In einem Presseevent zusammen mit Eli Manning in München sprach der Markus Kuhn offen über den europäischen Football und machte deutlich, dass er die aktuelle Entwicklung kritisch verfolgt.
Im Mittelpunkt standen dabei vor allem die Zukunft der großen Ligen in Europa und die Chancen junger Spieler, es eines Tages aus Europa direkt in die NFL zu schaffen. Kuhn ordnete als früherer NFL-Spieler ein, wo er die größten Herausforderungen sieht und warum der Weg nach ganz oben aus seiner Sicht kein leichter ist.
Europäischer Football kein Sprungbrett in die NFL
Besonders in Sachen Perspektive sieht Kuhn die europäischen Ligen nicht als Sprungbrett für die NFL: "Nur wenn du gegen bessere Spieler antrittst, zum Beispiel gegen Amerikaner auf dem College, hast du eine echte Chance, es in die NFL zu schaffen. Das Level in Europa ist dafür einfach zu niedrig", erklärt er.
Ohne qualitativ hochwertige Gegner und Trainingsbedingungen fehle, so Markus Kuhn, schlicht die Grundlage, um den Sprung über den Atlantik zu schaffen.
Kuhn über ELF: "Gibt es die noch?"
Der Deutsche sprach zudem auch über die European League of Football, die seit der Gründung der EFA vor einer ungewissen Zukunft steht. Während mehrere Teams ihre Verträge mit der Liga hinterfragen oder gar auslaufen lassen, hält die ELF weiter an ihrem Modell fest und kündigt für 2026 einen Spielbetrieb mit bestehenden und neuen Franchises an. Doch wie stabil dieses Konstrukt wirklich ist, bleibt fraglich.
Auf Nachfrage zeigte sich Kuhn skeptisch. Mit einem Augenzwinkern fragte er zunächst: "Gibt es die noch?" Und er ergänzte: "Ich habe die Liga immer verfolgt, hatte aber immer ein paar Fragezeichen zu diesem Projekt. Es passiert ja auch einiges - eine neue Liga wurde gegründet, vieles verändert sich."
Für Kuhn ist dabei entscheidend, dass die Entwicklung des Sports nicht überstürzt wird: "Am Ende hoffe ich einfach, dass der Sport wächst, und zwar organisch wächst und nicht künstlich aufgebaut wird. Denn letztlich reden wir von Amateursportlern. Es sollte um die Gesundheit dieser Athleten gehen - und um den Spaß, weil dort kaum jemand wirklich Geld verdient. Darauf sollte der Fokus liegen, statt zu sehr auf eine Profiliga oder eine forcierte Professionalisierung zu setzen."