Die Vienna Vikings wollen am Sonntag eine erfolgreiche Saison in der European League of Football krönen. Die Truppe von Cheftrainer Chris Calaycay trifft im Finale auf Stuttgart Surge, das in der Stuttgarter MHP-Arena Heimvorteil hat.
Im Vorjahr hatten die Wikinger im ELF-Endspiel gegen Rhein Fire verloren, im Jahr davor war Surge dem gleichen Gegner unterlegen. Für einen der beiden Finalisten wird es nun ein Happy End geben.
Vikings freuen sich auf ELF-Finale
"Die Rückkehr ins Championship Game bedeutet uns sehr viel", sagte Calaycay, der am Samstag mit dem Vikings-Tross per Charterflug in die Schwaben-Metropole reist.
Für die Wiener geht es im dritten Finale in vier ELF-Saisonen um den zweiten Titel, 2022 hatten die Vikings bei ihrem Liga-Debüt die Meisterschaft gewonnen. "Wir gehen das an wie jedes andere Match. Wir wissen natürlich, was auf dem Spiel steht. Jeder hat seine Aufgabe. Der Fokus liegt darauf, dass alle bereit sind, ein Football-Spiel zu spielen", erklärte der US-Coach.
Vikings Head Coach mit offener Rechnung mit einem alten Freund
Mit Surge hat man noch eine Rechnung offen, 2023 verloren die Vikings daheim im Halbfinale mit 33:40. Ähnlich wie in Wien setzt man auch in Stuttgart auf Kontinuität, seit drei Jahren hat dort Coach Jordan Neuman das Sagen.
Calaycay kennt seinen US-Kollegen schon lange, Neuman war unter ihm von 2011 bis 2013 Offensive Coordinator bei den Vikings. Gemeinsam gewannen die beiden zwei Austrian-Bowl- und einen Eurobowl-Titel. "Er ist einer meiner engsten Freunde. Aber wir haben seit drei Wochen nicht mehr miteinander geredet", meinte der 49-Jährige lachend. "Einer wird gewinnen, der andere nicht. Aber das wird nichts am Respekt ändern, den wir füreinander haben."
Selbiges gilt auch für Yannick Mayr, der Wide Receiver hat zwei Jahre lang für Stuttgart gespielt. "Es gibt regelrecht Streit, denn jeder möchte Yannick decken", offenbarte Surge-Cornerback Ben Wenzler im Interview mit football-world.
Vikings wollen auswärts in Stuttgart bestehen
Die Wikinger hatten letztes Wochenende im Halbfinale Nordic Storm mit 28:20 aus dem Weg geräumt, Stuttgart erfüllte sich mit einem 27:13 gegen die Munich Ravens den Traum vom "Finale dahoim". "Natürlich ist es etwas Einmaliges, in unserer Stadt das Finale bestreiten zu dürfen. Wir werden alles tun, um auch den letzten Schritt zu gehen", sagte Neuman.
Bei den Wienern ist man jedenfalls auf den Gästenachteil vorbereitet. "Wir kommen da in eine feindliche Umgebung. Wir tun alles, um uns als Auswärts-Mannschaft auf den Lärm von 40.000 Zuschauern im Stadion vorzubereiten", so Calaycay, für dessen Quarterback Ben Holmes es das letzte Spiel im Vikings-Trikot sein könnte.
Mehr als 30.000 Tickets im rund 60.000 Zuschauer fassenden Rund waren zu Wochenbeginn abgesetzt. Die Halbzeitshow bestreiten die Stuttgarter Hip-Hop-Legenden Die Fantastischen Vier.