Was wurde vor der Saison nicht alles über die Potsdam Royals spekuliert, ob der Back-to-Back-Champion überhaupt noch zur Spitze der German Football League zählen darf. Dazu gab es nach dem Abgang von Rekord-Quarterback Jaylon Henderson und dessen Play Caller auch allen Grund.
Doch die Potsdamer blieben geduldig. Sie wussten, zur Erlangung des dritten Titels in Folge, dem "Three Peat" baut man auf die Defense. Und das scheint nun aufzugehen.
Serie der Royals gerissen
Der Start in die Saison verlief holprig. Erst verkündete man den Abgang von Jaylon Henderson, der im letzten Jahr fast alle Rekorde im Passing und Scoring in der Erima GFL gebrochen hatte. Dann verletzte sich sein Nachfolger Quarterback Tyrrell Pigrome bereits im ersten Spiel.
Bevor man einen neuen Spielmacher verpflichtete, musste auch der deutsche Backup Sebastian Schulz verletzungsbedingt passen und so ging es mit drei Tagen Einübungszeit für den neuen Mann im Angriff ins Spiel gegen den Aufsteiger Düsseldorf Panther. Kenyatte Allen Jr. verlor gegen den aufstrebenden Neuling und die Rufe derer wurden lauter, die den Royals in diesem Jahr keine erneute Meisterschaft zutrauen wollten.
Nachdem die Royals, inklusive Playoffs, 30 Spiele in Folge gewonnen hatten, riss die Serie und die Potsdamer verloren nach fast zwei Jahren ihren Nymbus der Unbesiegbarkeit. Ausgerechnet gegen einen Aufsteiger, der bis dahin in dieser Saison keinen einzigen Sieg einfahren konnte.
Defense der Royals glänzt
Die Öffentlichkeit geriet in Unruhe. War es das mit dem möglichen Three Peat? Sind die Royals über ihrem Zenit? War der Aderlass in der Offseason doch zu viel für den Champion? Dies waren nur einige der Fragen, über die ausgiebig diskutiert wurde, mit der klaren Antwort, dass die Dresden Monarchs in diesem Jahr einfach das bessere Team seien und Potsdam froh sein könne, wenn sie sich überhaupt bis ins Finale durchschlagen würden.
Beirren lassen wollten sich die Brandenburger davon nicht. Erst recht beteiligte man sich keineswegs an diesen Spekulationen. Vielmehr betonte man den starken Zusammenhalt im Kader und verwies auf die Qualität der eigenen Abwehr, die mit ihrer aggressiven Spielweise den Unterschied ausmachen sollte, wenn es auf Quarterback noch nicht funktioniert.
So zog man weiter seine Kreise durch die GFL-Saison. Tatsächlich sollte es in den nächsten Wochen die Defense sein, über die plötzlich viel gesprochen wurde. Denn die Royals erlaubten in vier aufeinanderfolgenden Spielen gerade einmal drei Touchdowns. Bis zum Saisonende sollte die Mannschaft weniger als zehn Punkte pro Spiel im Schnitt zulassen.
Dresden wurde demontiert
Es kam, was kommen musste. Zum Abschluss der regulären Saison trafen die Royals zum Rematch des letzten Endspiels in Dresden auf die dort beheimateten Monarchs, die weiter vom "Finale Daheeme" träumen. Potsdam riss den Anwärter förmlich aus seinem Schlaf, besiegte die Sachsen mit 31:6 und erlaubte wieder nur einen einzigen Touchdown.
Nach der Demontage dürfte wieder allen klar geworden sein, dass der Titelverteidiger der wahre Topfavorit auf den Titel um die Deutsche Meisterschaft ist. Dank der Leistung beider Quarterbacks, denn mittlerweile gesellt sich zu Allen noch der ehemalige Allgäu-Comets-Spielmacher Xeavier Bullock, legt das Team auch wieder ordentlich Punkte aufs Scoreboard und lässt bei gegnerischem Ballbesitz weiter nichts zu.
Potsdam für die GFL-Playoffs gerüstet
Während Dresden das entscheidende Spiel um die GFL-Nord-Meisterschaft damit verlor und die Revanche bis zum möglichen Endspiel beider Kontrahenten warten muss, feierten die Potsdamer ausgiebig im Heinz-Steyer-Stadion vor Dresdner Kulisse den Erfolg und das damit verbundene Heimrecht über die gesamten Playoffs hinweg.
Denn die Monarchs müssen sich bei einem Erfolg des Süd-Meisters aus Ravensburg im Halbfinale auf eine 600 Kilometer lange Anreise einstellen. Potsdam wird sich vor den Toren der Bundeshauptstadt vor und nach jedem Playoff-Duell im eigenen Wohnzimmer regenerieren.
Ein Vorteil, der im Finale in vier Wochen den Ausschlag geben kann, wenn alle erwarten, dass der große Herausforderer aus Dresden auf den amtierenden Champion trifft. Die Vorzeichen haben sich allerdings geändert. Seit letzter Woche sind die Royals wieder Favorit auf die Meisterschaft und den Three Peat im GFL Bowl.