Ein Stück College-Football-Geschichte geht zu Ende: Nach 21 Jahren an der Seitenlinie hat sich Oklahoma State mit sofortiger Wirkung von Head Coach Mike Gundy getrennt. Der 58-Jährige übernahm die Cowboys im Jahr 2005 und prägte das Programm seither wie kaum ein anderer.
Mit seiner langen Amtszeit war Gundy nach Kirk Ferentz (Iowa) der zweitdienstälteste Coach im gesamten FBS - nun endet eine Ära, die sportlich große Höhen, aber zuletzt auch anhaltende Tiefen mit sich brachte
Ende einer Ära
Gundy führte sein Alma Mater zu bislang unerreichtem Erfolg. Unter seiner Regie erreichten die Cowboys acht Saisons mit mindestens zehn Siegen, darunter den Big-12-Titel 2011 und Platz drei im AP Top 25.
In 21 Jahren baute er das Programm zu einer festen Größe im College Football aus, mit einer Gesamtbilanz von 170-90. Präsident Jim Hess und Athletic Director Chad Weiberg würdigten seine Verdienste, sprachen aber von einem notwendigen Schritt, um das Programm "auf die nächste Stufe zu heben".
Abwärtstrend zuletzt unübersehbar
Trotz aller Verdienste geriet Gundy zuletzt immer stärker unter Druck. Die Cowboys verloren elf ihrer letzten zwölf Spiele, darunter eine 69:3-Klatsche gegen Oregon und die erste Heimniederlage gegen Tulsa seit 1951.
Nach dem 1-2-Start in die Saison 2025 und einer Offense, die im Schnitt nur 14 Punkte pro Spiel erzielt, zog die Universitätsleitung die Reißleine.
Überraschendes Timing
Die Entscheidung fiel nur einen Tag, nachdem Gundy öffentlich betont hatte, er wolle "100 Prozent" bei Oklahoma State bleiben. Sein Vertrag lief noch dreieinhalb Jahre, nun wird die Universität rund 15 Millionen Dollar Abfindung zahlen müssen. Offensive Coordinator Doug Meacham übernimmt vorerst interimsweise.
Mit der Entlassung Gundys öffnet sich ein 30-Tage-Transferfenster für Spieler. Bereits wenige Stunden nach Bekanntgabe zog Running-Back-Rekrut Kaydin Jones seine Zusage für die Klasse von 2026 zurück. Für Oklahoma State steht nun eine heikle Phase bevor, in der Team, Fans und Alumni hinter dem Programm zusammenstehen müssen.