Bundestrainer will vor der Nominierung klare Verhältnisse schaffen
Mit ihrem 4:0-Sieg gegen die Niederlande hatte die deutsche Elf zuletzt unter Beweis gestellt, dass mit dem aktuellen Lehrgang auch ein großer Entwicklungsschritt einherging. "Wenn man die Niederlande 4:0 schlägt und so auftritt, gibt das sehr viel Selbstvertrauen, sehr viel Überzeugung. Dafür wollten wir die Nations League nutzen. Wir wollten die Gruppe als Tabellenerster abschließen, und das ist uns gelungen", sagte Bundestrainer Christian Wück im Rahmen der Abschluss-Pressekonferenz vor dem am Dienstag anstehenden letzten Nations-League-Duell gegen Österreich (20.30 Uhr, LIVE! bei kicker).
"Jetzt wollen wir noch das Sahnehäubchen, und die Österreicherinnen auch schlagen, den Schwung mitnehmen. Wir wollen ähnlich auftreten, auch wenn wir wissen, dass die Österreicherinnen ein anderes System spielen und eine komplett andere Mannschaft auf uns wartet."
Im Hinspiel (4:1) habe man in der ersten Hälfte noch Probleme gehabt, die man im zweiten Durchgang in den Griff bekommen konnte. Diesmal wolle man die Mannschaft so vorbereiten, "dass wir von der ersten bis zur letzten Minute ein gutes Spiel zeigen werden". Das 4-4-2-System der Österreicherinnen erfordere jedoch eine Anpassung des Anlauf- und Pressingverhaltens. "Wir werden das Abschlusstraining nutzen, um genau das den Mädels zu erläutern. Und dann hoffe ich, dass wir diese Überzeugung in unserem Spiel auch gegen die Österreicherinnen sehen werden", kündigt Wück an.
Der Großteil des Kaders fährt auch zur EM
Personell hat der Bundestrainer bereits vier Änderungen in der Startelf beschlossen. Zwei Spielerinnen wolle man "noch mal die Chance geben, sich zu zeigen", zwei Wechsel gibt es aufgrund des gegnerischen Systems. "Wir glauben, dass die persönlichen Fähigkeiten der Spielerinnen für diesen Gegner einfach besser passen."
Da die Partie in Wien auch das letzte Spiel vor der am 2. Juli beginnenden EM in der Schweiz ist, führt der Bundestrainer auch bereits Gespräche mit Blick auf die finale Kader-Nominierung am 12. Juni. "Wir versuchen jetzt schon mit allen Spielerinnen hier zu sprechen. Wir wollen schon vor der Nominierung klare Verhältnisse schaffen, damit die Spielerinnen wissen, woran sie sind."
Dabei liege es auf der Hand, dass "die Mehrzahl der Spielerinnen, die jetzt hier sind, mit zur Europameisterschaft fahren. Wir haben eine sehr gute Struktur in der Mannschaft, sehr viele unterschiedliche Charaktere, die sich gut ergänzen. Dass wir bei vielen die richtige Auswahl getroffen haben, haben die Mädels schon gegen die Niederlande gezeigt und ich hoffe, dass sie das gegen Österreich noch mal bestätigen".
Senß steht außer Frage, Fragezeichen hinter Zicai
Eine, die ihre Nominierung und wohl auch ihren Stammplatz im Team schon sicher hat, ist Elisa Senß von Eintracht Frankfurt. "Elisa hatte mit die meiste Einsatzzeit unter meiner Regie. Das alleine ist schon Wertschätzung genug, um ihr zu zeigen, dass sie ein unheimlich wichtiger Bestandteil der Mannschaft ist. Aus meiner Sicht hat sie Fähigkeiten, die im Frauenfußball nur selten zu sehen sind. Von daher ist Elisa eine, die außer Frage steht", ist Wück voll des Lobes für seine defensive Mittelfeldspielerin.
Ob die Angreiferin Cora Zicai zum EM-Aufgebot zählen wird, ist aktuell noch unklar, nachdem die künftige Wolfsburgerin mit einer muskulären Verletzung von der Nationalmannschaft abreisen musste. "Ich hoffe, dass ich vor der Nominierung von den Ärzten eine klare Aussage bekomme, um dann eine Entscheidung zu treffen", kündigt Wück an.