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Zu grün hinter den Ohren? Reifeprüfung für die Bayern-Amateure in Ansbach

kicker

Vier Punkte Vorsprung auf den ersten Abstiegsrelegationsplatz, 13 Zähler Rückstand auf Spitzenreiter Unterhaching, Tabellenplatz 11. Zwar haben die Bayern-Amateure teils zwei Spiele weniger ausgetragen als die Konkurrenz, der bisherige Saisonverlauf aber kann dennoch niemanden zufriedenstellen beim Nachwuchs des Rekordmeisters.

Natürlich auch Trainer Holger Seitz nicht. "Ja, da haben wir tatsächlich ein Thema", bekannte er nach der jüngsten 1:3-Heimpleite am vergangenen Samstag gegen die Würzburger Kickers und meinte damit die äußerst schmale Offensivausbeute zuletzt.

War Artur Degrafs wertloser Ehrentreffer am Samstag zum 1:3-Endstand tief in der Nachspielzeit doch das einzige Tor der kleinen Bayern in den letzten drei Partien, die alle verloren wurden. Die beiden 0:1-Niederlagen zuvor in Hankofen-Hailing und Vilzing hatten Spuren hinterlassen, wie am Samstag deutlich zu erkennen war.

"Die Jungs merken ja auch, dass sie Stress haben", bekennt Seitz. So zerpflückte Würzburg den FCB-Nachwuchs nach einem passablen ersten Abschnitt nach dem Wiederanpfiff mit drei Toren in sechs Minuten fast ohne Widerstand. Schlimmer noch: Bei allen Gegentoren halfen die Münchner bereitwillig mit. Entweder durch zu zaghafte Zweikampfführung oder durch tödliche Ballverluste am eigenen Strafraum.

Rohdiamant Karl strahlt nur selten

Auch Regionalliga-Debütant Lennart Karl, bislang in dieser Saison ausschließlich bei den Profis im Einsatz, war dabei keine Hilfe. Nun kann das von einem 17-Jährigen auch nicht erwartet werden. Ebenso nachvollziehbar, dass sich sein Trainer nach dem Abpfiff schützend vor eines der größten Talente der vergangenen Jahre aus dem Bayern-Nachwuchs stellt. Karl sei, so Seitz, "aktiv gewesen" und habe einige "richtig tolle Aktionen gehabt".

Das enorme Potenzial des Rohdiamanten war in der Tat in nahezu jeder Aktion erkennbar, der Ertrag jedoch bezifferte sich auf null, dazu gesellten sich defensive Nachlässigkeiten. Womit der aufregendste Akteur auf dem Platz zugleich die Defizite der kleinen Bayern verkörperte.

Dabei ist Seitz gewiss nicht der Schönfärberei verdächtig. So räumt er offen ein, dass "die Punktausbeute in den ersten drei Spielen zwar optimal war, die drei Siege aber auch nicht so klar waren, wie man vielleicht meinen könnte".

Abwehrproblem "an der Anzahl der Gegentore ersichtlich"

Auch zu Saisonbeginn habe seine Elf "schon Themen in der Rückwärtsbewegung gehabt", was "ja auch an der Anzahl der Gegentore ersichtlich ist". Die Ursachenforschung gestaltet sich dabei - anders als die Suche nach Lösungen - nicht sonderlich kompliziert. "Die individuelle Qualität ist da, das sieht man ja auch in der ein oder anderen Situation", erläutert der 50-jährige Bayern-Coach, "auf der anderen Seite sieht man aber auch, dass uns in manchen Situationen noch die Erfahrung fehlt".

Insbesondere, so Seitz, "bei Dingen, die eben im Herrenfußball elementar wichtig sind, wie etwa Durchsetzungsvermögen im Eins-gegen-eins, sowohl offensiv als auch defensiv". Diese Entwicklungsschritte begleitet der erfahrene Trainer seit vielen Jahren, seine aktuelle Mannschaft sei wie ihre Vorgänger zu diesem Zeitpunkt "noch in der ersten Phase".

Wie lange ein Spieler benötigt, um im Erwachsenenfußball auch physisch Fuß zu fassen, könne "man nicht vorhersehen, das ist individuell zu betrachten, bei einem geht es von einem Spiel auf das nächste, bei anderen dauert es etwas länger".

Härtest in Ansbach

Schon am Freitagabend kann der FC Bayern II bei der formstarken SpVgg Ansbach, die seit fünf Spielen unbesiegt ist, beweisen, dass die zuletzt gesammelten "Erfahrungswerte, so schmerzhaft sie auch sein mögen, jeden einzelnen Spieler voranbringen werden".

Es ist übrigens auch nicht das erste Mal in diesem Jahr, dass die Bayern-Amateure drei Spiele in Serie verlieren. Zu Beginn des Jahres wurde in den ersten sechs Partien nur ein Punkt verbucht. Seitz ist routiniert genug, um seine unerfahrene Mannschaft auch in dieser Runde wieder in die Spur zu bringen. Am Freitag in Ansbach, im bereits zehnten Saisonspiel, sollte sich allerdings allmählich ein Lerneffekt einstellen.