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GFL-Playoffs: Dominiert der Norden erneut?

kicker

Alle Teams in der German Football League haben ihre zwölf Partien der Regular Season hinter sich. Während die Paderborn Dolphins in die Relegation um den Klassenerhalt müssen, treffen im Viertelfinale der Playoffs die vier besten Vertreter der GFL Nord auf die vier stärksten Teams aus dem Süden.

In den Interconference Games zwischen beiden Gruppen zeichnete sich in den bisherigen Duellen zwischen Nord und Süd ein klares Bild ab. Von 16 Spielen gewann der Süden nur Zwei. Damit stellt sich die Frage, wer sich überhaupt in der ersten Runde gegen den Norden durchsetzen kann?

Lediglich das schwächste Team aus Paderborn verlor beide Interconference Games gegen die Straubing Spiders und die Pforzheim Wilddogs. Alle anderen nördlichen Anwärter auf den Titel konnten sich durchsetzen. Teilweise kommt es im Viertelfinale sogar zum Rückspiel. So erinnern sich die Schwäbisch Hall Unicorns und die Munich Cowboys sicher ungern an ihre deutlichen Niederlagen aus der regulären Saison zurück.

Schwäbisch Hall nur Außenseiter

Doch arbeiten wir uns in der Tabelle von unten nach oben hoch. Schließlich sollten wir dem aktuellen Meister der GFL Süd aus Ravensburg doch die höchsten Chancen auf ein Weiterkommen zusprechen. Denn der Serien-Champion der letzten Jahre, die Unicorns, konnte sich nicht durchsetzen und erreichte nach einer Niederlage gegen München nur auf Platz vier die Playoffs.

Schwäbisch Hall wird sich trotzdem mit ihrer großen Geschichte und ihrem Stolz gegen alle Bemühungen des amtierenden Deutschen Meisters Potsdam Royals stemmen. Doch in der aktuellen Form werden sie die Brandenburger, die zuletzt sogar mit den Dresden Monarchs (31:6) den Boden aufwischten, nicht aufhalten. Potsdam wird ins Halbfinale einziehen und es ist egal, wen sie dort treffen. Da sind sie erneut klarer Favorit auf die Finalteilnahme in Dresden.

Pforzheim hat alles erreicht

Für die Pforzheim Wilddogs kommt es im Viertelfinale zur Kür. Sie haben bereits jetzt mehr erreicht, als wir es dem Aufsteiger vor der Saison zutrauen wollten. Der Druck liegt damit ganz eindeutig bei den Dresden Monarchs, die unbedingt ins "Finale Daheeme" einziehen wollen und auf Revanche gegen die Potsdam Royals sinnen.

Bis dahin dürfen sich die Königlichen aber keinen Ausrutscher leisten. Das ist die K.O.-Phase, in der ein schwaches Quarter das Aus bedeuten kann. Pforzheim wird unbesorgt aufspielen, ein paar verrückte Plays probieren und jede sich bietende Überraschung nutzen. Dann kann so ein Spiel plötzlich kippen, wir haben das oft erlebt. Aber Dresden bleibt bis dahin der erste Herausforderer auf die Deutsche Meisterschaft.

München geht die Luft aus

Vielleicht war der Sieg im entscheidenden Duell über die Schwäbisch Hall Unicorns der späte Weckruf. Denn nachdem die Munich Cowboys furios in die Saison gestartet waren, ging ihnen zum Saisonende die Luft aus. Beeindruckend war das auch im direkten Duell mit den Berlin Rebels vor einem guten Monat zu sehen, als sie mit 10:28 verloren.

Doch die Vorzeichen sind nun andere. Beim letzten Aufeinandertreffen spielten die Rebels zu Hause in Charlottenburg. Diesmal müssen sie sich auf die lange Reise in die bayerische Landeshauptstadt machen, wo die Cowboys, die im Jugendbereich eine Kooperation eingegangen sind, im Dantestadion auf sie warten. Außerdem könnte München zum entscheidenden Moment in der Saison wieder in die Spur gefunden haben.

In diesem Fall wäre ein Erfolg des Heimteams dennoch ein Überraschungssieg. Denn die Rebels haben über die gesamte Saison konstant gespielt und sich, abgesehen von Dresden und Potsdam, in jedem Spiel behauptet. Daher sind sie das Team, das am ehesten das prognostizierte Finale aus Monarchs und Royals verhindern kann. Das Halbfinale ist da Pflicht.

Auf den Süd-Meister kommt es an

Bereits in der vergangenen Saison konnte sich kein einziges Team aus dem Süden im Viertelfinale durchsetzen. Lediglich zwei Erfolge gegen den möglichen Absteiger aus Paderborn lassen auch in diesem Jahr kein gutes Resümee zu. Wenn alles so eintrifft, wie vorhergesehen, liegt die letzte Möglichkeit bei den ifm Razorbacks Ravensburg, die Ehre der Süd-Teams wiederherzustellen.

Die Razorbacks empfangen zu Hause die Kiel Baltic Hurricanes und schöpfen im Vorfeld jedes Mittel des mentalen Vorteils aus. So findet die Partie erst am Sonntag um 15 Uhr statt. Für die Kieler ein Nachteil, wenn sie während des Spiels nur die über zehnstündige Rückfahrt an die Ostsee bis tief in die Nacht in ihren Köpfen haben, wenn manche sogar am nächsten Tag wieder auf der Arbeit erscheinen müssen.

Die Hurricanes werden das aber gelassen sehen und mit aller Erfahrung eine Antwort auf dem Platz zeigen. Ob das genügt, bleibt aber abzuwarten. Denn Ravensburg ist nicht ohne Grund amtierender Champion der GFL Süd und verlässt sich seit mehr als einer Saison auf wichtige Säulen mit Quarterback Broghean McGovern und Head Coach John Gilligan.

Außerdem gewannen die Razorbacks bereits in der Saison zu Hause gegen Kiel und verloren auswärts in Hildesheim nur denkbar knapp. Wenn also eine Mannschaft am besten gerüstet ist, um den Norden in diesem Jahr herauszufordern, dann ist es das Heimteam aus dem südlichen Oberschwaben.