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Kopf-an-Kopf: Revanche oder Threepeat im GFL-Bowl?

kicker

Wir blicken auf die wichtigsten Playmaker der beiden Offenses, aber wollen vor allem die hochkarätigen Defenses nicht zu kurz kommen lassen. Denn dort liegt für beide Teams über die gesamte Saison bereits der Schlüssel zum Erfolg und da werden ihn die zwei Kontrahenten auch im Endspiel suchen.

Schließlich trifft am Samstag die beste auf die zweitbeste Scoring Defense in diesem Jahr. Warum das im Finale trotzdem nicht für eine punktearme Abwehrschlacht spricht, sondern wir am Ende ein vergleichbares Spektakel wie im letzten GFL-Bowl 2024 erwarten dürfen, erklärt sich in dieser Kolumne.

Die nackten Zahlen

Im American Football geht nichts über Statistiken. Dank Stats’n’Score gibt es in dieser Saison sehr genaue und aufschlussreiche Angaben zu den Teams, die wir natürlich noch in den richtigen Kontext setzen müssen. Hier erstmal der Blick auf die nackten Zahlen und die wichtigsten Playmaker:

Der Fokus geht auf die Defenses, vornehmlich die Defensive Lines. Dresden hat hier in den letzten Jahren viel Coaching-Arbeit einfließen lassen. 2023 übernahm Paul Alexander als ehemaliger Offensive Line Coach der Dallas Cowboys und der Cincinnati Bengals. Auf ihn folgte Greg Seamon, der zuvor auf höchstem College-Level als Offensive Coordinator die Fäden im Angriff zog. Beide konzentrierten ihre Arbeit vorwiegend auf die Trenches, um Offensive und Defensive Line auf ein meisterliches Niveau zu bringen.

Das Resultat sind enorm physische Mannschaftsteile auf beiden Seiten des Balles, mit denen gegnerische Teams vor allem konditionell ihre Probleme bekamen. Die Dresden Monarchs sorgen zwar für weniger Big Plays und setzen stattdessen auf ein Geduldspiel, das hat sich in dieser Saison aber nur ein einziges Mal nicht ausgezahlt.

Ausgerechnet gegen die Potsdam Royals erlaubten sie sich 31 Punkte und verloren bereits früh im Spiel den Kontakt zum Gegner. Daher wird es auch im Endspiel sehr wichtig sein, durch eigenes Scoring auf Tuchfühlung zu bleiben, um am Ende des Spiels die Faktoren Physis und Ausdauer ausspielen zu können.

Potsdam spielt hingegen überaus aggressiv mit seiner Front Seven. Playmaker, wie Ethan Hurst und Ryan Minniti, die in kleineren Divisions im College Football viel Erfahrung sammeln durften, erkennen zügig den Plan des Gegners und schießen dann mit dem gesamten Corps an den Ort des Geschehens.

Nicht selten erleben wir sechs oder mehr Verteidiger, die an einem Tackling beteiligt sind oder sehr nah am Ball sind. Zwangsläufig führt dies zu mehr Turnovern und zu einer sehr starken Ausbeute in der Red Zone. Denn dort, wo der Spielraum sich vor der Endzone verengt, wird die spritzige und schlaue Abwehr nochmal gefährlicher für den Gegner

Playmaker machen den Unterschied

Beide Mannschaften nehmen dem Gegner häufig die Möglichkeit zu Punkten, sorgen für Turnover, kreieren viel Druck auf den Quarterback und bereiten einem Offensive Playcaller die Hölle auf Erden. Dennoch ist ein Spiel mit vielen Scores zu erwarten. Wie passt das ins Bild zweier dominanter Defenses im Finale?

Nun, zunächst sind durch Ballverluste gute Feldpositionen oder sogar eigene Punkte der Abwehrreihen nachvollziehbar. Dann verfügen beide Mannschaften über absolutes Star-Potential auf Runningback und Wide Receiver. Völlig in Schach halten, lassen sich diese Playmaker nicht über das ganze Spiel. Außerdem gleicht Dresden hier das leichte Übergewicht der Royals-Defense wieder aus, was die Partie nochmal spannender machen dürfte.

