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"Mission erfüllt" - das Ende einer besonderen Karriere

kicker

Wie beide Beteiligten wussten, sollte die Frage auch kein bisschen seine Leistung kritisieren, sondern spielte auf die Vorgeschichte an. Hennessey hatte bereits zwei Jahre zuvor im Interview erstmals mit einem Karriereende geliebäugelt und nach der vergangenen Saison eigentlich die Schuhe an den Nagel gehängt - auch wenn er dies nicht offiziell verkündet hatte.

Stattdessen hatte er mittlerweile auch einen "richtigen" Beruf in der Werbebranche im Nordosten der USA angenommen.

Von Schwäbisch Hall nach Stuttgart

Sogar schon drei Jahre zuvor hatte er nach dem Sieg des German Bowls im Deutsche Bank Park Frankfurt und nach einer ungeschlagenen Saison mit den Schwäbisch Hall Unicorns auf die Frage, wie es jetzt weitergehe, dem Autor auf dem Feld geantwortet: "Ich habe keine Ahnung. Ich werde das hier genießen und mir Zeit nehmen, um rauszufinden, was ich sein will, wenn ich erwachsen bin."

Wenige Tage später wurde der Wechsel seines Head Coaches Jordan Neuman von der GFL in die ELF zu Stuttgart Surge bekannt und so verwunderte es auch nicht, dass auch Reilly Hennessey wenig später dort als Neuzugang verkündet wurde.

Im ersten gemeinsamen Jahr in der schwäbischen Landeshauptstadt 2023 ging es bis ins Finale, das bekanntlich gegen Rhein Fire verloren worden war. Die Rücktrittsgedanken blieben, wie er in folgenden Interviews immer wieder durchklingen ließ.

Fast unantastbar - bis zu den schmerzhaften Niederlagen

Dabei hatte er als Starter in Europa bis dahin gerade einmal zwei Partien in vier Jahren verloren. Ungeschlagener Meister mit den Parma Panthers 2021, ungeschlagener Meister mit den Unicorns 2022, eine Niederlage in der Vorrunde mit der Surge und eben dieses Finale.

Der Rücktritt wurde verschoben, stattdessen erfolgte eine erste Rückkehr nach Stuttgart für die Saison 2024, wo man aber im Halbfinale trotz einer zehn Punkte Führung gegen Titelverteidiger Rhein Fire kurz vor Schluss noch eine Niederlage kassierte. Tragischer Held: Reilly Hennessey mit zwei Interceptions in eben dieser Schlussphase.

"So" wollte er eben doch nicht aufhören, wie er football-world vor der Saison 2025 auf die Frage erklärt hatte, welche Rolle seine Leistung dort für die Entscheidung zu einem weiteren Comeback gespielt hätte: "Um ehrlich zu sein - eine Menge. Das war eine der schmerzhaftesten Niederlagen, an der ich je beteiligt war im Bezug auf meine Performance. Weit unter dem Standard, den ich erwarte und an dem ich mich selbst messe."

Noch einmal zurück - mit Jobgarantie und letztem Ziel

Für eine erneute Rückkehr hatte er aber jetzt unter anderem eine Freistellung und Jobgarantie seines Arbeitgebers im "Erwachsenenleben" benötigt.

Im Saisonverlauf hatte er auch immer wieder Pausen bekommen und auch Spiele verletzungsbedingt aussetzen müssen. Im Halbfinale hatte er einen Hit von einem Spieler der Munich Ravens kassiert, der ihn hart an den Rippen getroffen hatte. Head Coach Jordan Neuman war sich aber direkt im Anschluss auf Nachfrage von football-world sicher, dass sein Quarterback im Finale auflaufen würde, auch wenn es hinter den Kulissen bis zuletzt durchaus fraglich war: "Ihm geht es gut. Er wird spielen - absolut."

Der große Showdown: Hits, Touchdowns und Erlösung

Nach einem weiteren harten Hit zu Beginn des Finales, drei Interceptions, aber auch wichtigen Runs von Hennessey sowie drei Touchdown-Pässen auf Louis Geyer sank der Quarterback bei auslaufender Uhr jubelnd an der Sideline zu Boden und genoss den Moment im Trubel um ihn herum.

"So" konnte er natürlich aufhören. Damit beschäftigt hatte er sich ja schon oft genug, wie er dem Autor mehrfach erklärt hatte: "Als Footballspieler wirst Du immer mit dieser Entscheidung konfrontiert: Football endet für alle von uns. Zum Glück hat auf und neben dem Feld alles gepasst, so dass ich noch einmal mit diesem speziellen Ziel zurückkommen konnte."

"Mission erfüllt" und mit dieser inneren Zufriedenheit kann der 29-Jährige Ex-Quarterback jetzt auch "erwachsen werden", wie er das selbst bezeichnet hat.