Fehlercode: %{errorCode}

Zukunftsaktie Steinbauer: Admira besteht herbstliche Mutprobe

kicker

Groß geworden ist Clemens Steinbauer beim Deutschlandsberger SC in der Steiermark - und mit 1,90 m ist das wörtlich zu nehmen. Sein Vater war für den gestandenen Regionalliga-Mitte-Klub ehrenamtlich tätig und brachte den Junior zum Kicken. Mit 23 Jahren spielte der Torhüter nun seine erste Halbsaison im Profifußball. Im Kasten von Admira Wacker war Steinbauer im Herbst mit fünf Zu-Null-Partien bei zwölf Einsätzen in der 2. Liga mitverantwortlich dafür, dass die Südstädter voll im Aufstiegsrennen sind.

Im Sommer wurde der junge Keeper von Ralph Muhr vom LASK in die Südstadt gelotst. Der Admira-Sportdirektor setzt vermehrt auf Talente. Davor hatte Steinbauer, der als dritter Goalie der Kampfmannschaft im Profikader trainierte, beachtliche 30 Regionalliga-Einsätze für die LASK Amateure sowie 70 RLM-Partien für Deutschlandsberg absolviert. Als die Athletiker im Frühjahr unter Ex-Coach Markus Schopp entschieden, die Verlängerungsoption auf Steinbauer nicht zu ziehen, sah der Steirer im Angebot aus Niederösterreich die beste Chance auf Spielzeit im Profibereich. Nachdem sich Routinier Jörg Siebenhandl zu Beginn der Saison verletzt hatte, war die Chance gekommen.

"Erwarte mir faire und leistungsgerechte Chance"

Dass Steinbauer diese Gelegenheit in insgesamt 14 Pflichtspielen (inklusive ÖFB-Cup) nahezu perfekt nutzte, wurde dem Youngster von Fans, Verein und Medien bestätigt. Nun gilt es für Steinbauer, die nächste Herausforderung zu bewältigen - denn der mit reichlich nationaler wie internationaler Erfahrung ausgestattete Siebenhandl ist seit einigen Wochen wieder fit und ins Admira-Tor zurückgekehrt. "Natürlich war es hart für mich, wieder den Schritt zurück in die zweite Reihe zu machen - weil die Leistungen ja gepasst haben", sagt Steinbauer im Gespräch mit dem kicker. "Aber ich nehme diese Challenge auch gerne an und erwarte mir eine faire und leistungsgerechte Chance."

Trainer Thomas Silberberger vertraut vorerst der Erfahrung von Siebenhandl, der in den letzten drei Runden wieder Admiras Einser-Goalie war. Das mit 2:1 gewonnene Derby gegen St. Pölten war am 7. November der bis dato letzte - abermals überzeugende - Auftritt von Steinbauer, der bei seiner Ankunft in der Südstadt die Trikotnummer 1 gewählt hatte. "Das sagt einiges über ihn aus", meint Thomas Schwarz vom Sportdienstleister und -berater All4Stars, der mit Chefscout Gerhard Frey den im Positionsspiel und Eins-gegen-Eins auffällig starken Goalie in ganz jungen Jahren an Bord geholt hatte.

"Fußballer wollte ich immer werden", erinnert sich Steinbauer noch an seine frühe Kindheit und Jugend. "Das klare und dann realistische Ziel, Fußballprofi zu werden, hatte ich ab 16." Von den Eltern kam viel Unterstützung, das richtige Mindset für die herausfordernde Position im Tor hatte er schon immer. "Angst vor Fehlern kenne ich nicht, das wäre als Torhüter natürlich fatal", betont Steinbauer. “Mit dem Druck bin ich auch immer gut zurechtgekommen."

Vorbild Neuer und Admira-1er in Bundesliga das Ziel

Erwartungs- und Leistungsdruck nehmen naturgemäß mit jeder Spielklasse höher beträchtlich zu. Das oberste Ziel in Österreich ist für Steinbauer demnach die Bundesliga - am liebsten gleich nach dieser Saison mit der Admira. Mittel- und langfristig will der Keeper den Sprung ins Ausland schaffen. Vorbild seit Kindestagen ist Manuel Neuer, sowohl was dessen damals revolutionäres Torwartspiel an sich betrifft als auch die akribische Arbeitsweise des deutschen Bayern-Stars. Letzteres hat Steinbauer für sich übernommen. "Ich beschäftige mich sehr viel mit Ernährung, dem athletischen und mentalen Training."

Das Studium der Sportwissenschaften inskribierte er nach seiner Zeit im Sportgymnasium in Graz auch in der steirischen Hauptstadt. Seit Sommer wird die Ausbildung allerdings zurückgedrängt, da sechs bis sieben Mal Training pro Woche und der Traum von der steilen Profikarriere Vorrang haben. Geht es nach Steinbauer, wird er ab kommender Saison noch weniger Zeit haben. Denn spätestens dann will er als Einser der Admira in der Bundesliga spielen. Der Vertrag läuft bis 2027, wobei der Klub die Verlängerungsoption auf ein weiteres Jahr hat. Das Verfolgen des eigentlichen, jedoch bei vielen Vereinen verloren gegangenen Gedankens der 2. Liga, könnte sich dann sowohl sportlich als auch finanziell auszahlen: das Forcieren junger Österreicher im Profikick.