Die Vienna Vikings haben das Championship Game knapp mit 17:24 gegen die Stuttgart Surge verloren - und reagieren trotzdem mit Größe. Trotz gebrochener Träume hinterließen die Stimmen von Defensive Back Benjamin Straight und Head Coach Chris Calaycay vor allem eines: Sportsgeist.
"Es ist herzzerbrechend"
Defensive Back Benjamin Straight stand unmittelbar nach dem Schlusspfiff sichtlich bewegt am Mikrofon. "Es ist herzzerbrechend gerade, wir haben alles auf dem Feld gelassen", sagte der 26-Jährige. Besonders die starke erste Hälfte habe ihn das Gefühl gegeben, dass der Titel greifbar sei. "Special Teams, Offense und Defense haben hervorragend gespielt. Aber sie [Stuttgart Surge] sind ein großartiges Team, man hat gemerkt, dass man sein bestes Game liefern muss. Am Ende waren sie eindeutig das bessere Team."
Auch auf die Frage nach dem gewonnenen Turnover-Battle reagierte Straight bemerkenswert reflektiert: "Das ist eigentlich relativ egal, es hätte die vierte und fünfte Interception gebraucht. Man verliert und gewinnt als Team, egal ob wir drei Turnover gemacht haben oder siebzehn. Alles was zählt ist, dass es am Ende 24:17 steht. Wir hätten besser spielen müssen, auch die Defense."
Chris Calaycay ist stolz auf sein Team
Head Coach Chris Calaycay fand auf der anschließenden Pressekonferenz ebenfalls klare Worte und stellte trotz des verlorenen Endspiels die Leistung seiner Mannschaft in den Vordergrund: "Ich werde immer stolz auf mein Team sein. Sie alle haben noch Jobs und Familien. Das Ergebnis nimmt nichts davon, wie ich über meine Jungs, unsere Saison, unseren Coaching Staff oder das Franchise denke."
Der US-Amerikaner lobte zugleich den Gegner: "Wenn man mir vorher gesagt hätte, dass wir das Turnover Battle gewinnen, bessere Feldposition nach den Returns haben und alle unsere Kicks treffen, hätte ich mich sehr gut gefühlt. Aber sie haben in den entscheidenden Momenten die Plays gemacht. Vor allem ihre Defensive Line war stark, wir haben sie nicht in den Griff bekommen. Ich ziehe den Hut vor diesen Jungs und ihren Coaches."
Faire Verlierer
So groß die Enttäuschung bei ihnen war, die Vienna Vikings präsentierten sich nach dem Finale als faire Sportsmänner. Statt Ausreden oder Schuldzuweisungen gab es Anerkennung für den Gegner und klare Worte über die eigenen Schwächen. Gerade diese Haltung macht deutlich, wie viel Charakter in diesem Team steckt und warum die Vikings auch in der Niederlage an Respekt gewinnen.