Zwei Wochen sind vergangen, seit die EFA angekündigt hat, dass sie fortan nicht mehr unter dem Dach der European League of Football spielen will. Die Vereinigung, die aus elf Teams besteht, will stattdessen eine eigene Liga starten. "Eine wichtige Priorität ist es, eine Liga zu schaffen, die sich auf die Fans und ihr Erlebnis konzentriert und gleichzeitig die gewünschten Ergebnisse für unsere Partner liefert", kündigte die Interessensvertretung in einer Mitteilung an.
Gleichzeitig ließ die ELF wissen, dass sie auch im kommenden Jahr an den Start gehen wird. "Die ELF steht für die kommende Spielzeit bereits mit elf Franchises in einem gültigen Vertragsverhältnis und befindet sich darüber hinaus in intensiven Gesprächen mit mehreren Interessenten, die mit neuen Teams an der European League of Football teilnehmen wollen", hieß es in einem Statement.
Sechs Teams der EFA haben einen auslaufenden Vertrag mit der ELF
Seither ist es jedoch ruhig geworden um den Konflikt. Dabei schwebt über allem die Frage: Welche Teams verfügen noch über einen gültigen Lizenzvertrag mit der ELF und welche nicht?
Nach Informationen von football-world läuft bei sechs Franchises der Kontrakt aus: Dabei soll es sich um die beiden Final-Teilnehmer, die Vienna Vikings und Stuttgart Surge, den zweimaligen Champion Rhein Fire, den Premierensieger Frankfurt Galaxy, die Wroclaw Panthers und die Prague Lions handeln. Zuvor hatte bereits die Bild darüber berichtet.
Auf Nachfrage wollten sich weder die Vikings, Surge noch Panthers äußern, die restlichen Teams ließen eine Frist verstreichen.
Fünf Teams der EFA verfügen noch über Vertrag mit der ELF
Bei den anderen fünf Teams, die sich der EFA angeschlossen haben, scheint die Lage hingegen komplizierter zu sein: Berlin Thunder, die Raiders Tirol, Nordic Storm, Paris Musketeers und Madrid Bravos sollen dem Vernehmen nach noch über einen gültigen Vertrag verfügen, bei einigen sogar noch über die 2026er-Saison hinaus.
Die Raiders Tirol bestätigten auf Nachfrage, dass sie noch einen Kontrakt bis 2026 besitzen. "Wir prüfen gerade die Optionen und noch wurde keine Entscheidung getroffen", erklärte Geschäftsführer Markus Wieser im Gespräch mit football-world. Die restlichen Klubs reagierte dagegen nicht auf eine schriftliche Anfrage.
Fraglich ist dabei, inwiefern sich die Teams an die Verträge gebunden fühlen. So sagte Vikings-Owner Robert Lumsden in einem Interview mit dem ORF, dass er genug Gründe sehe, eine Vertragsauflösung mit der ELF rechtlich zu rechtfertigen. Zudem bezeichnete er das Statement der Liga als "Nebelgranate", da laut seiner Einschätzung in die elf von der Liga kommunizierten Teams auch solche eingerechnet sind, deren Verträge auslaufen.
Neue Teams für die ELF?
Wie aus dem ELF-Umfeld zu hören ist, soll das aber nicht der Fall sein. Zusätzlich zu den fünf erwähnten Teams zählt die ELF die Munich Ravens, Helvetic Mercenaries, Cologne Centurions, die einen neuen Head Coach brauchen, Fehervar Enthroners und Hamburg Sea Devils als Starter.
"Wir haben mit der European League of Football einen mehrjährigen, laufenden und bestehenden Vertrag. Unser Fokus liegt darauf, uns bestmöglich auf die kommende Saison in einer vollwertigen European League of Football vorzubereiten", teilten die Mercenaries auf Anfrage mit.
Derweil haben die Enthroners zwar verkündet, dass sie in der AFL antreten wollen, sollen nach Informationen von football-world aber ihren Vertrag noch nicht gekündigt haben. Eine entsprechende Anfrage ließ das Team aus Ungarn unbeantwortet.
Zudem sollen die Milano Seamen nach einer einjährigen Auszeit zurückkehren. Ein Comeback hatte der scheidende Geschäftsführer Zeljko Karajica bereits Mitte Juli in einem Interview mit der FAZ angedeutet. Derzeit werden dem Vernehmen nach zudem weitere Gespräche geführt, ein oder zwei neue Franchises könnten hinzukommen.
Wie viele Teams aber letztlich 2026 in der ELF an den Start gehen, ist noch ungewiss. Auch, weil es weiterhin Gespräche zwischen der ELF und einzelnen Teams geben soll. Das bestätigte auch Wieser: "Wir sind mit allen in Kontakt." Ob es dabei zu einer Einigung kommt, ist ungewiss. Ein langwieriger Rechtsstreit dürfte allerdings im Interesse keiner Partei sein.