehr eng beieinanderliegt. Trotz eines Negativlaufs zu Beginn mit nur einem Sieg aus den ersten sechs Begegnungen liegen die Bamberger nur neun Punkte hinter dem Tabellenführer aus Neumarkt - haben aufgrund des Spielausfalls am Wochenende allerdings noch eine Partie weniger absolviert.

Eins ist somit klar: Wirklich konstant war im ersten Saisondrittel noch kein Team - für Gernlein einer der großen Unterschiede zwischen vierter und fünfter Liga. "In der Bayernliga ist die Qualität natürlich geringer als in der Regionalliga", erklärt der 33-Jährige und fügt schmunzelnd hinzu: "Bevor jetzt jemand denkt, ich rede über die anderen Teams, kann ich alle beruhigen: Bisher sind wir schließlich auch nicht konstant genug." Zeit, es besser zu machen, bleibt jedoch noch. Vielleicht steht dem FC Eintracht Bamberg ja schon bald ein goldener Herbst bevor?