"Die Stärke der Mannschaft liegt definitiv in der Leidenschaft und den Emotionen", sagt der ehemalige Bundesliga-Rechtsaußen im Gespräch mit handball-world. Weiter fügt er an: "Das haben wir 2024 bei der EM in Deutschland gemerkt, und die hat uns damit auch übers Turnier getragen. Natürlich ist auch eine gewisse Qualität da, das darf man nicht vergessen."
Diese Qualität sieht er besonders in Lukas Hutecek. Der Spielmacher vom TBV Lemgo ist der Dreh- und Angelpunkt des Offensivspiels, auf ihn müssen die Deutschen heute also besonders aufpassen. Neben den offensichtlichen Stars wie Mykola Bilyk oder Constantin Möstl sieht Weber einen Youngstar als Geheimwaffe: Leon Bergmann.
Der 21-Jährige ist Torhüter und spielt seit dieser Saison beim Schweizer Serienmeister Kadetten Schaffhausen. Sein Talent steht außer Frage, er wurde bei den U-18- und U-20-Europameisterschaften 2022 und 2024 als bester Torhüter ausgezeichnet. Mit ihm und Möstl seien die Österreicher überdurchschnittlich gut zwischen den Pfosten aufgestellt.
Spanische Schule
Weber, der bei der letzten Europameisterschaft noch ins All-Star-Team berufen wurde, beendete 2024 seine Karriere in der Nationalmannschaft, spielte also noch nicht unter dem neuen Trainer Iker Romero. Romeros Handschrift konnte er aber in der bisherigen Spielzeit schon klar erkennen.
"Das ist viel spanische Schule, da wird häufig der Kreisläufer gesucht. Da wirft Tobias Wagner auf einmal zehn Tore. Ich weiß nicht, ob es das in der Nationalmannschaft schon gab."
Generell sieht aber auch er das Thema um den siebten Feldspieler, was bereits vor dem Spiel für gewaltigen Zündstoff sorgte, als Mittel der Wahl. Gerade die Qualität am Kreis und die Passstärke von Hutecek & Co. würden sich dafür perfekt anbieten.
Was traut er den beiden zu?
Seinem Heimatland spricht er ganz klar die Außenseiterrolle zu: "Die Gruppe mit Spanien, Deutschland und Serbien ist wirklich undankbar. Wir sind in kaum einem Spiel Favorit, aber das waren wir ja 2024 auch nicht." Prinzipiell traut er seiner Nation schon den zweiten Platz in der Gruppenphase zu, dafür wäre aber mindestens ein Unentschieden gegen Spanien oder Deutschland nötig. Die Wahrscheinlichkeit für einen Punktgewinn sieht er gegen Spanien höher.
Für das deutsche Team ist Weber aber optimistisch: "Nach dem, was ich gesehen habe, vor allem das Heimspiel gegen Kroatien, traue ich Deutschland eine Medaille zu. Ich war sehr beeindruckt, muss ich zugeben. Besonders die Neuen um Matthes Langhoff, mit dem ich selbst noch zusammengespielt habe, machen ihren Job hervorragend. Das macht sehr viel Spaß beim Zuschauen."
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