Ganz so groß wie bei seinem Abschied werden die Schlagzeilen nicht ausfallen, trotzdem hatte mit dieser Nachricht noch vor einigen Monaten nicht jeder gerechnet: Jordan Henderson kehrt mit 35 Jahren noch einmal in die Premier League zurück. Der langjährige Kapitän des FC Liverpool, der die Reds 2023 begleitet von viel Kritik Richtung Saudi-Arabien verlassen hatte, wechselt ablösefrei zum FC Brentford.
Bei Al-Ettifaq, damals trainiert von Steven Gerrard, war Henderson am Ende nur ein halbes Jahr geblieben, ehe er zu Ajax Amsterdam weiterzog. Dort hatte er bis zuletzt eine Führungsrolle inne und schaffte sogar den Sprung zurück in die englische Nationalelf, bat dann aber um Vertragsauflösung - der Weg zum Comeback auf der Insel war frei.
Brentford-Coach Andrews voll des Lobes
In Brentford muss er eine große Lücke schließen. Mit Kapitän Christian Nörgaard (Arsenal), Stammkeeper Mark Flekken (Bayer Leverkusen) und Verteidiger Ben Mee (derzeit vereinslos) haben drei erfahrene Kräfte den Klub verlassen, der außerdem Erfolgstrainer Thomas Frank an Tottenham verlor.
Dessen Nachfolger hält große Stücke auf Henderson, der für zwei Jahre unterschrieb. "Wir haben seine letzten Spiele genau unter die Lupe genommen, um zu sehen, wo er steht: Er ist immer noch phänomenal fit und er ist immer noch phänomenal motiviert, etwas zu erreichen, nachdem er bereits viel erreicht hat", wird Keith Andrews zitiert. "Jordan ist einer der einflussreichsten Führungsspieler der modernen Premier League."
Henderson: Seit März zurück in der Nationalelf
Henderson, der 492 Pflichtspiele für Liverpool absolvierte, wurde unter Jürgen Klopp als Kapitän unter anderem Meister und Champions-League-Sieger. Mit Caoimhin Kelleher, Sepp van den Berg und Fabio Carvalho trifft er in Brentford auf drei frühere Wegbegleiter aus Liverpooler Zeiten und sagt: "Es ist schön, ein paar bekannte Gesichter zu sehen."
Henderson will sich in der Premier League auch weiter für Nationaltrainer Thomas Tuchel empfehlen, der ihn im März ins Team der Three Lions zurückgeholt hatte. Für die EM 2024 war er von Gareth Southgate nicht nominiert worden.