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Vikings-Receiver mit Kampfansage: "Ich spiele jedes Jahr um den Titel"

kicker

Hallo Herr Mayr, wie groß ist bei Ihnen im Team die Freude, dass Sie es nach dem vergangenen Jahr jetzt wieder ins Finale geschafft habt?

Wir sind alle auf jeden Fall mega froh, es ins Finale geschafft zu haben, aber ich glaube das war auch das Ziel von Anfang an. Und viele Spieler sind letztes Jahr schon ins Finale gekommen - ich war ja nicht dabei -, aber ich glaube da ist nochmal eine extra Motivation dahinter, dass du das Ding jetzt auch gewinnst.

Nehmen Sie uns ein bisschen mit in die Saison. Sie landeten auf dem ersten Platz. Wie zufrieden sind Sie?

(Überlegt lang) Es war ein langer Prozess, glaube ich. Wir haben am Anfang in der Offense ein paar typische Fehler gemacht und ein bisschen gebraucht, bis wir den Rhythmus gefunden haben. Wir haben trotzdem gewonnen, aber wir waren nicht so zufrieden mit der Leistung. Wir wussten immer, dass da noch viel, viel mehr geht. Zum Ende der Saison haben wir jetzt gepeakt. Dass wir da in unserer Top-Form sind, haben wir glaube ich im Halbfinale gegen Nordic Storm gezeigt.

Wenn wir über Ihre Offensive sprechen, befinden sich dort viele starke Spieler. Was macht Sie so schwer auszurechnen und was sind Ihre Stärken?

Ich glaube, der Erfolg von unserer Offense liegt erstmal bei unserer O-Line. Die hat dieses ganze Jahr einen klasse Job gemacht. Ohne die 5 Jungs würde es gar nicht funktionieren, dass wir Receiver Zeit haben, den Ball zu fangen. Zudem glaube ich, dass wir eine sehr balanced Offense sind. Wir können den Ball werfen, haben extrem hochklassige Receiver, die alles fangen, und ein gute Run Game mit Karri Pajarinen, Johannes Schütz und Flo Wegan. So sind wir ein bisschen unberechenbar, ob jetzt ein Run oder ein Pass kommt - das macht uns so die ganze Saison über aus.

Sie sind vor der Saison in Ihrer Heimat zurückgekehrt, nachdem Sie jahrelang für die Schwäbisch Hall Unicorns und Stuttgart Surge gespielt haben. Wie viel Freude macht es Ihnen, wieder in Österreich zu spielen?

Es hat schon was mit Ehre zu tun. Es macht richtig Bock, wenn du nach Österreich zurückkommst - die Fans, das Land hinter dir steht. Deswegen ist es für mich eine große Ehre, wieder in Österreich zu sein. Aber es war auch der Grund, warum ich zurückgehen wollte. Außerdem habe ich früher bei den Vikings gespielt und den wollte ich nun etwas zurückgeben.

Ein Titelgewinn in Ihrem ersten Jahr wäre bestimmt die Kirsche auf der Torte.

Ja, das wäre es. Aber ich spiele jedes Jahr um den Titel. Darum bin ich auch zu den Vikings gegangen, weil ich wusste, dass die Chancen sehr gut stehen und sie eine komplette Mannschaft haben, nachdem sie letztes Jahr bereits im Finale waren.

Sie haben schon mit einigen Quarterbacks in Ihrer Karriere zusammengespielt. Was macht Ihr jetziger QB Ben Holmes so besonders?

Ich finde ihn persönlich als Mensch super. Wir verstehen uns auf menschlicher Ebene gut und sind gute Freunde geworden. Die Chemie hat gleich gepasst - ich und der Ben, wir verstehen beide Football. Das beste Beispiel war, der Spielzug gegen die Wroclaw Panthers, wo wir ein bisschen improvisiert haben und ich zu Ben geworfen habe. Aber er versteht mich als Receiver, wie ich meine Routen laufe, wie ich das Spiel verstehe und ich verstehe sein Spielverständnis, seine Reads.

In den vergangenen Jahren wurde immer wieder gesagt, dass die Vikings von einem leichten Schedule profitieren. In dieser Saison war das etwas anders. Hast Sie das Gefühl, dass Sie abgehärtet sind für das Finale?

Ich finde, wir hatten einen nicht so einfachen Schedule dieses Jahr mit Rhein Fire, den Raiders Tirol und Paris Musketeers. Also ja, wir sind battle-tested. In Paris und bei Rhein Fire auswärts zu gewinnen, war eine starke Leistung. Auch Surge ist ein starker Gegner, wir müssen jetzt nicht zurückschrecken und sagen: "Das ist der schlimmste Gegner, den wir je hatten." Ich glaube, wir haben schon sehr viel Klasse bewiesen dieses Jahr. Ich hoffe, dass einige Vikings-Fans mitfahren nach Stuttgart und dass es kein Heimspiel für die Surge wird, sondern dass auch wir Support haben.

Sie selbst haben zwei Jahre für Stuttgart Surge gespielt. Inwieweit haben Sie Ihr Wissen weitergeben können und wie groß ist die Freude, gegen Ihr Ex-Team zu spielen?

Ja, das ist schon cool gegen Ben Wenzler oder Marko Vidackovic zu spielen. Wir sind auch außerhalb vom Football gute Freunde. Wir schreiben oft und haben diese Woche schon viel geschrieben. Ich freue mich auf jeden Fall auf das Matchup, denn ich freue mich immer mehr auf Spiele, wenn ich die Gegner kenne oder auf dem Feld ein bisschen mit den Gegnern, also meinen früheren Teamkollegen, scherzen kann. Ich habe mir die Surge-Offense ein bisschen angeschaut. Jordan Neumann spielt sein System, seitdem er in Europa ist. Es ist aber schwer zu verteidigen, sodass ich da nicht viel helfen kann.

Die Stuttgarter Defense ist auch sehr stark. Wie schwer wird die Aufgabe für Sie?

Ich glaube, dass es in jedem Finale so ist: Je mehr Fehler du machst, desto schlechter schaut es am Ende aus. Das Team, das die wenigsten Fehler macht, gewinnt daher. Und natürlich haben die Surge eine saustarke Defense. Das haben sie auch schon die letzten zwei Jahre gehabt, mit den beiden Defensive Coordinators Cody Pastorino und Coach Brenner. Wir schauen einfach, dass wir keine Picks werfen und den Ball schnell loswerden, weil die D-Line sieht auch sehr scary aus.

Wie ist denn Ihr Gefühl für Sonntag? Haben Sie das Gefühl, dass die Vikings den zweiten ELF-Titel gewinnen können?

Naja, wir gehen es ja an wie jedes Spiel. Wir haben von Anfang an gesagt, dass wir jede Woche 1-0 gehen wollen. Wir schauen, dass wir im Vikings-Football spielen, so wie man ihn kennt, also fehlerlos und mit sehr viel Einsatz. Und dann liegt halt, wie im Football so üblich, Glück und Pech sehr nah beieinander. Es kommt darauf an, wie unser Gameplan läuft. Ich glaube, dass es ein sehr, sehr knappes Spiel wird und am Ende durch einen Touchdown oder ein Field Goal entschieden wird.

Das kann ich mir gut vorstellen, denn beide Mannschaften sind sehr gut besetzt.

Also das Niveau her ist top. Hier stehen sehr viele deutsche und österreichische Nationalspieler auf dem Feld. Das ist schon klasse, ein Top-Spiel für den europäischen Football.