Da wäre Runningback Tofunmi Lala. Im Vergleich zu Heiko Bals, der vorwiegend für kurze Raumgewinne von Potsdam eingesetzt wird, verlassen sich die Monarchs voll und ganz auf die Qualitäten des britischen Ausnahme-Spielers. Lala bewegt konstant die Kette an der Seitenlinie und verfügt obendrein über den Home-Run-Speed für explosive Plays und Touchdowns.

Potsdam weiß um dessen Stärken und wird versuchen, das Laufspiel einzudämmen. Beim letzten Aufeinandertreffen waren die Dresdner nach frühem Rückstand gezwungen, vom Running Game Abstand zu nehmen. Das würde den Royals erneut in die Karten spielen. Wenn Lala auf etwa ein Dutzend kurze Läufe reduziert wird, ist sein Einfluss nicht mehr spürbar.

In dem Fall bleibt den Monarchs aber noch eine zweite Waffe. Tyler Hudson macht im Schnitt zwei Touchdowns pro Spiel und zeichnet sich zusätzlich als gefährlicher Returner in den Special Teams aus. Mit lediglich zwei Catches war er im letzten Duell überhaupt kein Faktor. Das muss sich dringend ändern.

Zu zögerlich agierten die Monarchs und ließen jede Zuversicht vermissen. Quarterback Justin Miller wurde ständig unter Druck gesetzt und spielte seine wichtigste Option zu selten an. Dabei sind dem Star-Receiver schwere 50/50-Catches bei Jump Balls genauso zuzutrauen wie explosive Yards nach dem Catch.

Schweizer "YAC-Monster" Spiller

"YAC" ist ein gutes Stichwort, dennauch auf den Unterschiedsspieler in dieser Partie muss man natürlich eingehen. Seitdem Milan Spiller aus der Schweiz zum ersten Juli-Wochenende nach Potsdam gewechselt ist, haben die Royals kein Spiel mehr verloren und erzielen wieder Punkte am Fließband.

Wir sollten das restliche Receiving Corps auf beiden Seiten nicht schmälern, aber was der virtuose Spiller in den letzten sechs Spielen nach seiner Ankunft in der GFL gezaubert hat, sucht seinesgleichen. Auf horizontalen Routen läuft sich der Schweizer konstant frei, weicht dem ersten Tackling-Versuch aus und schießt dann in Richtung Endzone.

Er fängt seltener den Ball als sein Counterpart in der Dresdner Offense. Dafür kommen mehr als die Hälfte seiner Receiving Yards nach dem Catch zustande. Die Monarchs erlaubten im letzten Duell zwar nur zwei Catches. Doch auch in dem Spiel um die GFL-Nord-Meisterschaft der Regular Season erzielte Milan Spiller 47 seiner insgesamt 91 Yards durch wohlgemerkt zwei Receptions erst nach dem Catch und verwandelte dann einen Touchdown .

Wenn die Monarchs ihn nicht durch Press an der Line of Scrimmage an der Entfaltung hindern, einen schnellen Nickelback zur Sonderbewachung abstellen und sauber durch ihre Tacklings arbeiten, wird Spiller der "Man of the Match" und entscheidet das Spiel durch rasante Läufe nach der Ballaufnahme praktisch im Alleingang.

Dresden kein Außenseiter

Viele sehen aufgrund des Gesamtbildes den klaren Vorteil bei den Potsdam Royals. Doch in punkto Coaching und Anzahl der Playmaker sind die Dresden Monarchs sogar im Vorteil. Die aggressive Defensive Line der Royals gleicht das aus. Dresden ist mit den Heim-Fans im Rücken aber garantiert kein Außenseiter.

Doch Milan Spiller kann mit seinen explosiven Plays das Spiel diktieren. Frühe Punkte nach kurzen Drives werden Dresden dann wieder unter Druck setzen. Sie dürfen dann nicht wieder von ihren eigenen Go-to-Guys abrücken. Denn Tyler Hudson möchte gern beweisen, dass er der beste Receiver an diesem Samstag im Rudolf-Harbig-Stadion ist.

Wir sind mit einem Vergleich der beiden Defenses in die Analyse gestartet und die Zahlen der beiden besten Units stechen auch sofort ins Auge. Doch Milan Spiller für Potsdam, sowie Tyler Hudson und Tofunmi Lala bei Dresden, wollen am Ende durch eine Einzelaktion für den besonderen Moment im GFL-Bowl und die Entscheidung sorgen.