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Tipps aus Green Bay und Wetterkapriolen: Rams vor Bears-Showdown

kicker

Erst vor einem Jahr hatten es die Los Angeles Rams bis in die Divisional Round der NFL Playoffs geschafft - und dort sogar den späteren Super-Bowl-Sieger aus Philadelphia am Rande einer Niederlage. Beim am Ende knappen 22:28 bei den Eagles war den Mannen aus Kalifornien bei Dauerschneefall im finalen vierten Quarter jedoch kein "game-winning drive" mehr geglückt.

Top-Quarterback Matthew Stafford hatte dabei mit einem letzten verfehlten Wurf auf Star-Receiver Puka Nacua die Segel streichen müssen.

Das Gute nun: Ein Jahr später stehen die Rams erneut in der zweiten Playoff-Runde und haben - dieses Mal bei den vor einer Woche beim dramatischen Comeback-Sieg gegen die Green Bay Packers erfolgreichen Chicago Bears (31:27 nach 3:21) - das Weiterkommen fest im Blick.

Das möglicherweise Schlechte: In der "Windy City" und im offenen Soldier Field könnte es bei klaren Minusgraden durchaus wieder schneien - bei einer momentanen Wahrscheinlichkeit von über 50 Prozent.

Staffords Bilanz unter freiem Himmel

Und hier hat MVP-Kandidat Stafford, der die Regular Season mit famosen 4707 Passing Yards und 46 Touchdown-Pässen bei nur acht Interceptions abgeschlossen sowie vergangene Woche beim knappen 34:31-Wild-Card-Erfolg bei den Carolina Panthers ebenfalls überzeugt hat (304 Yards, drei TDs, eine INT), gelinde gesagt so seine Probleme.

Der inzwischen 37-jährige First Overall Pick im NFL Draft 2009 hat seine ersten NFL-Jahre schließlich bei den Detroit Lions (2009 bis 2020) meist unter dem eigenen Stadiondach verbracht, ehe er in den US-Sonnenstaat gezogen ist und dort mit L.A. auch schon den Super Bowl gewonnen hat (Anfang 2022 mit einem 23:20 gegen die Cincinnati Bengals - ausgetragenen im heimischen SoFi-Stadium).

Insgesamt kommt Stafford in seiner langen NFL-Laufbahn auf sechs NFL-Partien bei Temperaturen unter null Grad - dreimal in Green Bay, einmal in Chicago, einmal in Philadelphia, einmal in New York bei den Jets. Seine Bilanz? 3-3. Dabei sind ihm aber immerhin gute 15 Touchdown-Pässe bei nur drei Interceptions gelungen.

Blickt man allerdings auf seine letzten zehn Spiele draußen bei Regen/Schnee, lautet die Bilanz nur noch 1-9. Das alles bei 16 Scores und schon elf Interceptions.

Zudem haben die Rams keine guten Erfahrungen mit der Stadt Chicago gemacht: In den jüngsten zehn Gastspielen dort erreichten sie nur zwei Siege erreicht bei einer Punktedifferenz von minus 109. Einen Playoff-Auftritt bei Minusgraden hat es für die Kalifornier außerdem zuletzt 1983 gegeben (bei den Cowboys). Als Garnitur folgt zudem noch das: Das Gastspiel in der "Windy City" wird erst das dritte Playoff-Duell mit den Bears überhaupt sein. Dabei stieg das letzte 1985 im NFC-Finale, als das damals grandiose Chicago mit einer legendären Defense ein 24:0 erreichte und später im großen Endspiel die New England Patriots mit 46:10 überrollte.

McVay, LaFleur und der brüllende Johnson

Damit es dieses Mal aus L.-A.-Sicht klappt, hat sich Head Coach Sean McVay auch bei seinem Freund Matt LaFleur umgehört. Der Trainer der Green Bay Packers hatte schließlich bei seinen drei Duellen vieles richtig gemacht, Schwächen ausgekundschaftet, Lücken ausgenutzt und im Grunde dreimal den Sieg auf dem Silbertablett. Nur das Finish sollte nur einmal gut sein (28:21 in Week 14), zweimal ging "The Pack" bekanntlich nach einem starken Comeback der Bears als Verlierer vom Feld - in Week 16 (16:22 nach Overtime) und eben in der Wild Card Round jetzt.

Kurios: Rechnet man alle drei Spiele der NFC-North-Rivalen zusammen, hat Green Bay in 106 offensiven Plays mit einer Führung im Rücken gespielt. Chicago kein einziges Mal - und dennoch zwei Partien gewonnen.

Doch gerade die positiven Packers-Aspekte waren für Los Angeles' Head Coach McVay Grund genug, sich mit seinem früheren Weggefährten LaFleur (2017 Offensive Coordinator der Rams, zuvor beide zwischen 2011 und 2013 in Washington angestellt) auszutauschen. Auf die Frage, ob er mit LaFleur telefoniert habe, antwortete der seit 2017 im Amt befindliche McVay vielsagend: "Was denkst du?" Er ergänzte vor US-Medien: "Natürlich gucken wir uns selbst das Tape an, analysieren, machen unsere Arbeit. Aber Matt ist ein sehr enger Freund von mir."

Ob hier Chicagos Head Coach Ben Johnson zur Sprache kam? Unsicher. Dieser erst seit dieser Saison angestellte Mann (zuvor OC in Detroit) hatte sich aber jedenfalls nach dem jüngsten Weiterkommen ausgelassen in der Mannschaftskabine gezeigt und lauthals gebrüllt: "F... the Packers!" Und außerdem noch: "I hate those guys."

Das hat im Vorfeld der Divisionals auch Rams-Receiver Davante Adams auf den Plan gerufen. Der frühere Passempfänger der Packers unter Aaron Rodgers (2014 bis 2021) sagte nun im Gespräch mit NFL-Reporterin Kay Adams: "Green Bay ist in meiner Haut verankert. Einmal ein Packer, immer ein Packer." Professionell schloss er mit Blick auf den Auftritt in Chicago mit den Worten: "Am Ende geht es um die Rams und deren Weiterkommen. Aber wenn am Ende sie (die Packers-Fans; Anm. d. Red.) auch etwas davon haben, dann freut mich das natürlich auch."

Rückstände sind die Stärke der Bears

In jedem Fall wird es für Los Angeles darauf ankommen, neben der eigenen und sicherlich auch bei schwierigem Wetter absolut fähigen Offense (Stafford, Nacua, Adams, dazu Running Back Kyren Williams) konstant über die volle Spielzeit Druck auf Caleb Williams aufzubauen.

Der First Overall Pick des letztjährigen Drafts hat sich schließlich in dieser Saison stets gesteigert und mit zahlreichen eigenen Waffen - Rookie-Tight-End Colston Loveland, DJ Moore, Rome Odunze, Luther Burden, dazu die Läufer D'André Swift und Rookie Kyle Monangai) bereits zahlreiche Comebacks auf den Rasen gezaubert. Dabei hat sich auch der neue Head Coach Johnson direkt bewährt und gezeigt, den Spielplan anpassen und erfolgreich abwandeln zu können.

Dass das dieses Mal nicht passiert, dafür muss Rams-Defensive-Coordinator Chris Shula (Head-Coach-Kandidat unter anderem bei den Steelers) mit seiner Unit um die Pass Rusher Jared Verse, Kobie Turner und Byron Young sorgen.